Ein Ausverkauf der Demokratie, der seinesgleichen sucht.

» Ein Hauptgewinner der Großen Koalition steht schon fest. Still und heimlich haben sich SPD und Union darauf geeinigt, dass ausgerechnet für Zeitungsausträger der Arbeitgeberanteil an der Rentenversicherung von 15% auf 5% gekürzt wird. Wir erinnern uns: Vor vier Jahren war es die Übergangsbestimmung für den Mindestlohn, mit dem die Große Koalition die Verlegerfamilien im Koalitionsvertrag reich beschenkte. Wundern Sie sich ernsthaft, dass Sie darüber nichts in den Zeitungen lesen? Und wundern Sie sich, dass die Mehrheit der Zeitungen so erpicht darauf ist, dass die Große Koalition zustande kommt? Manches ist noch profaner als man denkt: Unsere lieben Qualitätszeitungen sind ganz einfach käuflich und wer ihnen reiche Geschenke macht, wird mit „guter Presse“ belohnt. Ein Skandal, der keiner sein darf, weil niemand darüber berichtet.
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Mit zwei Ausnahmen gehören sämtliche Tageszeitungen mit einer Auflage von mehr als 200.000 Exemplaren Familien, die in der Manager-Magazin-Top-500-Liste der reichsten Deutschen vertreten sind. Und das kommt nicht von ungefähr. Allen Unkenrufen zum Trotz ist und bleibt die Verlagsbranche hoch rentabel.
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Wie viele andere Branchen erwirtschaftet die Verlagsbranche ihre Renditen jedoch auch auf dem Rücken von Niedriglöhnern. Neben den zum Teil sehr schlecht bezahlten Journalisten sind es hier vor allem die Zeitungszusteller, die unter prekären Arbeitsbedingungen leiden.
Die Übergangsbestimmung bei der Einführung des Mindestlohns hat den Zeitungsverlegern sage und schreibe eine dreiviertel Milliarde Euro eingebracht!
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dass die Einführung des Mindestlohns für die Zeitungsbranche jährliche Mehrkosten in Höhne von 225 Millionen Euro bedeuten würde. SPD und Union gaben dem Wunsch der Verleger nach, führten per Gesetz (§24 MiLoG) eine Übergangsbestimmung für Zeitungsausträger ein und erst seit Neujahr 2018 bekommen auch die Niedriglöhner im Dienste der Verlegerfamilien den vollen Mindestlohn.
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Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte – in Stadt und Land gleichermaßen – wird bei Minijobs von Zeitungszustellerinnen und Zeitungszustellern der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf 5 Prozent abgesenkt.
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Denken Sie an diese Formulierung, […] wenn demnächst wieder ein SPD-Funktionär sich mit Krokodiltränen über Armutsrenten beschwert. SPD und Union sind – das beweist dieser Passus – sogar bereit, die Rentenansprüche für eine wahrlich nicht eben begüterte Berufsgruppe für ein paar gute Schlagzeilen zu verschachern. Das ist schäbig.
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Der Steuerzahler übernimmt zwei Drittel der Rentenbeiträge für einen Teil der Beschäftigten der Verlage. Eine solche Subvention ist weder in der Sache, noch vom Prinzip her gerechtfertigt.
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Nein! Man hilft der Demokratie ganz sicher nicht, indem man die vierte Gewalt ganz profan besticht!
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Dieser Vorgang geht weit über klassische Korruption hinaus. Wenn eine Regierung den großen Verlegerfamilien mit jedem Koalitionsvertrag Geschenke in dreistelliger Millionenhöhe macht, so ist dies ein Ausverkauf der Demokratie, der seinesgleichen sucht. «

Jens Berger | NachDenkSeiten | 26.02.2018 | Erneut Millionengeschenke an die Verleger – schämen sich SPD und Union eigentlich überhaupt nicht mehr? | https://www.nachdenkseiten.de/?p=42600

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„And he cries, why can’t I sing along with some feeling or some meaning? It feels like I’ve always been blind.“

» Stell dir vor, die Mädchen in der Stadt versammeln sich.
Der Sohn des Reisenden, den sie fragen, woher er kommt,
weil sie gesehen haben, wie er sein Gesicht in der Nähe des Teiches wusch.
Ein neugieriger Junge und sie fragen sich, woher er kommt;
er sagt, dass er die schönsten Orte der Welt gesehen habe.
Dennoch fühle ich mich, als wäre ich auf einem Laufband,
betrachte alles durch einen Bildschirm.
Für mich gibt es nichts dazwischen,
das könnte genauso gut nicht echt sein.

Stell dir vor, die Mädchen bringen ihn auf einen Hügel.
Es ist eine Indigo-Nacht, es ist kalt.
Der Junge ist verwirrt, aber er ist immer noch da,
als sie sich um ihn versammeln.
So viele von ihnen singen über all die Freuden des Lebens
und er weint, warum kann ich nicht mit einem Gefühl
oder einem tieferen Sinn mitsingen.
Es fühlt sich an, als wäre ich schon immer blind gewesen.
Ich weiß nicht, warum ihr Mädchen so freundlich seid.
Denn es gibt so viele, die in Ordnung sind,
deren Leben nicht so verloren sind wie meines.

Jetzt ist dort etwas passiert.
Der Geruch des Grases, vielleicht die Luft.
Es gab keine Verzweiflung mehr.
Nur etwas in dieser Nacht, vielleicht haben die Mädchen
etwas Licht angezündet und alles richtig gemacht,
weil er noch nie so lebendig war. «

Tamino
Indigo Night


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Hermann Meyer

» Hermann Meyer wurde am 21. Januar 1903 in Neuwied geboren.

Hermann Meyer 1903 - 1942

Hermann Meyer 1903 – 1942

Er war der Sohn von Nathan und Bertha Meyer und wohnte in Neuwied, Schloßstraße 22 (heute: Schloßstraße 13).

Hermann Meyer war ledig und von Beruf Klempner.

In der Gestapokartei sind folgende Einträge vermerkt:
10.11.38 bis 3.2.39 in Schutzhaft (Protestaktion gegen Juden)
12.9.40 Beabsichtigt auszuwandern.
13.10.43 Der Jude ist am 14.6.42 nach unbekannt ins Ausland verzogen. Er hat aufgrund der 11. VO zum RGB. vom 25.11.41 die deutsche Staatsangehörigkiet verloren. Das Vermögen ist dem Reich verfallen. Für die Einziehung ist das Finanzamt Neuwied zuständig.

„Unbekannt verzogen“ und „das Vermögen ist dem Reich verfallen“ ist eine zynische Umschreibung der Tatsache, dass Hermann Meyer deportiert wurde.

Laut Gedenkbuch wurde er vom 15. November 1938 bis zum 3. Februar 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 5. August 1942 wurde er in das Konzentrationslager Majdanek deportiert. Sein weiteres Schicksal ist ungeklärt.

Bruder Jakob wurde – wie auch die Eltern und die Tante Jakobine Schwarz, geborene Meyer – Opfer der Shoa. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php/8-personenbeitraege/177-meyer-hermann [abgerufen am 20.01.2019]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht


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Jakob Moses

» Jakob Moses wurde am 20. Januar 1881 in Gladbach geboren.

Jakob Moses 1881 - ?

Jakob Moses 1881 – ?

Er wohnte in Neuwied, Kirchstraße 19, und war mit Paula Moses, geb. Wallach, verheiratet. Eine Heirat von Jakob Moses und Paula, geb. Wallach, konnte in Neuwied (mit Engers und Heddesdorf) nicht ermittelt werden.

Als sein Beruf wird Kolonialwarenhändler angegeben. Im Adressbuch für den Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Coblenz von 1926 ist vermerkt: Moses, Jakob, Lebensmittelhandlung, Kirchstraße 19.

Über das weitere Schicksal von Jakob Moses konnte nichts herausgefunden werden.

Tochter Martha, geboren am 13. November 1912, war mit Bruno Fröhlich, geboren am 30. März 1905 in Köln, verheiratet. Ihre Söhne Jacob, geboren am 2. Mai 1937, und Bert, geboren am 12. Dezember 1941, wurden in Köln geboren. Das deutet darauf hin, dass Martha Fröhlich bereits vor 1937 nach Köln gezogen ist. Als Wohnadressen in Köln sind belegt Weichserhof 49 (für Bruno Fröhlich) sowie als letzter Wohnort vor der Deportation das Ghettohaus Cäcilienstraße 18–22. Familie Fröhlich wurde am 20. Juli 1942 von Köln nach Minsk deportiert und am 24. Juli 1942 in Maly Trostinec ermordet.

Über das Schicksal von Sohn Julius, geboren 1907, ist nichts bekannt.

Jakobs Eltern waren Veilchen (Fanny) Moses, geborene Salomon, geboren am 2. Februar 1845 in Gladbach, und Bernhard (Bertram) Moses, geboren am 22. Oktober 1852 in Heddesdorf. Sie heirateten am 7. Dezember 1874. Sie wohnten mit ihren Kindern in Gladbach (Alteckstraße 75 und Sandgasse 35) und später in Neuwied (Friedrichstraße 18). Jakob und Fanny Moses sind auf dem Jüdischen Friedhof in Neuwied-Niederbieber beigesetzt (Block D, Grab 39).

Die Brüder Moses und Hermann verstarben als Säuglinge; Bruder Louis, geboren 1882 emigrierte nach Santiago de Chile und später nach New York. Er verstarb am 3. November 1948 in New York. Bruder Max wurde zusammen mit mit seiner Ehefrau Susanna, geborene Bär (Baer), nach Theresienstadt deportiert. Ebenso Schwester Berta und ihr Ehemann Nathan Meyer. Alle vier wurden Opfer der Shoa. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://www.stolpersteine-neuwied.de/index.php/component/content/article/8-personenbeitraege/188-moses-jakob?Itemid=108 [abgerufen am 19.01.2019]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht


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Halloween Triumphant

John Carpenter, Cody Carpenter & Daniel Davies


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Dresdner Nacht | das andere Mädchen

Diese Nacht vor 12 Jahren dauert ewig. Drei Tage später wird er mir sagen, dass er das alles nicht kann. Da könne er nichts für, so sei er eben.

Quelle: Dresdner Nacht | das andere Mädchen


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„Bitte, bitte, sag es mir und tu nicht so als ob da gar nichts ist.“

» Du bist anders
Du hörst mir nicht zu
Du weißt ich kann das
Schweigen nicht so gut wie du

Weil du mir nicht alles sagst
Frag‘ ich dich nochmal und du sagst nichts

Aber ich seh‘ was in deinem Gesicht
Und ich weiß nicht was es ist

Dadada, dadada, dada
Dadadadada

Ich weiß nicht was es ist
Und es macht mich wahnsinnig
Und ich glaub‘ dir nicht, dass da gar nichts ist
Ich frag‘ mich ob du Angst hast
Oder ist da jemand anders?
Fällt dir auf wie wenig du lachst?

Bitte, bitte
Sag es mir und tu nicht so als ob da gar nichts ist «

AnnenMayKantereit
Du bist anders


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