Jeder kann das tun, was er kann, um diesen Planeten zu retten; jeder kann sein Bestes tun und muss nicht darauf warten, dass der Nachbar beginnt.

» […] Das Problem an vorhergesagten Katastrophen ist, dass die Prognose so lange fragwürdig bleibt, bis die Katastrophe eintritt. Der Restzweifel, der jeder Wissenschaft innewohnt, wenn sie in die Zukunft extrapoliert, eignet sich, um die Ergebnisse grundsätzlich infrage zu stellen.
… | …
Je dringlicher Wissenschaftlerinnen vor baldigen gravierenden Konsequenzen des weltweiten CO2-Ausstoßs warnen, je surrealer die von ihnen genannten points of no return in zeitliche Nähe rücken […], desto umstrittener wird ihre Position. Angesichts einer immer noch lebenswerten Umwelt, angesichts gefüllter Supermarktregale in Mitteleuropa und dem bisherigen Ausbleiben transnationaler Hungerkatastrophen in ärmeren Regionen, scheint es vielen glaubwürdiger, dass die Klimaforscher eine geheime Agenda oder gar Persönlichkeitsstörungen haben, als dass ihre Alarmstufe auf ihrem Wissen basiert.
… | …
Dass sich der momentane Unwille der Mehrheit, etwas Entscheidendes zu verändern, auch daraus speist, dass die vermeintlich exakten Wissenschaften nun eine unerwartet schnelle Verschlechterung der Zustände registrieren, mit Feuern in der Arktis und tauendem Permafrostboden in Sibirien, ist zum Verzweifeln. Letztlich stärkt jede Ungenauigkeit nur den Fatalismus. Solange wir nicht wissen, wie wir gestorben sind, glauben wir erst einmal nicht, dass wir überhaupt sterben können.
… | …
Dass die Beweislast für einen nie dagewesenen Wandel dennoch erdrückend ist, verschwindet fürderhin in der Detaildiskussion sowie im Zweifel an der Vergleichbarkeit verschiedener Messungen zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten des Planeten, auf denen alle großen Klimastudien und -modelle basieren. […] In einem gewaltigen zivilisatorischen Rückschritt auf der Diskursebene verweigern Twitter-Trolle ebenso wie Politikerinnen (auch grüne) die naturwissenschaftlich begründete Erkenntnis von der Notwendigkeit eines zivilisatorischen Rückschritts auf der materiellen Ebene, vom Verzicht auf oder Verbot von Flugreisen, Plastik, motorisiertem Individualverkehr. Stattdessen glaubt man an ein grünes Wachstum, das vielleicht nicht unmöglich ist, aber in Anbetracht der (sich beschleunigenden) Entwicklungen als „Rettung“ heutiger westlicher Lebensbedingungen in etwa so realistisch wie eine kriegsentscheidende Wirkung der „Wunderwaffe“ V2 im Jahr 1944.
… | …
Aus einem abgeklärten „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ resultiert die Unfähigkeit zu erkennen, dass die Menschheit schon längst begonnen hat, die Dinge ziemlich heiß in sich hineinzufressen; oder dass sie, um ein anderes Bild zu bemühen, das als solches natürlich immer zweifelhaft ist, schon ein erstaunlich halbgarer Frosch im sich langsam erhitzenden Wasser ist.
… | …
Die Apokalypse, so scheint es, ist auserzählt, und jede Prognose, die ihr ähnelt, wird genau durch diese Ähnlichkeit unglaubwürdig. […] Trägt die Gegenwart tatsächlich (prä-)apokalyptische Züge, ist das nicht wahrnehmbar, beziehungsweise leicht zu verdrängen oder im Kleinen zu rationalisieren.
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Fast scheint es, die Menschheit, die westliche zumindest, habe sich mit Erzählungen so lange abgestumpft (und abgelenkt), bis ihr der Untergang erträglich wird, während er passiert.
… | …
die Apokalypse geschieht ja längst, wir bemerken es nur nicht, indem wir auf ihre äußere Manifestation in Form eines besonders grauenhaften Ereignisses warten. Sie ist passiert, als der Ottomotor erfunden wurde, sie ist mit der Wachstumslogik in die Welt gekommen, sie verbirgt sich im angereicherten Uran auf diesem Planeten. Die Katastrophe […] ist aber nur jener letzte Teil einer Handlung, „in dem alles seinen endgültigen Lauf […] genommen hat“. Und auch Danowski und Viveiros de Castro machen darauf aufmerksam, dass der „Zusammenbruch“ nicht vor uns liegt, sondern hinter uns. „Er hat schon begonnen und ist nicht umkehrbar, er kann höchstens entschleunigt werden.“
… | …
Momentan ist da eine Naturwissenschaft, die Erkenntnisse liefert, welche von einer kritischen Masse der Weltbevölkerung und Staatschefs nicht entscheidend anerkannt werden. […] Neben den Wissenschaftlerinnen gibt es einen von Greta Thunberg mit Bedacht emotionalisierten Protest, der sich auf die wissenschaftliche Evidenz beruft. Dessen Wirkung ist nicht hoch genug zu schätzen, weil er das abstrakte Thema greifbar gemacht hat.
… | …
Irgendein Prepper-Kollektiv wird schon überleben und sich durch postapokalyptische Fiktionen perfekt vorbereitet wissen auf die Umstände, unter welchen es dann, zu seinem Unglück, existieren muss.
… | …
Es ist aber eine legitime Lesart der Geschichte, die Katastrophe dieser Zivilisation als längst passiert zu begreifen. […] Die weltweite Umsetzung lästiger Klimaschutzmaßnahmen wäre just in den Neunzigerjahren […] unmöglich gewesen, da dem aus Sicherheitsgefühl und Zukunftsoptimismus gespeisten Zeitgeist am „Ende der Geschichte“ nicht vermittelbar.
… | …
Jedes Mitglied dieser Gesellschaft kann […] Klimaschützerin zunächst nur für sich selbst sein. Denn Klimaschutz kann nur aus einer grundlegenden Motivation heraus geschehen wie etwa dem Respekt vor der Schöpfung, den eigenen Kindern oder schlicht der Idee, kein gewissenloses Arschloch zu sein. […] Als erste Generation der Menschheitsgeschichte können die jetzt Lebenden – auch aufgrund ihres immensen Wissens – realistisch damit rechnen, dass ihr eigenes Ende mit einem Ende oder radikalen Bruch dieser Geschichte zu tun hat.
… | …
Dem momentan verbreiteten Argument, „Was soll es denn bringen, wenn wir hier in Deutschland etwas ändern“, lässt sich in jedem Fall umso besser begegnen, je weniger die eigene Urmotivation die Rettung des großen Ganzen ist, sondern das Handeln nach einer Maxime, von der man eben wollen würde, dass sie im großen Ganzen zur Rettung beiträgt. […] «

Johannes Schneider :: DIE ZEIT :: 31.07.2019 :: Klimakatastrophe: Die Apokalypse ist leider auserzählt :: https://www.zeit.de/kultur/2019-07/klimakatastrophe-apokalypse-weltuntergang-hysterie-erderwaermung/komplettansicht

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Das Scheitern unserer bisherigen Strategien.

» Tatsächlich sind wir doch gerade Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Epochenbruchs, in dem ein kleines Virus alles das zur Sichtbarkeit und Verschärfung bringt, was zuvor als Bruchstellen auch schon da war, im Normalbetrieb aber für eine spätere Bearbeitung zur Seite gelegt wurde, auf diesen großen Stapel.

Flüchtlinge. Armut. Soziale Ungleichheit. Geschlechterungleichheit. Nationalismus. Autoritärer Drift von Ungarn, Polen und anderen. Der Titanic-Moment der EU, als sofort die nationalen Grenzen geschlossen wurden. Bildungsungerechtigkeit. Die Schwächen des Marktliberalismus, die Hybris der Globalisierung. Der Imperialismus der Digitalisierung, die Sucht nach Überwachung. Es ist noch vieles mehr, was nun, unter Krisenbedingungen, aus der Konturlosigkeit glasklar hervortritt und ein Scheitern unserer bisherigen Strategien markiert, die Welt zu verstehen und zu gestalten. «

Harald Welzer, taz FUTURZWEI, Im leeren Raum der stillgelegten Zukunft, 13/2020, 09.06.2020, www.tazfuturzwei.de


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Den Bock zum Gärtner machen.

» […] Eigentlich hätte die Menschheit ihre Emissionen schon vor Jahren drastisch reduzieren müssen, um die Erwärmung des globalen Klimas zumindest auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Schon diese Erwärmung zieht katastrophale Folgen nach sich, und wir sind meilenweit davon entfernt, das Ziel überhaupt zu erreichen. Ganz im Gegenteil, beim derzeitigen Kurs steuert die Menschheit auf einen 3 bis 6 Grad Celsius wärmeren Planeten bis Ende des Jahrhunderts zu. Dabei wird eine Erwärmung um 1,5 Grad Celsius schon in den 2030ern erreicht sein. Wobei bereits in diesem Jahr die Erwärmung zumindest über den Landflächen 1,5 ° C betrug. Die Ozeane ziehen langsam nach.
… | …
wenn ein Großteil der Wissenschaft — der dank sicherer Posten und Einbindung ins herrschende System unverdächtig ist, der revolutionären Linken anzugehören — dazu rät, das weltweite Wirtschaftssystem vollkommen umzukrempeln, kann die Situation nur ernst sein.
… | …
die Wissenschaft [konzentriert sich] auf das Solar Radiance Management, kurz SRM. Die Idee ist, durch das Einbringen von beispielsweise Schwefeldioxidpartikeln in der oberen Stratosphäre die Einstrahlung der Sonne auf die Erde zu reduzieren. Angedacht ist auch, Meerwasser in die Wolken zu sprühen, um diese aufzuhellen. […] Durch die sinkende Sonneneinstrahlung soll die globale Temperatur um bis zu 0,7 Grad Celsius gesenkt werden
… | …
Es besteht die Gefahr, dass die Folgen von SRM gravierender sind, als darauf zu verzichten. Es droht die Gefahr von Dürren in Afrika und Asien, der Ausfall oder die Veränderung des Sommermonsuns. Es ist mit erheblichen Niederschlagsverlusten auf der ganzen Welt zu rechnen mit der Folge, dass es zu Lebensmittelknappheiten kommt.
… | …
Sie wollen ganze Gebirge abtragen und das geschredderte Gestein in die Ozeane entladen, wo sie deren Übersäuerung verhindern sollen. Wie sich das Verschwinden von Gebirgen auf die Bewegungen der Luftmassen an Land auswirkt, wie dadurch die Verteilung von Regen und Wolken beeinflusst wird, all das ist ungewiss.
… | …
Das Geo-Engineering ist der Versuch einer reinen Symptombehandlung […] Es offenbart die tief in der Wissenschaft verwurzelte Idee, der Mensch könne die Natur beherrschen und nach seinem Wunsch formen. Dass dem nicht so ist, beweist nicht nur der Klimawandel, schon die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima hätten uns eine Warnung und ein Anlass zum Umdenken sein sollen.
… | …
Händeringend wird nach Möglichkeiten gesucht, am Status Quo festzuhalten, weiter zu wirtschaften, als führte uns dieser Weg nicht in den Abgrund. Für diesen Wunsch wird auch der ganze Planet aufs Spiel gesetzt.

Die wissenschaftliche Debatte zum Geo-Engineering wird von Menschen geführt, die in der Vergangenheit unverhältnismäßig hohe Quoten an Fehlschlägen zu verzeichnen hatten.
… | …
Wissenschaftliche Konferenzen kreisen mittlerweile nicht mehr um die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, zu Geo-Engineering überhaupt zu forschen, sondern nur noch, ob und wie diese Forschungen geregelt werden.
… | …
Das American Enterprise Institute, das zu einem großen Teil aus der Erdölindustrie finanziert wird, hat über Jahre hinweg fleißig den menschengemachten Klimawandel geleugnet. Das hat diese Denkfabrik jedoch nicht davon abgehalten, 2008 eine Abteilung einzurichten, die sich mit Geo-Engineering beschäftigt. […] Dasselbe Institut also, das zuvor den Klimawandel geleugnet hat, propagiert nun das Geo-Engineering, um dessen dramatische Folgen abzuschwächen
… | …
sie bedient das Vertrauen der Menschen in eine technische Lösung, die irgendwann in der Zukunft unseren Müll beseitigen wird. Dies hat aber schon im Falle des Atommülls aus der Energiegewinnung nicht funktioniert, und wenn es um alles Leben auf dem Planeten geht, sollten wir uns darauf nicht verlassen.
… | …
Lösungen können nur von Menschen kommen, die sich mit der Natur verbinden und nicht mit der Wachstumslogik des herrschenden Systems. Profitinteressen stehen ernsthaften Bemühungen zur Lösung ökologischer Fragen im Weg. […] «

Felix Feistel :: RUB|KON :: 08.10.2019 :: Arrogante Ahnungslosigkeit – Geo-Engineering ist keine Lösung für die Probleme unserer Zeit. :: https://www.rubikon.news/artikel/arrogante-ahnungslosigkeit

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Dominium terrae. | Der Dienstag dichtet.

Tier-Rechte? Vergessen.

Ich

———-Schlachtung.

bin

———-Zwangsschwängerung.

Leben,

———-Kindesraub.

das

———-Verzüchtung.

leben

———-Freiheitsentzug.

will,

———-Ausgeliefertsein.

inmiitten

———-Anbindehaltung.

von

———-Schreddern.

Leben,

———-0,75 bis 1,5 Quadratmeter.

das

———-Federpicken.

leben

———-Transplantations-Zucht.

will.


Tier-Leben? Gefressen.

Ein Beitrag zu: ‚Der Dienstag dichtet‘ von ‚Katha kritzelt‘: https://kathakritzelt.com/2021/01/19/wir-haben-es-befullt-der-dienstag-dichtet/


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» Introvertierte werden oft um Rat gefragt. …

Durch ihr bedachtes Auftreten und ihr tiefes Wissen, werden sie oft von anderen Menschen konsultiert. Introvertierte sind besonders häufig in beratenden Berufe «

introvertiert.org


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Animals Should Be Off the Menu – Philip Wollen [1]:

» König Lear fragt spät in der Nacht an den Klippen den blinden Earl von Gloucester: “Wie sehen Sie die Welt?” Und der blinde Earl von Gloucester antwortet: “Ich sehe sie fühlend.” Und sollten wir das nicht alle? Tiere müssen von der Speisekarte genommen werden, denn heute Nacht schreien sie vor Todesangst in den Schlachthöfen, in Ställen und Käfigen – diesen grausamen, schändlichen Gulags der Verzweiflung.

Wissen Sie, ich habe die Schreie meines sterbenden Vaters gehört, während der Krebs seinen Körper zerfraß, und mir wurde bewusst, dass ich diese Schreie schon einmal gehört hatte: Im Schlachthaus, mit ausgestochenen Augen und zerrissenen Sehnen, auf den Viehtransportern in den Nahen Osten und von einer sterbenden Walmutter, in deren Gehirn eine Harpune explodiert, während sie nach ihrem Kind ruft. Ihre Schreie waren die Schreie meines Vaters. Ich sah, dass wir auf die gleiche Art und Weise leiden. Denn wenn es um die Fähigkeit zu leiden geht, ist ein Hund ein Schwein, ein Bär, ein Junge.

Fleisch ist das Asbest von heute; es ist mörderischer als Tabak. CO2, Methan und Distickstoffmonoxid aus der Tierhaltungsindustrie zerstören unsere Ozeane, mit sauren, sauerstoffarmen Todeszonen. 90% der kleinen Fische werden zu Pellets zermahlen, um sie an “Nutztiere” zu verfüttern; Kühe, die sich eigentlich vegetarisch ernähren, sind heute die weltweit größten Raubtiere der Ozeane. Ozeane sterben in diesem Moment. Im Jahr 2048 wird der Lebensraum der Fische vernichtet sein – die Lungen und Arterien der Erde. Milliarden von lebensfrohen Küken werden bei lebendigem Leibe zerhackt, und das nur, weil sie männlich sind.

Nur etwa 100 Milliarden Menschen haben jemals gelebt, heute leben 7 Milliarden Menschen, und dennoch foltern und töten wir jede einzelne Woche zwei Milliarden fühlende Lebewesen. 10,000 Spezies werden jedes Jahr unwiderruflich ausgelöscht und das durch eine einzige Spezies. Wir stehen nun vor der sechsten Massenausrottung der kosmologischen Geschichte. Wenn irgendein anderer Organismus das täte, würde ein_e Biolog_in ihn als Virus bezeichnen.

Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit von unvorstellbaren Ausmaßen.

Aber zum Glück verändert sich die Welt. Vor 10 Jahren verstand man unter Twitter Vogelgezwitscher, www war eine hängengebliebene Tastatur, Cloud war eine Wolke am Himmel und 4g ein Parkplatz, Google war das Rülpsen eines Kindes, Skype ein Tippfehler und Al Kaida mein Klempner. Victor Hugo sagte: “Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist”. Tierrechte sind heute die weltweit größte soziale Ungerechtigkeit seit der Abschaffung der Sklaverei. Wussten Sie, dass es mehr als 600 Millionen Vegetarier_innen auf dieser Welt gibt? Das ist mehr als in den USA, England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Kanada, Australien und Neuseeland zusammen genommen.

Wenn wir eine Nation wären, hätten wir mehr Einwohner_innen als die 27 Mitgliedsstaaten der EU zusammen. Können Sie sich das vorstellen? Und trotz dieses demographischen Fußabdrucks kommen wir immer noch nicht gegen die lärmenden, jagenden, schießenden, mordenden Kartelle an, die glauben, dass Gewalt die Antwort ist, wenn es nicht einmal eine Frage sein dürfte.

Fleisch tötet Tiere, tötet uns und tötet unsere Wirtschaft.

Das staatliche Gesundheitssystem hat die USA in den Bankrott getrieben. Man müsste 8 Billionen Dollar investieren, allein um die Zinsen der Schulden daraus zu bezahlen – und sie haben genau 0. Sie könnten jede Schule, die Armee und die Marine, die Luftwaffe, den Verfassungsschutz, CIA und FBI auflösen und sie würden immer noch nicht genug Geld haben, um ihre Arztrechnungen zu bezahlen. Und Cornell und Harvard sagen, dass die optimale Menge an Fleisch in einer gesunden menschlichen Ernährung genau 0 ist.

Wasser ist, wie Sie wissen, das neue Öl. Nationen werden bald Kriege deswegen führen. Unterirdische Wasserspeicher, die sich über Millionen Jahre hinweg aufgefüllt haben, neigen sich dem Ende und trocknen aus. Man braucht bis zu 50.000 Liter kostbares Trinkwasser für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch.

Heutzutage leiden eine Milliarde Menschen an Hunger, 20 Millionen Menschen werden an Unterernährung sterben. Wenn der Fleischverbrauch nur um 10% verringert würde, könnten 100 Millionen Menschen mehr ernährt werden. Fleisch von der Speisekarte zu streichen, würde den Hungertod für immer Vergangenheit sein lassen. Wenn jeder Mensch sich wie die Menschen in den westlichen Industriestaaten ernähren würden, bräuchten wir zwei Planeten, um uns zu ernähren. Aber wir haben nur eine, und sie geht gerade zugrunde.

Die Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung sind um 50% höher als die der gesamten Transportbranche. Und damit alle Autos, Züge, Busse, Schiffe, LKWs, Anhänger – einfach alles. Wenn ich um die Welt reise, sehe ich, wie arme Länder ihr Getreide an den Westen verkaufen, während ihre eigenen Kinder in ihren Armen verhungern. Und der Westen verfüttert es an “Nutztiere”. Nur damit wir ein Steak essen können? Bin ich der einzige, der sieht, dass das ein Verbrechen ist? Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes. Wenn ich ihm in die Augen sehe, schweige ich dann etwa?

Die Erde kann genug Nahrung produzieren, um die Bedürfnisse aller Menschen, nicht jedoch die Gier aller Menschen zu befriedigen. Wir stehen vor einem perfekten Sturm. Wenn irgendeine Nation Waffen entwickeln würde, die solch eine Verwüstung auf dem Planeten anrichten könnten, würden wir sie mit einem präventiven Militärschlag zurück in die Bronzezeit bombardieren. Doch es handelt sich hier nicht um einen Schurkenstaat, sondern um eine Industrie.

Die gute Nachricht ist, wir müssen sie nicht bombardieren. Wir können einfach aufhören, sie zu kaufen. George Bush lag also falsch; die Achse des Bösen verläuft nicht durch den Irak, Iran und Nordkorea. Sie zieht sich durch unsere Esstische. Massenvernichtungswaffen sind unsere Messer und Gabeln. Unser Vorschlag ist das Schweizer Taschenmesser der Zukunft.

Es löst unsere Umwelt, Wasser, und Gesundheitsprobleme und beendet Grausamkeit für immer. Die Steinzeit endete nicht, weil uns die Steine ausgingen. Diese grausame, widerliche Industrie wird enden, weil uns keine Ausreden mehr einfallen. Fleisch ist wie die 1- und 2-Cent- Münzen. Es kostet mehr sie herzustellen, als sie wert sind. Und ich komme vom Land. Landwirte sind diejenigen, die am meisten zu gewinnen haben.

Die Landwirtschaft wird nicht aufhören zu existieren – sie wird boomen. Nur die Produktlinie wird sich ändern. Die Landwirte werden so viel Geld verdienen, sie werden sich nicht einmal mehr die Mühe machen, es zu zählen. Und ich werde der Erste sein, der ihnen applaudieren wird. Regierungen werden uns lieben: neue Industrien würden entstehen und gedeihen, Krankenkassenbeiträge sinken, Wartelisten für die Behandlung in Krankenhäusern verschwinden; Verdammt, wir wären so gesund, wir müssten jemanden erschießen, damit ein neuer Friedhof angelegt werden müsste!

Heute Abend habe ich zwei Herausforderungen für die Opposition: Fleisch verursacht eine Vielzahl von Krebsarten und Herzkrankheiten. Nennen Sie eine Krankheit, die durch eine vegetarische Ernährung verursacht wird! Und zweitens, ich finanziere die Earthlings Trilogie. Wenn die Opposition sich ihrer Sache so sicher ist, fordere ich sie auf eine Kopie der DVD “Earthlings” an alle ihre Kolleg_innen und Kund_innen zu senden. Na los, trauen Sie sich! Tiere sind nicht nur eine andere Spezies, sie sind andere Nationen und wir töten sie auf unsere eigene Gefahr hin. Die Karte des Friedens wird auf der Speisekarte gezeichnet. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit. Gerechtigkeit muss Rasse, Hautfarbe, Religion oder Spezies gegenüber blind sein. Wenn sie nicht blind ist, wird sie zu einer Waffe des Terrors. Und heute Abend gibt es unvorstellbaren Terror in diesen entsetzlichen Guantánamos, die wir Tierfabriken und Schlachthöfe nennen. Glauben Sie mir, wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würden wir diese Debatte heute Abend nicht führen.

Sehen Sie, ich glaube, eine andere Welt ist möglich. Und in einer ruhigen Nacht, kann ich sie atmen hören. Lasst uns Tiere von den Speisekarten streichen und aus diesen Folterkammern holen! Bitte stimmen Sie heute Abend für die, die keine Stimme haben. Vielen Dank!

WENN SCHLACHTHÄUSER WÄNDE AUS GLAS HÄTTEN, WÜRDEN WIR DIESE DEBATTE NICHT FÜHREN. «

[1]: „Philip Wollen ist der ehemalige Vizepräsident der Citibank und wurde im Alter von 34 Jahren vom australischen Magazin für Wirtschaft in die Top 40 der einflussreichsten Führungskräfte aufgenommen. Im Alter von 40 Jahren wurde er Zeuge von Grausamkeiten in so riesigem Ausmaß, dass er, zutiefst betroffen, sein Leben änderte und sich von dem Zeitpunkt an wohltätigen Zwecken widmete. Er beschloss, alles was er besaß zu verschenken und widmet sein Leben heute Kindern, Tieren, der Umwelt, Obdachlosen und unheilbar Kranken. Er unterstützt 500 humanitäre Projekte und setzt sich für eine vegane Lebensweise ein. Im Jahr 2005 erhielt er den Order of Australia als Würdigung für außerordentliche Dienste. Im Jahr 2007 wurde er in Victoria zum Australier des Jahres gekürt.“
https://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Wollen

Philip Wollen :: Intelligence Squared :: 20.03.2012 :: Animals Should Be Off the Menu :: https://www.wheelercentre.com/broadcasts/intelligence-squared-animals-should-be-off-the-menu/

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Vergeigt. | abc.etüden

Erschüttert drückte er den Ausschalter seines orangenen Libratone-Zipp-Mini-Lautsprechers und ging zu Bett.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.


Ein Blog-Beitrag zu den abc.etüden zu den Worten „Lautsprecher :: orange :: erschüttern„: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/01/17/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-03-04-21-wortspende-von-blaupause7/

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hörenswert/sehenswert/lesenswert:

NEU: Volkart Wildermuth :: Deutschlandfunk Nova Grünstreifen  ::  Ansteckend trotz Corona-Impfung – Wie kann das sein? ::  15.01.2021
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oder: Webseite des Deutschlandfunks


NEU: Thilo Jahn :: Deutschlandfunk Nova Update  ::  Cathryn Clüver Ashbrook zu Trump – „Man kann ihm kein einziges Wort glauben“ ::  14.01.2021

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NEU: Dirk-Oliver Heckmann :: Deutschlandfunk Informationen am Morgen  ::  Chancen auf Impeachment? Interview Politologin Cathryn Clüver-Ashbrook ::  13.01.2021
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Wie zerbrechlich wir doch sind. | Hyperhedonie XVIII

Für alle Opfer von Gewalt. Und Gewalt kann bereits mit einem lauten Wort beginnen. Gewalt traumatisiert uns. Vor allem in der Kindheit. Und sie brennt sich ein. In unsere Gedanken, in unser Herz, in unsere Seelen. Wer Glück im Unglück hat, bei dem vernarbt es – anderen verbleibt eine schwärende Wunde.

Ich hoffe, du bist nicht anhedonisch [1] und kannst diesen Song genauso genießen, wie ich:

» Wenn Blut fließt,
wenn Stahl und Fleisch eins geworden sind,
wenn die späte Sonne vergossenes Blut trocknet,
kommt am nächsten Tag der Regen und spült alles fort.
Nur im Gedächtnis, in unserem Gedächtnis bleibt etwas,
und das bleibt für immer.

Vielleicht war dieser eine, finale Akt nötig,
um einen Streit, der ein Leben lang angedauert hat, zu Ende zu bringen:
dass allen, die unter einem zornigen Stern zur Welt kamen,
Gewalt nichts bringt, nie etwas bringen konnte.

Der Regen wird weiter fallen,
immer wieder, immer danach,
so, als weinten die Sterne,
und der Regen sagt uns, wie zerbrechlich wir sind,
wie sterblich. «

– SWR3 Lyrics, https://www.swr3.de/musik/poplexikon/lyrics/sting-fragile–songtext-deutsche-bersetzung–lyrics-100.html

Sting: Fragile

https://youtu.be/uQGkzqtQiOI

https://open.spotify.com/track/5e6LzdhHxKBj6gbXnz1UkP?si=qV98CjQyTdyHKRAh7X6VQQ

[1]: https://www.psychologie-heute.de/leben/40758-wenn-musik-kalt-laesst.html


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40.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich vorzeitig durch Feinstaub aus dem Autoverkehr. 1.000.000 Menschen weltweit sterben jährlich vorzeit durch Schadstoffemissionen der Kraftwerke.

Für Corona sind wir zu folgenden Maßnahmen bereit: [Platzhalter]
Für die Klimakatastrophe sind wir zu folgenden Maßnahmen bereit: [Platzhalter]

Ich glaube nicht daran, dass die heute im Bundes- und in den Landtagen vertretenen Parteien, die dem Kapital hörig sind, das Erforderliche unverzüglich tun werden (sie haben es ja jetzt schon versäumt). Wir brauchen neue Parteien in den Parlamenten, die parteiübergreifend „die Karre aus dem Dreck ziehen“ und Bürgerräte auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, damit die Maßnahmen „geerdet“ bleiben und akzeptiert werden.

» […] In den letzten zwei Jahrzehnten haben Todesfälle durch Hitzewellen unter Seniorinnen und Senioren um mehr als die Hälfte zugenommen. Der weltweite Kohleverbrauch stieg zuletzt wieder an, durch die Schadstoffemissionen der Kraftwerke stirbt jedes Jahr eine Million Menschen vorzeitig. In vielen Ländern erhöhen zunehmende Waldbrände das Risiko für Leib und Leben. Die Bedingungen für die Ausbreitung von Mücken, die Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber oder Malaria übertragen, haben sich rapide verbessert.
… | …
Drei Viertel der Bundesbürger leben in Städten, in denen zusätzlich ein Hitzeinsel-Effekt auftritt, durch die dichte Bebauung und Straßen, die sich im Sommer aufheizen. Viele Kommunen betrachten Hitzeextreme daher als größtes Gesundheitsrisiko durch die Klimaerwärmung.
… | …
[Wir benötigen] Hitzeaktionspläne […] Die Sommer, die wir jetzt in den letzten Jahren als heiß empfunden haben, werden in Zukunft die kühleren Sommer.
… | …
„Wir haben eine Gesellschaft, die gealtert ist. Und gerade die ganzen Hitzetage wirken vermehrt auf die verletzlichen älteren Personen. Da haben wir’s wieder: nicht nur Corona, auch die Hitzetage!“
… | …
dass die Zahl der Allergiker in Deutschland weiter steigt. Das hat damit zu tun, dass sich die Vegetationsperiode verlängert und damit auch die Zeit, in der allergieauslösende Pflanzen blühen. Oder es machen sich neue bei uns breit wie die Beifuß-Ambrosie.
… | …
Nachhaltige Städteplanung bedeutet, dass man alle an einen Tisch bringt, die Ahnung haben, sprich: die Mediziner miteinbeziehen.
… | …
Im Argen liegt in Deutschland auch immer noch die Klima- und Gesundheitsbelastung durch Pkw und Lkw. […] Durch Feinstaub aus dem Autoverkehr gebe es auch mehr als 40.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr […] Städte sollten mehr verkehrsberuhigte oder autofreie Zonen einrichten und das Radwegenetz ausbauen.
… | …
„Beim Radverkehr gibt’s einige Städte, die jetzt ambitionierter sind wie gerade Berlin. München zum Beispiel betätigt sich im Parkplatzrückbau. […]“
… | …
Es sei dringend nötig, dass die EU-Staaten Maßnahmen entwickeln und umsetzen, um besser vorbereitet zu sein – nicht nur auf Hitzewellen und Dürren, sondern auch auf mehr Starkregen und Überschwemmungen.
[…] «

Volker Mrasek :: Deutschlandfunk Forschung aktuell :: 03.12.2020 :: Bericht „Lancet Countdown 2020“: Wie der Klimawandel unsere Gesundheit bedroht ::

Hören: mp3 direkt vom Deutschlandfunk abspielen:

oder Hören/Lesen: Webseite des Deutschlandfunks

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„Als lebenslanger Beruf war der Parlamentarier nie gedacht.“

» […] für uns in der Industrie ist es Standard, Warnungen der Wissenschaft über Risiken mit Maßnahmen zu beantworten. Diese Pflicht ist auch für die Mandatsträger der Politik normaler Standard. Sind die Maßnahmen unpopulär, hat allerdings der primär an Wiederwahl denkende Berufspolitiker einen Konflikt und zögert. Dieses Zögern wurde nun zum zentralen Problem beim Umgang der Parlamente und Regierungen mit dem Klimawandel.
… | …
Die Energiekonzerne eroberten gegen ein zu schwaches Parlament ihren Einfluss auf die Gesetzgebung zurück mit den bekannten Konsequenzen: EEG-Umlage und Stromkosten stiegen und stiegen und die CO2-Emissionen Deutschlands sanken nicht mehr. Die Fachkompetenz der Parlamente reichte nicht, um den Einflüsterungen der Energiekonzerne zu begegnen.
… | …
Machterhalt und Wiederwahl dominieren. Hohe sachliche Kompetenz hat dagegen wenig Priorität, ist aber bei solchen Herausforderungen [wie dem Klimawandel] entscheidend. Denn hohe Sachkompetenz heißt hohe Urteilskraft und ist damit die beste Abwehr gegen einseitigen Lobbyeinfluss. Sie ist für ein „Zähmen“ marktwirtschaftlicher Fehlentwicklungen unerlässlich. Die Kompetenzmischung im Team muss stimmen.
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Bei der Aufstellung der Kandidatenlisten der Parteien scheint Kompetenz nur eine nachgeordnete Rolle zu spielen. Parteizugehörigkeit, Redetalent und ein Schuss Populismus genügen. Bewähren muss sich diese Mischung dann im Wahlerfolg. Aber sollten die Parteien nicht zu allererst auf Kompetenz und berufliche Erfahrung achten, wenn Sie dem Wähler einen Kandidaten anbieten?
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diese Kompetenz auch für den Wähler sichtbar zu machen [:] die Kandidatenlisten einzuteilen in Sektoren für Soziales, Innenpolitik, Außenpolitik sowie Wirtschaft und Umwelt. Damit entstünden Kompetenzteams, die sich durch die interne Diskussion befruchten und einen Großteil der einfacheren Gesetze ohne Belastung des übrigen Parlaments abarbeiten könnten. Dem Wähler könnte man die Möglichkeit geben, für die genannten Themen jeweils Teams unterschiedlicher Parteien zu wählen. Der Wähler hätte also beispielsweise die Möglichkeit, die Innenpolitik der einen Partei und die Umweltpolitik einer anderen Partei zu wählen.

Dieses Prinzip bei der Aufstellung der Kandidatenlisten legt allerdings nahe, die Idee des Wahlkreiskandidaten zu verlassen und sich ganz auf die Frage der Eignung im Team zu konzentrieren, ohne Priorität der lokalen Wurzeln. Gibt man den Wahlkreiskandidaten auf, fallen naturgemäß die Überhangmandate weg und eine feste Größe des Parlaments wird möglich. Die hohen Kosten der Überhangmandate und die Aufblähung der Parlamente werden vermieden.
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ein Volksentscheid [kann] nur dann Qualität haben […], wenn die Bürgerschaft vorher reichlich Gelegenheit hat, sich zu informieren und dabei auch von einem zweifelsfrei neutralen Informationsangebot begleitet wird.
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Das Informationsangebot muss allerdings ein Verfahren sein, das aus der Bürgerschaft selbst kommt, eventuell unterstützt von werteorientierten Teilen der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft.
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Gerade die heftige Kritik an der Gesetzesvorlage zum Klimaschutz fordert generell heraus, die Entscheidungsfindung in den Parlamenten zu überdenken. Wirtschaftsfreundlichkeit und Ängstlichkeit haben die Feder geführt — keine Lösung für ein so grundsätzliches Thema.
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eine Neuordnung des Wahlrechts […], das Kompetenz des Abgeordneten wieder in den Fokus stellt und Berufspolitik ohne vorherigen Berufshintergrund zur Ausnahme macht.
… | …
Als lebenslanger Beruf war der Parlamentarier nie gedacht.
[…] «

Peter H. Grassmann :: RUB|KON :: 30.09.2019 :: Retten wir die Parlamente! :: https://www.rubikon.news/artikel/retten-wir-die-parlamente

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1952, 1953, 1954, 1955, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962, 1963, 1964, 1965, 1966, 1967, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1979, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020 …

» „Rundheraus: das alte Jahr war keine ausgesprochene Postkartenschönheit, beileibe nicht. Und das neue? Wir wollen’s abwarten. Wollen wir’s abwarten? Nein. Wir wollen es nicht abwarten! Wir wollen nicht auf gut Glück und auf gut Wetter warten, nicht auf den Zufall und den Himmel harren, nicht auf die politische Konstellation und die historische Entwicklung hoffen, nicht auf die Weisheit der Regierungen, die Intelligenz der Parteivorstände und die Unfehlbarkeit aller übrigen Büros. Wenn Millionen Menschen nicht nur neben-, sondern miteinander leben wollen, kommt es auf das Verhalten der Millionen, kommt es auf jeden und jede an, nicht auf die Instanzen.

Wenn Unrecht geschieht, wenn Not herrscht, wenn Dummheit waltet, wenn Hass gesät wird, wenn Muckertum sich breit macht, wenn Hilfe verweigert wird – stets ist jeder Einzelne zur Abhilfe mit aufgerufen, nicht nur die jeweils „zuständige“ Stelle. Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.“ «

Erich Kästner, in: „Die vier archimedischen Punkte„, aus: „Die kleine Freiheit„, Zürich 1952 – S. 134/135; Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) war ein deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter.


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Mindestens 37 Millionen Flüchtlinge.

» […] Mehr als drei Fünftel aller Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr in Griechenland registriert wurden, stammen aus vier Ländern, in denen die Bundeswehr operiert (Afghanistan, Irak, Syrien) oder die Vereinigten Staaten Drohnenangriffe durchführen (Pakistan).
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Berlin und Brüssel stellen hohe Summen zur Verfügung, um die Grenzen gegen unerwünscht Einreisende abzuschotten.
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Das […] [„Costs of War Project“], getragen von insgesamt rund 50 Experten, erforscht systematisch die Schäden, die US-Kriege in aller Welt seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verursacht haben – von der Zahl der Toten über die Zerstörung der betroffenen Gesellschaften bis hin zu den Auswirkungen, die die ungebrochene Kriegspolitik auf das Innere der kriegführenden Staaten hat. Vergangene Woche haben Mitarbeiter des Projekts eine Studie publiziert, die sich allein der Frage widmet, wie viele Menschen die US-Kriege seit 2001 auf die Flucht getrieben haben.
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Das „Costs of War Project“ weist ausdrücklich darauf hin, dass es bei der Zählung der Flüchtlinge vorsichtige Schätzungen wählt […] Selbst bei dieser – definitiv zu niedrig angesetzten – Zählweise ergibt sich, dass in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten 37 Millionen Menschen in den acht analysierten Ländern auf die Flucht getrieben wurden; tatsächlich könnte die Zahl sogar bei bis zu 59 Millionen liegen.
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Um die Fluchtsituation zu verdeutlichen und eine Einschätzung des Geschehens zu erleichtern, weist die Studie zunächst darauf hin, dass allein in fünf Herkunftsstaaten – Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien, Jemen – bei Kampfhandlungen, erneut vorsichtig geschätzt, rund 800.000 Menschen ums Leben gekommen sind; rechnet man die Opfer direkter Kriegsfolgen wie Unterernährung oder Krankheiten ein, kommt man auf mindestens drei Millionen, vielleicht sogar eine zweistellige Millionenzahl an Kriegstoten. […] Schon in der vorsichtigen Schätzung des „Costs of War Project“, die von gut 37 Millionen Flüchtlingen ausgeht, haben die US-Kriege seit 2001 zusammengenommen inzwischen ein Niveau erreicht, das die Flüchtlingsströme des Ersten Weltkriegs (zehn Millionen), des Vietnamkriegs (13 Millionen) und der von Massengewalt begleiteten „Teilung“ Indiens im Jahr 1947 (14 Millionen) bei weitem übersteigt; lediglich der Zweite Weltkrieg zwang mehr Menschen als die Kriege seit 2001 auf die Flucht.
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Dass die westlichen Mächte mit ihren globalen Kriegen und Militäroperationen einen großen Teil der weltweiten Flüchtlingsströme verursachen, zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Statistik des UN-Flüchtlingshilfswerks. […] Insgesamt ist die Zahl der Menschen weltweit, die sich innerhalb oder außerhalb ihres Herkunftslandes auf der Flucht befinden, im vergangenen Jahr auf 79,5 Millionen Menschen gestiegen – fast so viel wie die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik bzw. gut ein Prozent der Weltbevölkerung. Weiterhin hat die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in Entwicklungsländern Zuflucht gefunden
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„Die Legitimität und die Effizienz von Kriegen sollte nach fast zwei Jahrzehnten desaströser Ergebnisse mehr denn je in Frage gestellt werden.“ Zudem müsse man die Frage aufwerfen, „welche Schritte“ die für die Kriege verantwortlichen Staaten unternähmen, um „den Schaden wiedergutzumachen“, den sie den mindestens 37 Millionen Flüchtlingen zugefügt hätten […] An Geld mangelt es nicht: Die EU stellt gleichzeitig immense Summen bereit, um weitere Menschen, die von den Kriegsschauplätzen auch europäischer Staaten fliehen, an der Einreise zu hindern; allein der Etat für die Flüchtlingsabwehrbehörde Frontex ist von 2015 bis zum Jahr 2020 auf mehr als das Dreifache gesteigert worden – von 140 Millionen auf 460 Millionen Euro.
[…] «

German Foreign Policiy :: Lebenshaus Schwäbische Alb :: 18.09.2020 :: Die Fluchtverursacher – Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland ist von Kriegsschauplätzen westlicher Staaten geflohen. US-Studie schlägt Wiedergutmachung für sie vor. :: https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/013201.html

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