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Valentine Kaufmann

» Valentine (Dina) Kaufmann wurde am 25. März 1866 in Vallendar/Rhein als Valentine Valentina (Walentina) Salomon geboren. Sie war verheiratet mit dem Metzgermeister Isaak Kaufmann.

Valentine Kaufmann 1866 - 1942

Valentine Kaufmann 1866 – 1942

Das Ehepaar hatte sechs überlebende Kinder: Alfred (*21.8.1889), Karoline (*1.8.1898), Max (*29.11.1893), Sophie / Sofia (17.3.1896), Erich (15.7.1897) und Lisette (*3.2.1900), alle geboren in Irlich.

Drei ihrer Kinder verstarben bereits im Kleinkindalter: Ihr Sohn Benny (*29.7.1890) starb bereits am 2.10.1890, Hermine (*30.9.1892) starb am 8.1.1893, Siegfried (*21.11.1898) starb am 7.12.1898, ein weiteres Kind starb offenbar bei oder nach der Geburt am 9.5.1901.

Valentine Kaufmann wohnte, zusammen mit ihrer Tochter Karoline Meyer, in Irlich, Rheinstraße 34 (heute: Kurtrierer Straße 25, Neuwied, Stadtteil Irlich) und nach 1931, also nach dem Tod ihres Mannes, nach Bonn. Die Familie wurde am 9.7.1941 im Benediktinerinnenkloster Bonn-Endenich in der Kapellenstraße (nach der Vertreibung der Nonnen) interniert. Sie wurde am 27. Juli 1942 ab Trier über Köln zuerst in das KZ Theresienstadt und am 19. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Sie wurde für tot erklärt.

Das Familienfoto (Abb.2, zum Vergrößern anklicken) zeigt Isaak und Valentine Kaufmann inmitten ihrer Familie:

vorne Mitte: Isaak und Valentine Kaufmann,
rechts vorne: Karoline Meyer (*Kaufmann), links vorne: ihr Ehemann Albert Meyer,
2. Reihe, von links: Sofie (geb. Kaufmann) & Bernhard Lehmann; Käthe & Erich Kaufmann; Mathilde & Alfred Kaufmann, Lisette Heineman (geb. Kaufmann) & Max Heinemann, Herta & Max Kaufmann.

Franz Regnery berichtet ausführlich über Valentines Tochter Lisette Heineman, geb. Kaufmann [1]:

„Lisette Heineman wurde als sechstes und jüngstes Kind der Eheleute Isaak und Dina Kaufmann am 3. Februar 1900 in Irlich geboren. Sie besuchte die Jüdische Schule in Neuwied. Die Kaufmanns waren eine im besten Sinne bürgerliche Familie. Schon der Vater und Großvater von Lisette genossen als Metzger hohes Ansehen, weil sie arme Familien unterstützten. Lisette berichtet, ihre Mutter sei in Auschwitz ums Leben gekommen. Sie selbst musste drei Jahre lang das KZ Theresienstadt erdulden. Sie starb 1982 im 83. Lebensjahr; ihre zahlreichen Besuche in Neuwied setzten Zeichen der Versöhnung.“

Bernhard Dames aus Irlich berichtet auf seiner Webseite über Irlicher Auswanderer in die USA über die Familie Kaufmann:

„… Zu Beginn des 1. Weltkriegs meldeten sich Max, Alfred und Erich freiwillig an die Front. Alfred erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse und Max wurde Offiziersanwärter. Nach dem Krieg blieben Alfred und Erich in Irlich; Max zog fort und wurde Bankbeamter. Lisette Kaufmann heiratete im Jahre 1926 Max Heinemann und zog mit ihm nach Krefeld. … Nach dem November 1938 wurde die Metzgerei Kaufmann zwangsboykottiert. Alte Freunde wendeten sich von ihnen ab, Vereine kündigten ihnen die Mitgliedschaft und Kunden blieben aus. Das Haus und das Geschäft mussten im Jahre 1939 verkauft werden. – Alfred Kaufmann war eine Zeit lang in einem Konzentrationslager. Nach seiner Entlassung konnte er nach England fliehen, Frau und Kind musste er zurücklassen. Max rettete sich ins Ausland und wohnte später in Jerusalem. Erich gelang die Flucht in die Vereinigten Staaten. …“
(den kompletten Beitrag von Bernhard Dames als PDF lesen »)

Überliefert sind auch einige Irlicher Dorf-Anekdoten rund um den Metzgermeister Isaak Kaufmannn („Weber: Juden in Irlich“) «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen und Bilder => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=99:kaufmann-valentine-2&catid=8&Itemid=119 [abgerufen am 24.03.2019]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

Stolpersteine gegen das Vergessen
Mehr als 5500 Stolpersteine erinnern in Hamburg an die Opfer des Holocaust. Mit selbstgemachten Schablonen und Kreidefarbe gibt die Schülerin Nele Borchert ihnen nun ein Gesicht.
2 min Datum: 25.01.2019
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-plus/videos/stolpersteine-gegen-vergessen-100.html


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Überhitzt.

Als sie an diesem Freitagnachmittag ihre, durch dicke Mauern kühl gebliebene Wohnung verließ, war es ihr, als laufe sie gegen eine Wand – eine Wand aus Hitze, eine Hitze die regelrecht auf der Haut brannte und sich in die Poren biss.

 

abc.etüden | Café, verdorben, beißen

abc.etüden | Café, verdorben, beißen

Sie schlurfte zu ihrem Café, das, wenn sie Glück hatte, ein Stück ihres Lieblingskuchens für sie aufgehoben hatte.

Draußen vor dem Café waren, wie üblich im Sommer, alle Plätze besetzt, doch sie zog es, wie immer, in die obere Etage, dort hatte sie gewöhnlich ihre Ruhe.
Heute nicht, denn die Menschen flüchteten vor der unerträglichen Hitze auch ins Innere.
Vertraute und unbekannte Gesichter saßen an den Tischen.

Da war der Lehrer, immer allein sitzend und auch in den Ferien sein Tablet studierend und dabei immer wieder Notizen in einem kleinen Büchlein machend; der Schweiß perlte ihm auf der Stirn.

Auch die attraktive Mittfünzigerin war wieder mit ihrem Sohn da, zum wöchentlichen Mutter-Sohn-Plausch; sie schwiegen sich aus.

Und auch die drei Jugendlichen, zwei Jungen und ein Mädchen, waren mal wieder hier; die drückende Hitze verhinderte diesmal ihr ausgelassen schallendes Gelächter.


Ein junges, offensichtlich turtelndes Pärchen saß sich gegenüber, spärlich bekleidet beide, sich tief in die Augen schauend und entrückt lächelnd; und sie traute kaum ihren Augen, als sie sah, dass der Fuß des jungen Mannes zwischen den Schenkeln der jungen Frau unter ihrem knappen Röckchen verschwunden war – diskret senkte sie ihren Blick und verbot sich verdorbene Gedanken.

 

 

Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Inspiration I: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/03/17/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-12-13-19-wortspende-von-geschichtszauberei/

Inspiration II: https://projekttxt.net/2018/08/01/das-achte-wort-2018/

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Hedwig Elsoffer

» Hedwig Elsoffer wurde am 23. März 1889 in Heimbach als Hedwig Roos geboren.

Hedwig Elsoffer 1889 - 1942

Hedwig Elsoffer 1889 – 1942

Ihr Vater war Gustav Roos, einer von damals drei Heimbacher Metzgern.

Hedwig heiratete Max Elsoffer; aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Edith, Herta, Egon und Heinz. Die Familie wohnte in der Weiser Straße 18 (heute: Hauptstraße 68, Neuwied, Stadtteil Heimbach-Weis).

Ihr Ehemann Max Elsoffer hatte die Metzgerei seines Schwieger­vaters Gustav Roos übernommen. In der Reichspogromnacht zerschlugen SA-Männer die Schaufensterscheibe des Geschäfts und warfen den Hausrat auf die Straße. Nur ein einziger Mann half Hedwig Elsoffer, die Sachen wieder ins Haus zu tragen, erstaunlicherweise ohne Folgen für ihn.

Nachdem ihr Mann Max vorübergehend verhaftet worden war, verdiente er den Lebensunterhalt für die Familie als Gemeindearbeiter; die sechsköpfige Familie bewohnte noch zwei Zimmer ihrer ehemaligen Wohnung.

Hedwig Elsoffer wurde am 30. April 1942, zusammen mit ihrer ganzen Familie – außer ihrer Tochter Edith, die in Bendorf/Sayn arbeitete – über Koblenz in das Ghetto Krasniczyn/Izbica deportiert

Ihre damals 16jährige Tocher Edith wurde am 30. April 1942 von ihrer Arbeitsstelle in der Jakobyschen Anstalt in Bendorf/Sayn mit vielen weiteren jüdischen Insassen dieser Anstalt in die Vernichtungslager deportiert.

Die genauen Todesumstände der Familie Elsoffer sind nicht bekannt. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=51:elsoffer-hedwig-2&catid=8&Itemid=119 [abgerufen am 22.03.2019]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

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Stolpersteine gegen das Vergessen
Mehr als 5500 Stolpersteine erinnern in Hamburg an die Opfer des Holocaust. Mit selbstgemachten Schablonen und Kreidefarbe gibt die Schülerin Nele Borchert ihnen nun ein Gesicht.
2 min Datum: 25.01.2019
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And one by lovesickness.

» Einer in seinem Bett
Und einer, der in die Hölle geweht wurde.
Einer auf seinem Thron
Und einer brach in seiner Zelle zusammen.
Einer durch Rauch
Und einer, der vom Feuer in die Enge getrieben wurde.
Einer durch seine Feinde.
Und einer durch sein Verlangen
Eine aus ihrer Not
Und einer durch fallendes Holz
Einer aus einem Bund
Kommt zu nichts.
Einer durch Zigaretten.
Eine nach ihrer Art
Eine von den Stimmen,
Die sie in Verlegenheit brachte.

Einer
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen

Einer durch den Kriegsgott.
Einer per Dekret
Einer durch seine Barmherzigkeit
Und einer durch seine Gier.
Einer in der Höhle des Löwen.
Einer durch einen Papst
Einer durch die Guillotine
Einer durch den Strang
Einer durch den Mob
Und neunzehn in der Scheune.
Einer aus Langeweile
Und durch Verängstigung.
Einer durch schwarze Magie
Einer ausgeschlachtet
Einer durch Spinnen
Und einer durch Fliegen

Einer
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen

Einer durch Barbiturate
Einer durch Morphium
Eine nach einer Methode,
die in einem Traum vorhergesehen wurde.
Einer in einer Pyramide
Einer am Kreuz
Einer für seine Gewinne.
Und einer für seinen Verlust.
Einer in der Nacht
Und eine von ihren eigenen Händen.
Einer nach dem anderen
Und einer von den Verdammten.
Einer durch Gift
Und einer durch Pocken.
Einer durch Wasser
Und einer von den Felsen.

Einer
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen

Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen
Einer nach dem anderen «

Finn Andrews
One By The Venom


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„Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt!“ [1]

» Sei in jeder Situation du selbst, denn die Zeit ist zu kurz für Rollenspiele. «

Gudrun Kropp

[1]: Hermann Hesse


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„This man keeps walking by himself. Why do you think that’s? This man keeps talking to himself. Why do you think that is?“

» Da ist ein Mann vor meiner Tür, der Sünden sammelt.
Und er wartet darauf, dass sich die Ruhe einstellt.
Und meine Vergangenheit hängt wie ein Schatten an der Wand.
Ist das das letzte Mal, dass ich den Kopf hinhalte?
Deshalb füge ich mich dem Schicksal.

Nachtgebet, mich mit meiner Seele unterhaltend.
Nachtgebet, bevor ich einschlafe.
Nachtgebet, spült den Schmutz weg.
Nachtgebet, nimmt den Schmerz weg.

Und die Stunde rückt näher.
Und die Uhr tickt die Zeit, abberufen zu werden.
Und die Dunkelheit als Zeugin von allem.

Wenn Versuchung wieder als Liebe verkleidet erscheint.
Sag mir, wer aufsteht, kann es von innen heraus bearbeiten.
Deshalb füge ich mich dem Schicksal.

Nachtgebet, mich mit meiner Seele unterhaltend.
Nachtgebet, bevor ich einschlafe.
Nachtgebet, spült den Schmutz weg.
Nachtgebet, nimmt den Schmerz weg.

Dieser Mann geht alleine weiter.
Was glaubst du, warum das so ist?
Dieser Mann redet ständig mit sich selbst.
Was glaubst du, warum das so ist? «

Jasper Steverlinck
Night Prayer


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