„We’re here to live, we’re here to love, we’re here to touch, feel & see.“

» Binde mich fest,
Ich werde wild.
Du kannst mich nicht zurückhalten,
Ein heimatloses Kind.

Kein Mann wurde geboren, um eingesperrt zu werden,
Kein Mensch wird geboren, um nicht frei zu sein.
Wir sind hier, um zu leben, wir sind hier, um zu lieben.
Wir sind hier zum Anfassen, Fühlen & Sehen

Wenn die Tiefen zu schwer werden,
Ich muss mir das Klettern beibringen!

Hinter dem Tuch, hinter der Farbe
Hinter Fleisch und Knochen
Hinter dem Lachen und dem Schmerz
Hinter den Augen liegt meine Seele

Wenn die Tränen zu schwer werden,
Ich muss mir das Weinen beibringen!

Oh, es muss einen Weg geben!
Ich bin ein Jäger für bessere Tage! «

Jack Savoretti
Tie Me Down

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Rosalie Tobias

» Rosalie Tobias wurde am 19. Juni 1875 als Tochter von Levy und Rica Weinberg (geb. Gumperich) im westfälischen Bork bei Unna geboren.

Rosalie Tobias 1875 - 1942

Rosalie Tobias 1875 – 1942

Sie heiratete Moritz Tobias, der die Metzgerei seines Vaters Moses Tobias in Heimbach übernahm. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar wohnte in der Weiser Straße 30, in der sich die Metzgerei befand (heute: Hauptstraße 82, Neuwied, Stadtteil Heimbach-Weis).

Nach dem Judenboykott 1933 begann der Niedergang des Geschäfts. Im September 1934 verpachtete ihr Mann Moritz die Metzgerei an Josef S., der jedoch 1937 das Geschäft wieder abmeldete und nach Mayen zog. Moritz arbeitete zuletzt als Arbeiter in der Schwemmsteinfabrik. In der Pogromnacht im November 1938 wurde die 5-Zimmer-Wohnung komplett zerstört, sämtliches Inventar auf die Straße geworfen. Moritz und Rosalie wurden mit den letzten brauchbaren Möbeln in ein Zimmer des Hauses von Jakob Moses nach Neuwied, Kirchstraße 19 eingewiesen. Hier lebten sie, bis sie vor ihrer Deportation mit anderen jüdischen Verfolgten aus Neuwied in einer Turnhalle interniert wurden.

Eine Karteikarte der Gestapo Koblenz zu Moritz Tobias dokumentiert, dass Rosalie und ihr Mann am 10.1.1939 ihre Absicht erklärten, nach Australien auszuwandern. Mit Datum vom 30.4.1942 wird festgehalten, dass sie mit unbekanntem Ziel ausgewandert seien. Ihre Staatsbürgerschaft werde ihnen aberkannt und ihr Vermögen falle dem Staat zu. Das ist eine zynische Umschreibung der Tatsache, dass Rosalie und Moritz mit unbekanntem Ziel deportiert und ermordet wurden. Bis heute ist nicht bekannt, wo sie starben. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://www.stolpersteine-neuwied.de/index.php?id=252 [abgerufen am 18.06.2018]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

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Überforderung.

Sandra und Christian waren gestandene Eltern zweier leiblicher Kinder, wollten Gutes tun und bewarben sich als Pflegeeltern beim örtlichen Jugendamt.

Die dreijährige Ayana verstand ihre Welt nicht mehr, als die Milizen ihren alles geliebten Vater und die Väter der anderen Kinder verschleppten und ihr Dorf brandschatzten.

Ihre Mutter grub ihre Ersparnisse aus, bezahlte Schlepper für eine Überfahrt nach Europa; sie umschifften in ihrem überladenen Boot die Frontex-Soldaten, blieben mit Motorschaden auf offener See liegen, wurden von der Sea-Watch gerettet und erreichten auf verschlungenen bürokratischen Pfaden Deutschland, wo ihre Mutter bald an einer verschleppten und zu spät diagnostizierten Erkrankung verstarb und Ayana kam als Pflegekind in die Familie von Sandra und Christian.

Ayana nässte die nächsten Jahre regelmäßig nachts ein, konnte nie allein bleiben, die Gewöhnungsphase an die Kindertagesstätte dauerte über ein halbes Jahr, regelmäßig bekam sie einen starren Blick und klammerte sich so oft wie möglich an Christian.

Die Kinderärztin empfahl Sandra und Christian einen auf Flüchtlingskinder spezialisierten Traumapsychologen, der Ayana mit verschiedenen therapeutischen Ansätzen stabilisierte und so Gelang auch der wichtige Übergang in die Grundschule relativ problemlos.

Kern der von der Jugendhilfe der Stadtverwaltung finanzierten Therapie war Ayanas Umgang mit „ihrem“ Pferd auf dem sie liebend gern voltigierte – es war eine Freude, sie in ihrem giftgrünen Reit-Kleidchen, das so hübsch mit ihrer farbigen Haut, ihrem strahlenden Lächeln und ihren blitzenden Augen korrespondierte, auf dem Pferd ihre Übungen machen zu sehen.

Nach zwei Jahren beendete das Jugendamt wegen fehlender Haushaltsmittel und explodierender Gesamtausgaben für die Inobhutnahme gefährdeter Kinder die Kostenübernahme dieser Therapie und Sandra und Christian konnten das Geld für den Reitverein und die Reitbeteiligung nicht selbst aufbringen; sie mussten auch das Wohl ihrer beiden anderen Kinder im Auge behalten und durften sie nicht noch mehr vernachlässigen.

Ayanas seelischer Zustand verschlechterte sich zusehends, sie klammerte sich immer intensiver an Christian und wurde allen anderen Familienmitgliedern gegenüber sehr aggressiv, handgreiflich, sobald diese sich Christian näherten oder ihn auch nur ansprachen.

Selbst der Psychologe war, angesichts Ayanas massiven Verhaltens, ratlos, murmelte etwas von einem Ödipus- bzw. Elektrakomplex.

Nach sechs Jahren gaben Sandra und Christian auf und nach dem eilends einberufenen Jugendhilfeplangespräch kam Ayana ins örtliche Kinderheim.

Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2018/06/17/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-25-18-wortspende-von-myriade/

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„When you realize you want to spend the rest of your life with somebody…“

»
Ich liebe dich dafür,
dass dir kalt ist,
wenn draußen 25 Grad sind.

Ich liebe dich dafür,
dass du anderthalb Stunden brauchst,
um ein Sandwich zu bestellen.

Ich liebe dich dafür,
dass du eine Falte über der Nase kriegst,
wenn du mich so ansiehst.

Ich liebe dich dafür,
dass ich nach einem Tag mit dir
dein Parfum immer noch
an meinen Sachen riechen kann.

Und ich liebe dich auch dafür,
dass du der letzte Mensch bist,
mit dem ich reden will,
bevor ich abends einschlafe.

Und das liegt nicht daran,
dass ich einsam bin

und das liegt auch nicht daran,
dass Silvester ist.

Ich verrate dir, warum ich
heute Abend hierher gekommen bin:

Wenn man begriffen hat,
dass man den Rest des Lebens
zusammen verbringen will,
dann will man,
dass der Rest des Lebens
so schnell wie möglich beginnt.
«

»
I love that
you get cold
when it’s 71 degrees out.

I love that
it takes you an hour and a half
to order a sandwich.

I love that
you get a little crinkle above your nose
when you’re looking at me like I’m nuts.

I love that
after I spend the day with you,
I can still smell your perfume
on my clothes.

And I love that
you are the last person
I want to talk to
before I go to sleep at night.

And it’s not because
I’m lonely,

and it’s not because
it’s New Year’s Eve.

I came here tonight
because when you realize
you want to spend
the rest of your life with somebody,
you want the rest of your life
to start as soon as possible. «

– Harry Burns (Billy Crystal) in Harry und Sally/When Harry Met Sally… | Writer: Nora Ephron | 1989

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Rise up in the morning

The Modern Jazz Quartet

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„Sollte es nicht eher um Femizide gehen?“

» […] Jeden Tag hat also ein Mann [Anm.: in Deutschland] versucht, seine Partnerin zu töten, eine überwältigende Mehrheit von ihnen hat einen deutschen Pass und ist weiß.
… | …
149 Frauen sind laut der Kriminalstatistik des BKA 2016 [1] allein von ihrem männlichen Partner umgebracht worden, 208 haben überlebt.
… | …
Dies sind nur die erfassten Fälle von häuslicher Gewalt, die – wenn sie denn überhaupt öffentlich werden – als „Beziehungsdrama“ [2] in den Randspalten landen.
… | …
Viele Männer haben Frauen vergewaltigt und/oder getötet, mit denen sie nicht zusammen waren, hier wird die Dunkelziffer noch unübersichtlicher.
… | …
Femizide [3] werden übrigens Morde genannt, bei denen Männer Frauen töten, weil sie Frauen sind.
… | …
Wäre es nicht dringlicher, über sexuelle Gewalt und Femizide zu sprechen, statt den Fall Susanna F. zu einer Geschichte über Zuwanderung zu machen?
… | …
Es ist […] auffällig, dass Femizide und Vergewaltigung in der deutschen Öffentlichkeit kaum thematisiert werden, wenn der Täter weiß ist.
… | …
Und Femizide werden in diesem Land leider sehr häufig verübt – nicht nur in Freiburg, Kandel und Wiesbaden. Durch den Fokus auf Einzelfälle, in denen die Täter Zuwanderer sind, entsteht in der öffentlichen Wahrnehmung ein gefährliches Muster, das nicht nur rassistisch ist, sondern auch zutiefst sexistisch – weil es die Dimension von Frauenmorden in Deutschland verharmlost.
… | …
Wieder einmal wird das pauschalisierende Bild des kriminellen, vergewaltigenden, mordenden Geflüchteten reproduziert. Übrigens keine neue Strategie von rassistischen Systemen; das Stereotyp des nicht-weißen Sexualstraftäters hat eine lange traurige Geschichte, etwa in den USA. […] «

Fatma Aydemir | taz | 10.06.2018 | Der Einzelfall Ali B. | https://www.taz.de/!5509191/

[1]: https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2016.html

[2]: https://www.taz.de/Frauenmorde-in-Deutschland-und-Tuerkei/!5487608/

[3]: https://netzfrauen.org/2015/02/14/one-billion-rising-wir-sind-hier-wir-sind-laut-leben-ohne-gewalt/

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.

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„Oh, you’ll never see my shade or hear the sound of my feet.“

» Es ist Nacht. Und der Mond scheint über der Bourbon Street.
Menschen, Gesichter im Lichtkegel der Straßenlaternen,
der Mond.

Ich bete jeden Tag drum, dass ich stark bleibe,
weil ich weiß, dass ich das nicht tun darf, dass das falsch ist.

Und das geht schon seit Jahren weiter und weiter und weiter,
seit Jahren bin ich gefangen in diesem Leben, ich bin unschuldig,
ICH KANN NICHTS DAFÜR!!!
Ich geh doch eh schon nur noch nachts raus.

Hab einen Hut auf, dass keiner meine Augen sieht,
die Augen der Bestie im Gesicht eines Sünders mit den Händen eines Priesters.

Und sie geht Tag für Tag durch diese Straßen,
jung, unschuldig, aus reicher Familie.
Ich bin schon so oft, so viel zu oft Nacht für Nacht vor ihrem Fenster gestanden,
hab mit mir gekämpft, mit meinen Instinkten gekämpft.

Gott, was ist aus mir geworden, wie konnte das aus mir werden,
wo ich doch zu Gott bete.

Ich muss lieben, was ich vernichte und vernichten, was ich liebe.
Aber ihr werdet mich nicht sehen kommen.
Und ihr werdet meine Schritte nicht hören.
Nicht solange ein Mond scheint über Bourbon Street. «
[SWR3 Lyrix]

Sting
Moon Over Bourbon Street

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