„könnte die Stuttgarter Unterwelt alsbald zum Schweizer Käse werden“

» […] Als wäre beim Bahnprojekt S21 nicht schon genug vermasselt worden, planen die Verantwortlichen eine unterirdische Zugabe auf 47 Kilometer Länge. Vier Tunnel sollen reparieren, was nicht zu reparieren ist. Gerechtfertigt wird das Vorhaben mit den Erfordernissen des Deutschlandtaktes, dessen Umsetzung eine notorisch verfehlte Verkehrspolitik verunmöglicht und deren wohl schlimmster Auswuchs der kommende Stuttgarter Tiefbahnhof ist. Ein Gutachter hat errechnet, was der Spaß kosten könnte: 5,5 Milliarden Euro – mindestens.
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S21 mit seinen offiziell bezifferten 8,2 Milliarden Euro an Ausgaben liegt aktuell rund eine Milliarde über denen für den Berlin-Airport. Das aber ist nur eine Momentaufnahme.
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Der Bundesrechnungshof (BRH) hält den aktuellen Ausgabenansatz ohnehin für unterschätzt. Bereits 2016 hatte die Behörde vor einem Kostenauftrieb auf über zehn Milliarden Euro gewarnt. Damals lag die amtliche Hausnummer noch bei 6,5 Milliarden Euro, heute kalkulieren die Verantwortlichen schon mit knapp über acht Milliarden Euro, die Projektgegner vom Aktionsbündnis gegen S21 mit über elf Milliarden Euro. Zur Erinnerung: Mitte der 1990er-Jahre waren die Kosten noch auf 2,5 Milliarden Euro taxiert worden, zum Baubeginn 2010 stand die Zahl 4,1 Milliarden im Raum.

Der Faktor Zeit ist ein verlässlicher Kostentreiber. Der Abschluss der Arbeiten ist, Stand jetzt, auf frühestens 2025 terminiert. […] Revidiert werden müssen fast im Jahrestakt ebenso die Planzahlen – zumal so vieles nicht nach Plan läuft. Vor allem der Stuttgarter Untergrund und der des Umlandes mit seinem hohen Anteil an Anhydritgestein bereitet immer wieder neue Sorgen. Bei Wasserkontakt quillt es stark auf, wodurch beim Bau der elf weitgehend unterirdischen Strecken viel Energie und Geld für die Abdichtungen draufgeht. Es gibt Experten, die sogar daran zweifeln, dass die Tunnelröhren sich dauerhaft trockenhalten lassen.
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Ein aktuelles Gutachten des Münchner Verkehrsberaters Karlheinz Rößler im Auftrag des Aktionsbündnisses führt insgesamt vier weitere Tunnelbauten mit einer Gesamtlänge von 47 Kilometern auf, die als sogenannte Ergänzungsprojekte von Stuttgart 21 auf den Weg gebracht werden sollen. […] Baden-Württembergs grüner Verkehrsminister Winfried Hermann[:] noch mehr zu klotzen und zwar in Gestalt eines viergleisigen Satellitenbahnhofs nahe des im Bau befindlichen Tiefbahnhofs, um dessen Mangelkapazitäten zu kompensieren.
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Während der bisherige, zum Abriss freigegebene Kopfbahnhof 16 Gleise umfasst, wird sein Nachfolger nur noch über acht Gleise angefahren und über keinerlei Reserven verfügen. Wenn nun die Verantwortlichen über eine „Ergänzung“ nachdenken, ist das nicht weniger als ein Eingeständnis des Versagens. […] Es gehe „nicht um einen Zusatznutzen, sondern um Reparaturversuche an einem planerisch gescheiterten Projekt“.
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Das Projekt war und ist für sich und im größeren verkehrspolitischen Gesamtrahmen eine kapitale Fehlinvestition, was mit ein paar Extratunneln nicht besser wird.
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Nach dem Deutschlandtakt soll etwa die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Mannheim mit dem ICE künftig höchstens 30 Minuten betragen. Weil das auf Basis der S21-Planungen aber nicht hinhaut und sieben Minuten länger dauern würde, will Scheuer unter anderem mit einem zehn Kilometer langen Tunnel im Norden Stuttgarts nachhelfen. Da er auch sieben Minuten auf dem Weg nach Zürich herausschlagen will, soll auch der Süden der Stadt kräftig unterhöhlt werden, diesmal sogar auf zwölf Kilometern Länge.
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Dazu kommen noch besagter Zusatzkopfbahnhof samt Zufahrt – beides natürlich unter Tage – sowie die sogenannte P-Option, ein Verbindungsstück für die nördlichen Zulaufstrecken. […] Die beiden dafür vorgesehenen Röhren von insgesamt 1,6 Kilometern Länge würden „als zwingende Voraussetzung gesehen, um den Nordzulauftunnel überhaupt bauen zu können“ […] „Durch diese Anbindung (…) an die Nah- und Ferngleise aus Richtung Feuerbach werden die Rahmenbedingungen für eine bauzeitliche Außerbetriebnahme des Tunnels Feuerbach geschaffen. Nur so können dann die Anschlussbauwerke im Tunnel Feuerbach für den neuen Nordzulauf hergestellt werden.“ Übersetzt heißt das so viel wie: Flickwerk.

Im Falle der Umsetzung würde sich das „Stuttgart-21-Tunnellabyrinth auf weltrekordverdächtige 105 Kilometer“ erweitern […] Weil die Abschnitte jeweils zweigleisig ausgebaut werden sollen und die EU in solchen Fällen zwei getrennte Tunnelröhren vorschreibt, könnte die Stuttgarter Unterwelt alsbald zum Schweizer Käse werden.
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Nach seiner „Grobabschätzung“ […] rechnet er mit mindestens 5,5 Milliarden Euro, die die „Ergänzungsprojekte“ bis zur prognostizierten Fertigstellung im Jahr 2043 kosten würden. Bei ungünstiger Entwicklung könnte man am Ende auch bei „über zehn Milliarden Euro“ landen. Damit sei „eine Verdopplung der Baukosten gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben durch die Ergänzungsprojekte nicht auszuschließen“. Das ginge dann wohl in Richtung 20 Milliarden Euro.
[…] «

Ralf Wurzbacher  ::  NachDenkSeiten  ::  26.02.2021  ::  Doppelter Rohrkrepierer. Stuttgart 21 soll mit noch mehr Tunneln noch viel teurer werden.  ::  https://www.nachdenkseiten.de/?p=70196


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Wenn das Schicksal es gut mit mir meint, dann, in diesem einen, kurzen Moment, dann bin ich frei!

https://youtu.be/LzfUJd2yur8

Whitney Houston: One moment in time | Single | 07.08.1988

https://open.spotify.com/track/0wnRRFzKLDdI5jjvDP3lZV?si=c95cdf86e7af4714

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Der Impfweltmeister im Lockdown | Deutschlandfunk

Ivo Marusczyk | Deutschlandfunk Nova Grünstreifen | 09.04.2021 | Chile – Corona-Zahlen steigen trotz hoher Impfquote | https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/04/09/deutschlandfunknova_chile_corona_zahlen_20210409_44fbe878.mp3

Autorin: Sophia Boddenberg; Interviewpartnerin: Simone Reperger | Deutschlanfunk Kultur Weltzeit | 06.04.2021 | Enttäuschung in Chile: Der Impfweltmeister im Lockdown | https://www.deutschlandfunkkultur.de/enttaeuschung-in-chile-der-impfweltmeister-im-lockdown.979.de.html?dram:article_id=495272

» Der Impfweltmeister im Lockdown | In Chile sind bereits 36 Prozent der Bevölkerung geimpft. Dennoch steigen die Infektionen rasant. Das Land ist im Lockdown. | „Die aktuelle Situation ist dramatisch. Alle 15 Minuten stirbt ein Mensch in Chile an Covid 19. Damit weist Chile die höchste Covid-Sterblichkeit auf dem lateinamerikanischen Kontinent auf. Im März 2021 starben mehr Menschen an Covid als im gesamten Jahr 2020. Täglich 7000 Neuinfektionen bei 18 Millionen Einwohner, das ist eine sehr hohe Zahl. Zumal die Dunkelziffer wohl noch höher liegt.“ «


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„Der Mensch lasse nur noch das zu, was seine Sicht bestätige, „damit er keine weitere innere Unstimmigkeit erleben muss“.“

Liane von Billerbeck, Dipl.-Psychologin Christine Geschke :: Deutschlandfunk Kultur Interview :: 03.08.2020 :: Anti-Corona-Demonstrationen: Warum manche Menschen Fakten anzweifeln

» […] Die Demonstrationen sind aus Sicht der Psychologin auch ein Mittel, um Einsamkeitsgefühle zu überwinden.
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Indem sie Fakten ignorieren, versuchen Menschen ihre inneres Ungleichgewicht wieder in Balance zu bringen, erklärt Psychologin Christine Geschke.
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kognitive Dissonanz […] „Das ist ein Phänomen, das beschreibt, dass bei einem bestimmten Thema […] unterschiedliche Wahrnehmungen innerlich nicht zusammen passen. Und damit entsteht ein ungutes Gefühl.“

Das Individuum sei so angelegt, dass es alles tue, „um dieses innere Dilemma, diesen Spannungszustand baldmöglichst wieder loszuwerden“.
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„dass man die eine Seite, der man sich näher verbunden fühlt, derart überhöht, dass sie eine solche Bedeutung gewinnt, dass man die andere Seite trivialisiert.“

Zu diesem Mechanismus gehöre auch, „dass Fakten diskriminiert werden“. Der Mensch lasse nur noch das zu, was seine Sicht bestätige, „damit er keine weitere innere Unstimmigkeit erleben muss“.
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Demonstrationen sind aus Sicht der Psychologin auch ein Mittel, um Einsamkeitsgefühle zu überwinden. „Es entsteht natürlich eine gefühlte Isolation durch die Maskenpflicht, durch die Abstandsregeln, durch drohenden Lockdown. Das heißt, es gibt kein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl mehr.“
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„Man möchte nicht mehr das Gefühl haben, einsam und isoliert zu sein und insofern bricht man womöglich mit allen Regeln der Vernunft.“
[…] «

Liane von Billerbeck, Dipl.-Psychologin Christine Geschke  ::  Deutschlandfunk Kultur Interview  ::  03.08.2020  ::  Anti-Corona-Demonstrationen: Warum manche Menschen Fakten anzweifeln  ::  https://www.deutschlandfunkkultur.de/anti-corona-demonstrationen-warum-manche-menschen-fakten.1008.de.html?dram:article_id=481664


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Hoffnung | Espoir | Toivoa | Esperanza | לְקַווֹת | Надеяться | يأمل

https://youtu.be/vYkduZCHRP8

Apocalyptica: Hope | Album: Cult | 02.10.2000

https://open.spotify.com/track/5Rcoo3m7OFqXJLmJw1IwxU?si=69d34c2d156140f6

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„wenn diejenigen, die uns in die Situation von heute gebracht haben, auch die Zukunft gestalten sollen, ist mehr als Vorsicht angebracht.“

» […] Sieht man sich das Video des World Economic Forums [https://youtu.be/8rAiTDQ-NVY] vom Sommer 2020 an, ahnt man aber bereits, wie die Botschaft lautet: Wir alle brauchen einen Neustart.
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dass das, was als Great Reset angepriesen wird, im Wesentlichen verschleiert, was bereits seit Jahrzehnten stattfindet: ein großer (schrittweiser) Umbruch. […] Veränderungen in einem solchen Ausmaß […] brauchen […] Zeit und Akteure, um sich zu entwickeln. Akteure, die viel Macht und Geld haben, Akteure, die über die nötigen Kontakte der Einflussnahme verfügen.

Mit der Weiterentwicklung des Kapitalismus hin zum Neoliberalismus begann dieser Umbruch schon früh. […] Hierzulande war es Gerhard Schröder, der mit der Agenda 2010 ein neues, neoliberales Zeitalter einläutete. Mit ihr begann nicht nur der Abstieg der SPD, sondern […] der Tiefflug weiter Teile der arbeitenden Bevölkerung.
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Der Erfolgsweg des Neoliberalismus ist nicht zu leugnen, zumindest, wenn man seine Dominanz als Erfolg betrachten will. […] Die professionellen Bilder des Videos, die die Botschaft vermitteln, es müsse dringend etwas Grundlegendes passieren, verschleiern, dass es Schwab und seine Komplizen waren und sind, die dafür sorgen, dass sich die Zivilisation in einem so desaströsen Zustand befindet.
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Wenn ich wochenlang jede Nacht in den Garten meines Nachbarn gehe, sämtliche Blumen herausreiße und auf den Beeten wie ein Verrückter herumtrete, mache ich mich lächerlich, wenn ich eines Tages mit einer Topfpflanze vor seiner Tür stehe, sie ihm schenke und sage: Wir müssen unser Verhalten ändern.
Doch genau das wollen uns Schwab und seine Mittäter verkaufen.
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Der Staat spielt in diesem Spiel allerdings eine zunehmend geringere Rolle. Dank der Privatisierungen im Zuge des Neoliberalismus hat sich der Staat weitgehend aus der Verantwortung gestohlen. Und so verwundert es kaum, wenn Politiker in unregelmäßigen Abständen die Wohnungsnot beklagen, über steigende Energie- und Mietpreise lamentieren, knappe Renten bedauern, Armut anprangern, niedrige Löhne kritisieren oder warnend den Zeigefinger heben, weil die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um Altersarmut zu verhindern (freilich immer mit dem Hinweis, man müsse privat vorsorgen).
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Doch sie selbst sind natürlich der Ausgangspunkt dieses Dramas. Sie zeichnen dafür verantwortlich, dass all diese Privatisierungen stattgefunden haben, sie haben das Tafelsilber verkauft und dafür einen Appel und ein halbes Ei erhalten.
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kosten die Lockdowns inzwischen Summen, die man sich schon gar nicht mehr vorstellen kann.
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die Online-Riesen wachsen in den Himmel und die Global-Player anderer Wirtschaftsbereiche verzeichnen nicht etwa Verluste, sondern mächtige Umsatz- und Gewinnsteigerungen.
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Alles in allem zeichnet sich ab, dass die großen Unternehmen kaum unter der Krise leiden, viele sogar bestens daran verdienen. […] Jeder Einzelhändler, der stirbt, ist eine Fitness-Pille für Amazon & Co.
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Wie schon Paul Schreyer in einem Interview mit den neulandrebellen sagte, plante Jens Spahn mit militärischer Genauigkeit bereits 2019 eine Neugestaltung des (digitalen) Gesundheitssystems.

Und auch andere Quellen wiesen schon früh darauf hin, dass das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ im Wesentlichen eine Verbesserung für Investmentfonds und ähnliche Unterfangen sind, die damit üppig abkassieren wollen.

Für die Versicherten halten sich die sogenannten Verbesserungen in engen Grenzen. Grenzenlos dagegen sind die Möglichkeiten, mit personenbezogenen Krankheitsdaten in eine völlig neue Welt der Durchleuchtung von Menschen einzusteigen.
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Man kann (nein, man muss!) jedoch davon ausgehen, dass das Wohl der Menschen bzw. Patienten bei den Überlegungen keine große Rolle spielt. Vielmehr sollen Daten fast aller Menschen für geschäftliche Zwecke weitergegeben werden können.

Diese Entwicklung ist nichts anderes als ein neuer Markt für private Unternehmen, vergleichbar mit dem Ausverkauf der gesetzlichen Rente, die Millionen von Menschen inzwischen in die Altersarmut treibt, sehenden Auges durch die Politik, wohlgemerkt.
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Imagevideo des Weltwirtschaftsforums [:] […] es ist […] gar nicht schwer, die Unglaubwürdigkeit der Ideengeber zu entlarven. Sie haben uns die Suppe eingebrockt, und sie sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, ihren Einflussbereich zu erweitern und Gewinnsteigerungen zu maximieren. Das hat nichts mit einer hehren Menschlichkeit zu tun, sondern mit der skrupellosen Gier, die die Ideengeber treibt.
… | …
die Neugestaltung des kapitalistischen und neoliberalen Systems ist ja bereits seit Jahrzehnten in Gange. […] zahllos viele Menschen [leiden] unter dieser sich stetig weiterentwickelnden Neugestaltung […] und erkennen, dass sie für sie nichts Gutes bedeutet
… | …
wenn diejenigen, die uns in die Situation von heute gebracht haben, auch die Zukunft gestalten sollen, ist mehr als Vorsicht angebracht.
[…] «

Tom Wellbrock  ::  #neulandrebellen  ::  16.03.2021  ::  Gesellschaft: Ich beginne, an den Great Reset zu glauben  ::  https://www.neulandrebellen.de/2021/03/ich-beginne-an-den-great-reset-zu-glauben/


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„Naja, man kann immer noch so tun, als wäre man sich sicher, als würde man sich selber glauben, was man den Anderen erzählt.“

https://youtu.be/mAOIMmKlTCw

All diese Zweifel, all diese Zweifel
Ich bin so schrecklich schrecklicch verwirrt
All diese Zweifel, all diese Zweifel
Ich bin so schrecklich schrecklicch verwirrt
Ich kann nichts entscheiden
Ich kann nichts entscheiden
Ich hab immer das Gefühl ich hab mich geirrt
Ich kann nichts entscheiden
Ich kann nichts entscheiden
Ich hab immer das Gefühl ich hab mich geirrt

https://open.spotify.com/track/1LbGwv6NJL776ydOuHJbGE?si=d611b7f56e044cc1

Die Sterne: Aber andererseits: | Album: Räuber und Gedärm | 17.03.2006


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Am Rand des Dunkels.

Ein moderner [Mensch] denkt nicht nihilistisch; er bringt Ordnung in seine Gedanken und schafft sich eine Grundlage für seine Existenz. Diese Grundlage beruht für viele der Heutigen auf Resignation, aber Resignation ist kein Nihilismus; Resignation führt ihre Perspektiven bis an den Rand des Dunkels, aber sie bewahrt Haltung auch vor diesem Dunkel.

– Gottfried Benn, *2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin, war ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist. Quelle: Gottfried Benn: Sämtliche Werke. Band VII/1, Klett-Cotta, 2003

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vulnerable | abc.etüden

Sonnenhut - haltlos - massieren | abc.etüden
Sonnenhut – haltlos – massieren | abc.etüden

Sie gehörte zur sogenannten vulnerablen Gruppe.
Lebenslanges Asthma, Bluthochdruck, Übergewicht, multiple Allergien, Symptome einer Autoimmunerkrankung.
Der Körper gezeichnet von zu hohen Dosen Cortison in der Kindheit.
Austherapiert sagte die Schulmedizin.


Als Corona kam, schloss sie sich ein; freiwilliger Lockdown.
Gegenwärtig waren nur noch ihre Kinder; anfangs durften sie wegen ihr, aus Rücksicht auf vorerkrankte Gruppen, zuhause, der Schule fern bleiben – bald schon wurde dieser Absatz der Corona-Verordnung gestrichen.
Sie trug die besten Masken, hatte die wirksamsten Hand- und Flächen-Desinfektionsmittel und hielt beim vierzehntägigen Einkauf gehörigen Abstand.
Sie stärkte ihr desolates Immunsystem mit Extrakten aus Sonnenhut, Echinacea in flüssiger und fester Form.


Es nützte alles nichts, der Virus war heimtückisch, unberechenbar. –


Sie ließen ihn zu ihr – als Privatpatientin hatte sie ein Einzelzimmer, die Intensivbetten waren belegt -, das Beatmungsgerät rauschte blasebalgartig, der Herzmonitor piepte leise und regelmäßig; innerlich haltlos hielt er ihre Hand und massierte zärtlich ihren Handrücken solange, bis das monotone Rauschen vom hohen Signal der Nulllinie übertönt wurde.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.



Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/04/04/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-14-15-21-wortspende-von-ludwig-zeidler-und-irgendwas-ist-immer/  |  Christiane  |  abc.etüden



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Das Wort fällt um, was bleibt ist stumm. Was bleibt, tanzt lachend um mich herum.

https://youtu.be/YoRwPF0P5io

Voltaire: Ich verliers | Album: Das letzte bisschen Etikette | 27.03.2009

https://open.spotify.com/track/7FXGjcPt04Xvlo5oRk3lmq?si=e2caba23aa914f25

Ich verlier’s
Das letzte bisschen Etikette
Brennt an dieser Zigar…
Gleich ist sie aus und dann
Lacht mich die Hölle aus und dann… Kann nicht mehr schlafen
Komm
Sanftes Leuchten kitzelt mich
Am ganzen Körper und dann
Hältst du mich geifernd und lachend
In deinen warmen Armen gefangen

Ich verlier’s

Kann nicht mehr gerade stehen
Einen Satz so formulieren
Das Wort fällt um was bleibt ist stumm
Was bleibt tanzt lachend um mich rum


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Die Eingrenzung der Klimakatastrophe beginnt im eigenen Garten.

» […] Viele reden von Klima- und Umweltschutz – doch die meisten heimischen Gärten wie öffentlichen Parks zeigen, wie sehr sich die Menschen von der Natur entfremdet haben
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ein Blick in beliebige Wohnsiedlungen dieser Republik zeigt, wie es um dieses Naturbewusstsein steht, sobald jemand frei herrschen darf.
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CO2-Reduktion, Artenerhalt, Naturbewahrung – es geht stets darum, den immensen, wirkmächtigen, zu seiner Biomasse weit überproportionalen Eingriff des Menschen in Natursysteme deutlich zu verringern. […] das Tempo [steigt], in dem dieser Planet – auch für uns selbst existenziell – verändert wird.
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man wird kaum einen Quadratmeter erspähen, der nicht dem Menschen untertan gemacht wurde. Überall sind Neubaugebiete entstanden, nicht weil die Bevölkerung gewachsen ist, sondern weil der Traum vom Eigenheim und damit ein Arbeitsleben für die Bank zum kapitalistischen Ethos gehört.
Überall entstehen Gewerbeflächen – hässliche Flachbauten, asphaltiertes Außengelände, eigene Zufahrten mit Beleuchtung […] jedes verkaufte Fleckchen Erde bringt jemandem Geld, und jede noch so dämliche Unternehmung lässt Kommunen auf Gewerbesteuer hoffen.
… | …
Die Wiesen und Felder sind eintönig, auch ohne Kenntnisse der Botanik als Monokulturen zu erkennen, denen die Artenvielfalt mechanisch und chemisch ausgetrieben wurde.

Dazwischen immer wieder Bautätigkeit für neue Straßen, Brücken, Kanäle, für neue Kabel und Pipelines und weiß der Kuckuck was alles. Wo gerade kein Bagger baggert, stehen wenigstens schon Markierungen für die Zukunft.
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Schon vor Jahrzehnten gab es eine kleine Bewegung für Naturgärten, für den biologischen Anbau von Obst und Gemüse sowie „wilde Ecken“ für eine bunte Fauna. […] Es dominiert allüberall der Wettstreit um das sterilste Terrain mit der Pflichtdisziplin „Englischer Rasen“: kein Gänseblümchen darf sich breitmachen in diesen Bonsai-Getreidefeldern. Wer sich nicht freiwillig der Gartenzwergarmee anschließt, wird von den Nachbarn eingereiht.
… | …
Wo und von was sollten denn Insekten leben, die Pflanzensamen verbreiten (Zoochorie) und Vögeln wie Kleinsäugern als Nahrung dienen? […] Selbst im ein oder anderen Sterilgarten steht ein asiatischer Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii). Schmetterlinge sind allerdings die längste Zeit ihres Lebens Raupen, und als diese werden sie tatkräftig bekämpft, am effektivsten, indem Falter in unseren durchgekärcherten Gärten einfach keine geeigneten Futterpflanzen mehr finden, an denen sie ihre Eier ablegen könnten.
… | …
Beispiel Eckernförde: Wiesen dürfen wachsen, Rabatten werden mit ausdauernden, einheimischen Pflanzen besetzt, pflegeintensive Rosenbeete wurden durch „Blüten-Dünen mit Seegras-Unterlage“ ersetzt – passend zum nahen Ostseestrand.
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„Ohne begleitende Öffentlichkeitsarbeit hat Renaturierung wenig Erfolg“
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Kurz gehaltener Rasen ist nur dort sinnvoll, wo er stark vom Menschen strapaziert werden soll, etwa als explizite und viel genutzte Liegewiese. […] Ansonsten aber bilden sich Pflanzengesellschaften heraus, die mit den Gegebenheiten zurechtkommen – und weisen in jedem Fall mehr Biodiversität auf als der Englische Rasen.

Selbst der nur zeitweise Verzicht auf den Schnitt erhöht schon den ökologischen Wert. Es ist mehr als unsinnig, etwa die Grünflächen von Schulen während der Sommerferien zu mähen, anstatt hier mindestens zwei Monate zu pausieren.
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Ein anderer nicht zu unterschätzender Beitrag für die Lebensräume Garten und Park ist der Verzicht aufs herbstliche Laubrechen, Wege ausgenommen.
… | …
Die Autorin zahlreicher Ratgeber für Naturgärten wirbt im Gespräch mit Telepolis auch dafür, Totholz liegen zu lassen.
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Derzeit werden jeden Tag 62 Hektar Land neu bebaut – ein Ende des Flächenfraßes ist weder in Sicht noch theoretisch geplant.
… | …
Wiesen waren […] nie geschützte, unberührte Flächen, sondern sie wurden extensiv genutzt – bis der Mensch Techniken zur Intensivnutzung entwickelte und damit eine kolossale Verarmung herbeiführte.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen einen signifikant höheren Artenreichtum auf zweischürigen Wiesen gegenüber ständig kurz gemähten. Auf einer naturnahen Wiese kommen etwa 50 Pflanzenarten auf 25 qm vor, auf intensiv genutzten sind es meist 70% weniger. Für viele Insekten konnte eine direkte Korrelation in der Vielfalt der Pflanzenarten zu den Tierarten nachgewiesen werden.

Lässt man einen bisher steril kurz gehaltenen Rasen wieder in die Höhe wachsen, kommen nach und nach über die Samenverbreitung von Wind und Tieren weitere Pflanzenarten hinzu. Eine naturnahe Wiese wird nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht, und zwar am besten stückweise, so dass Flächen verschiedener Wachstumsstufen beieinander liegen („Mosaikmahd“). Dadurch kommen möglichst viele Pflanzenarten bis zur Samenreife, und der Wechsel von hohen und niedrigen Gräsern und Kräutern bietet einen optimal strukturierten Lebensraum selbst im kleinsten Garten.
… | …
sportive Menschen [nehmen] die Herausforderung einer Sense an. Sie verlangt einige Übung, doch dann ist Sensen ein geradezu meditativer Vorgang. Praktiker wie Ulrike Aufderheide raten bei kleinen Flächen zur Sichel, mit der die Pflanzen eher wie mit einem Buschmesser abgehackt werden, was statt Übung nur etwas Kraft erfordert.

Der Wiesenschnitt sollte zunächst auf der Wiese bleiben und zum Trocknen mehrmals gewendet werden, damit die Samen abfallen. Über das fertige Bio-Heu freuen sich Meerschweinchen, Hasen, Hühner, Schweine oder was man sonst in der Nachbarschaft hat. Wenn es keine Abnehmer gibt, bildet es, am besten zusammen mit Ästen, in einer Gartenecke ein eigenes Mini-Biotop (wohingegen das klassische Schnittgut vom Englischen Rasen nutzlose und unschöne Schimmelhaufen ergibt).
[…] «

Timo Rieg  ::  Telepolis  ::  14.06.2019  ::  Kurzgeschorene Rasen müssen peinlich werden  ::  https://www.heise.de/tp/features/Kurzgeschorene-Rasen-muessen-peinlich-werden-4443351.html?seite=all


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Kommt beschwingt in die Nacht:

https://youtu.be/9h5DycI4Lbc

» Es ist Nacht. Und der Mond scheint über der Bourbon Street.
Menschen, Gesichter im Lichtkegel der Straßenlaternen,
der Mond.

Ich bete jeden Tag drum, dass ich stark bleibe,
weil ich weiß, dass ich das nicht tun darf, dass das falsch ist.

Und das geht schon seit Jahren weiter und weiter und weiter,
seit Jahren bin ich gefangen in diesem Leben, ich bin unschuldig,
ICH KANN NICHTS DAFÜR!!!
Ich geh doch eh schon nur noch nachts raus.

Hab einen Hut auf, dass keiner meine Augen sieht,
die Augen der Bestie im Gesicht eines Sünders mit den Händen eines Priesters.

Und sie geht Tag für Tag durch diese Straßen,
jung, unschuldig, aus reicher Familie.
Ich bin schon so oft, so viel zu oft Nacht für Nacht vor ihrem Fenster gestanden,
hab mit mir gekämpft, mit meinen Instinkten gekämpft.

Gott, was ist aus mir geworden, wie konnte das aus mir werden,
wo ich doch zu Gott bete.

Ich muss lieben, was ich vernichte und vernichten, was ich liebe.
Aber ihr werdet mich nicht sehen kommen.
Und ihr werdet meine Schritte nicht hören.
Nicht solange ein Mond scheint über Bourbon Street. «
[SWR3 Lyrix]

https://open.spotify.com/track/0Kh7i5tu9EnucdhoCQtQwL?si=64c29a09891347d0

Sting, Chris Botti: Moon over Bourbon Street | Album: The dream of the blue turtles | 01.06.1985


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mutlos | Der Dienstag dichtet

Schweigen
ist
keine
Ignoranz,
ist
keine
Ablehnung.
Im
Gegenteil.
Zu
viele
Wörter
stecken
fest.


Mein Beitrag zu Katharinas „Der Dienstag dichtet„:

https://kathakritzelt.com/2021/04/06/zusammen-der-dienstag-dichtet/Katharina  |  Dienstag ist Gedichtetag, was mich gerade bewegt


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