Elitejournalisten

„Ein Wissenschaftler der Universität Leipzig wirft deutschen Spitzenjournalisten die Übernahme von Techniken und Begriffen der Kriegspropaganda vor. Laut Uwe Krüger vom Institut für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung der sächsischen Hochschule spielt „Frieden als Wert an sich“ in führenden deutschen Printmedien „keine Rolle“. Vielmehr erachteten die dort beschäftigten Redakteure und Ressortchefs den „Einsatz und Verlust von Menschenleben“ als „hinnehmbar und sogar geboten“. Insgesamt herrsche eine „starke Identifikation mit dem Westen“ und seinen militärpolitischen Organisationen vor, die dazu führe, dass Gegner als „Barbaren“ erschienen, denen mit „kalter Entschlossenheit“ begegnet werden müsse. Entsprechende Überzeugungen sollen Krüger zufolge durch „gebetsmühlenartige“ Wiederholungen und die Anwendung „argumentativer Tricks“ in der Bevölkerung verankert werden. Hintergrund ist nach Auffassung des Wissenschaftlers die „Einbettung“ der Autoren in Netzwerke des „transatlantischen Elitenmilieus“. | Untersucht wird die Berichterstattung führender deutscher Zeitungen über die Themen „Sicherheit, Verteidigung und Auslandseinsätze der Bundeswehr“. Dabei lässt sich der Wissenschaftler nach eigenem Bekunden von der Annahme leiten, „dass eine konsensuell geeinte Elite in wichtigen Fragen (Krieg und Frieden, makroökonomische Ordnung) gegen die Interessen eines Großteils der Bevölkerung regieren kann und dass journalistische Eliten zu stark in das Elitenmilieu eingebunden sein könnten, um noch als Anwälte des öffentlichen Interesses kritisch-kontrollierend zu wirken“. Diese Hypothese wird vollauf bestätigt: Wie Krüger nachweist, entspricht das von deutschen Spitzenjournalisten entworfene „Bild von Bedrohungen und Konflikten“ nahezu exakt demjenigen offizieller militärpolitischer Doktrinen; vermittelt wird es unter Zuhilfenahme von „Propagandatechniken“.“

16.09.2013 | von german-foreign-policy

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Über Red Skies Over Paradise

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