Ein Tag mit Glücksmomenten: sich zeitweise in die Haut eines wilden Tieres träumend, spontan sich etwas gönnen können, dabei Gänsehautmusik genießen und parallel die Worte der Lieblings-Blogs wirken zu lassen, wissend, dass der Kühlschrank, der noch nie verpönte Speisen beherbergte, mit den Lieblingsspeisen gefüllt ist, in der Vorfreude auf das Weiterlesen der Interview-Sammlung Gero von Boehms, sich neue gute Taten ausdenkend, den Geist der Aufrechten und Standhaften einatmend, und den Tag erwartend, an dem genügend Zeit übrig bleibt, eigene Gedanken schriftlich zu formulieren.

  1. Wofür lohnt es sich, jeden Tag aufzustehen?
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    Für all die kleinen und, seltener, großen Glücksmomente, die mir das Leben beschert oder die ich mir verschaffe, „lohnt“ es sich, jeden Tag aufzustehen. Aber auch für all die kleinen und, seltener, großen Leiden, dir mir das Leben beschert oder die ich mir heranhole (ein unermesslicher Erfahrungsschatz).
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  2. Wenn du für ein, zwei Tage ein Tier sein könntest, was für eines wärst du gern?
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    Als im Sternzeichen des Krebses, an der Grenze zum Löwen Geborener und eine Mischung, der den beiden Sternzeichen zugeschriebenen Attributen, Seiender, wäre ich gerne für ein, zwei Tage ein Löwe. Einmal erleben, wie es ist, wenn der Krebs keinen Einfluss hat. Nach den zwei Tagen wüsste ich, warum die Mischung besser ist. (-:
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  3. Hast du einen Traum, den du dir noch unbedingt erfüllen willst? Wenn ja, welchen?
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    Nein. Keinen Traum. Sehnsucht oder Sehnsüchte vielleicht. Zu verwirklichende Träume liegen mir zu weit in der Zukunft. Ich lebe lieber im Heute und greife schnell, spontan zu, wenn sich eine Gelegenheit zu einem Etwas bietet.
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  4. Wovon besitzt du am meisten? Bücher, Musik oder Filme?
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    Musik. Kein Buch, kein Film, kann mir die Gänsehaut erzeugen, wie sie die Musik erzeugen kann.
    Dabei kommt aber das geschriebene und gesprochene Wort und das Lichtspiel nicht zu kurz.
    Ein Leben ohne Musik ist möglich, aber sinnlos.
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  5. Hat sich durch deinen Blog etwas in deinem Leben verändert?
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    Das Lesen von Blogs, elektronischen Publikationen hat das Lesen von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen zurück- und vereinzelt verdrängt. Dafür nehme ich viel mehr unterschiedliche Meinungen zu Themen wahr. Die Blogosphäre, die reichhaltigen Inhalte des Internets, die gehoben werden müssen wie Schätze, hat mein Leben bereichert. Ich kommuniziere und interagiere viel mehr. Der Horizont ist weiter geworden. Dadurch hat sich auch der Konsum von passiver Unterhaltung deutlich verringert; Fernsehen spielt beispielsweise fast keine Rolle mehr.
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  6. Was findet sich immer bei dir im Kühlschrank?
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    Griechische Joghurts. Feta. Oliven. Schweizer Käse. Französischer Camembert. Schwarzkirch-Fruchtaufstrich mit Birne und Kirschwasser von Göbber. Aprikosenmarmelade. Frischkäse. Löwensenf. Sonnenblumenmargarine. Eier. Kaffeepads.
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  7. Schlag das nächste Buch in Reichweite auf Seite 37 auf und poste den dritten Satz. (Und sag bitte, was das für ein Buch ist.)
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    Das ist schwierig. Ich lese im E-Book-Reader und dort parallel 7 Bücher. Ich entscheide mich für das Buch „Begegnungen | Menschenbilder aus drei Jahrzehnten“ von Gero von Boehm: Die Seite 37 hat nur einen Absatz mit einem Satz (Ende eines Kapitels/Interviews): „Nannen: Nein, nicht ohne dass man es wiedergutmacht.“Ich liebe es, Interviews zu lesen, zu hören oder zu sehen. Die an das Wesentliche gehenden. Die nicht nur an der schönen Oberfläche bleiben. Aus denen sich ein Gespräch entspinnt, im besten Fall sogar eine Freundschaft. Gero von Boehm ist ein Meister seines Fachs.
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  8. Gibt es für dich eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens?
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    Gutes tun. Für sich. Für Andere.
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  9. Wer ist deine Lieblings-Filmfigur (ODER -Buchfigur) und warum?
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    Die Geschwister Scholl. Vor diesen Menschen habe ich den größten Respekt. Unter Einsatz ihres Lebens, sind sie ihrer Überzeugung bis in den Tod treu geblieben. Da das aber keine reinen Film- oder Buchfiguren sind, liefere ich noch eine fiktive Figur dazu: Tobie Lolness. Er gehört in die Reihe mit den Geschwistern Scholl. Der Zweiteiler „Tobie Lolness“ von Timothée de Fombelle und seinem Übersetzer Tobias Scheffel ist zwar ein Jugendbuch, lege ich aber jedem Erwachsenen ans Herz. Die Geschichte liefert ein Modell unserer Gesellschaft in Form eines Mikrokosmos‘ (wörtlich zu nehmen), der unsere (nah zukünftige) Welt spiegelt. [http://www.deutschlandfunk.de/ich-hatte-lust-auf-groesse.1202.de.html?dram:article_id=187998].
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  10. Was isst du NICHT?
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    Graupensuppe, des Geruchs wegen. Milchreis, der Kindheitserinnerungen wegen. Innereien, des Geschmacks wegen. Eisbein, des Anblicks wegen.
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  11. Wofür hättest du gern mehr Zeit?
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    Für das Bloggen eigener Gedanken.
    Ich bewundere alle Blogger_innen, denen die Gedanken nur so aufs Papier bzw. in die Tastatur fließen. Ich beneide die Blogger_innen, die die Zeit haben, eigene Gedanken auszuformulieren.

 

Die liebe Christiane hat mir und zehn Anderen elf bedenkswerte Fragen gestellt, die ich gerne beantworte. Es war inspirierend.

Ich werde mich aber nicht am organisierten Weiterreichen eigener Fragen beteiligen, da ich dies schon einmal und nur mit sehr mäßiger Beteiligungsquote gemacht habe und ich meine stabile psychische Verfassung nicht durch eine solche selbst provozierte Ent-Täuschung zum Wackeln bringen möchte. (-:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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10 Antworten zu Ein Tag mit Glücksmomenten: sich zeitweise in die Haut eines wilden Tieres träumend, spontan sich etwas gönnen können, dabei Gänsehautmusik genießen und parallel die Worte der Lieblings-Blogs wirken zu lassen, wissend, dass der Kühlschrank, der noch nie verpönte Speisen beherbergte, mit den Lieblingsspeisen gefüllt ist, in der Vorfreude auf das Weiterlesen der Interview-Sammlung Gero von Boehms, sich neue gute Taten ausdenkend, den Geist der Aufrechten und Standhaften einatmend, und den Tag erwartend, an dem genügend Zeit übrig bleibt, eigene Gedanken schriftlich zu formulieren.

  1. Christiane schreibt:

    Ja, danke für das Teilen deiner Gedanken. Ich habe erwartet, dass du auf der Musik-Seite bist, klar. Daran, dass ich auf jemandem mit einem E-Reader treffen könnte, habe ich nicht gedacht. Dein Kühlschrankinhalt klingt lecker, aber am meisten gegrinst habe ich bei dem Sternzeichen (eine Frage, die ich mich nicht getraut habe zu stellen; dass du „löwig“ bist, könnte auch dein Aszendent sein). Interessant, wie du deinen Blog siehst. Ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast. Liebe Grüße, Christiane

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    • Danke. Die Beschäftigung mit deinen Fragen hat Freude bereitet. Bis zum Frühjahr war ich E-Reader-Skeptiker, bis zwei Arbeitskollegen mich neugierig machten, ich mir einen Reader anschaffte und begeistert bin. Mit den Sternzeichen kenne ich mich nicht wirklich aus. Vergleiche ich aber, was so typischerweise zu den Eigenschaften geschrieben wird, finde ich mich bei beiden Sternzeichen wieder und ich kenne einige Menschen, bei denen es auch passt. Ich habe ja gar keinen „richtigen“ Blog. Ein Blogger teilt sich mit. Ich re-blogge hauptsächlich. Ich atme ein und weniger aus (das mehr in den seltenen Kommentaren, die ich abgebe). Liebe Grüße, Bernd

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      • Christiane schreibt:

        Ich will meine Bücher in der Hand haben können. Zeitungen/Zeitschriften sind mir schon relativ unwichtig dabei geworden. Ja, ich kann am Rechner/über den Reader lesen, aber es ist nicht vergleichbar.
        Ich verstehe das, weil Bücher nicht dein Primärmedium sind. Ich hatte relativ wenige Probleme von LP auf CD umzusteigen und kenne einige, für die das der Horror war.
        Astrologie hat einige sehr gesicherte Grundlagen und ist ein hochkomplexes System, sobald du dir die Mühe machst, deinen Aszendenten rauszufinden (dazu brauchst du Geburtszeit und Geburtsort) und dir dein Geburtshoroskop ausrechnen zu lassen (geht kostenlos im Internet). Immer unter der Prämisse, dass seriöse Astrologie lediglich bestimmte Wahrscheinlichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung aufzeigt.

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        • Christiane schreibt:

          (Zu früh geklickt.) Und überhaupt: was ist schon ein „richtiger“ Blog? Übrigens finde ich, dass du sehr wohl deutlich kommunizierst: durch die Auswahl dessen, was du rebloggst.
          Liebe Grüße, Christiane

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        • Ich habe mich für den Kindle-Reader entschieden. Er liegt gut in der Hand und hat ein dem Buch vergleichbares Schriftbild und nimmt auf meinen Dienstreisen wenig Platz weg und ist leicht. Ich war vorher auch sehr skeptisch und bin heute begeistert. Ja, kein Buch in der Hand zu haben ist ein sinnliches Erleben weniger. – Mit Primärmedium hat das nichts zu tun. Bei der Musik habe ich immer die neueste Entwicklung mtigemacht. Als Kleinkind noch staunend und lauschend vor dem Schellackplattenspieler gesessen. Danach die Singles und LPs. Diese auf Musikkassetten kompiliert. Danach sofort den ersten CD-Spieler, den es gab, gekauft. Die Mini-Disc ausprobiert. CDs gebrannt. Und nun mp3 & Co. Gut, ein Audiophiler bin ich nicht. Mir kommt es mehr auf transportierte Stimmungen und Texte an. – Das erschreckt mich eher, dass man Wahrscheinlichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung vielleicht vorhersagen kann. Nein, das will ich nicht wissen. (-;
          Liebe Grüße, Bernd

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          • Christiane schreibt:

            Gut gebrüllt, Löwe! :-)
            Das ist ein Einwand, den man häufig hört: die Angst, berechenbar zu sein, dieses individualistische Beharren auf der Eigenständigkeit. Rein psychologisch fallen wir alle in bestimmte Grundmuster und sind von daher in gewissem Umfang vorhersagbar, die Werbung macht sich das massiv zunutze … Aber natürlich ist es deine Entscheidung, nicht wissen zu wollen.
            Liebe Grüße, Christiane ;-)

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  2. melcoupar schreibt:

    Danke für das Teilen. Du liest wirklich 7 Bücher parallel? Lieben Gruss. Melanie

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    • Ja, der E-Book-Reader macht es möglich. Auf meinen regelmäßigen beruflichen Reisen hatte ich schon immer drei Bücher im Koffer und reihum jeden Tag aus einem anderen gelesen. Erst befürchtete ich, den roten Faden zu verlieren, doch dem ist nicht so. Mit dem Reader sind’s halt ein paar mehr geworden: Neben den Begegnungen von Gero von Boehm, lese ich gerade (in der Reihenfolge wie sie gerade im Reader stehen) noch Rastlos (http://gescheuchteigel.wordpress.com/meinungen-zu-rastlos/) von Stefanie Weber, Quintessenzen: Überlebenskunst für Anfänger von Sven Böttcher, Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte von Juli Zeh und Ilja Trojanow, Schuld von Ferdinand von Schirach, Das Handbuch des Kriegers des Lichts von Paulo Coelho und Dem Tod auf der Spur / Der Totenleser von Michael Tsokos. Es übt die Geduld, es braucht länger, ein Buch auszulesen. Danke fürs zweifelnde Fragen. (-: Liebe Grüße, Bernd

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      • melcoupar schreibt:

        Guten Morgen Bernd, boah … Ich habe ja diesen Zwang ein Buch ganz ordentlich von vorne bis hinten einfach durchzulesen. Aber mehr als eines schaffe ich nicht :-) Schöne Auswahl an Bücher hast Du aber in Deinem Reader. Einen schönen Samstag Dir. Melanie

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        • 7 Romane könnte ich nicht parallel lesen. Romane sind etwas zum Eintauchen. Das geht natürlich mit Sachbüchern, Kurzgeschichten, Interviews und Infotainment besser. Schön, dass dir meine Auswahl gefällt. (-: Ich wünsche dir eine gute Nacht und einen schönen Sonntag. Bernd

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