Happy 2014?

Inspiriert von reflexionmelaniecoupar (fuerhilde) und emmadenkt entstand das:

Happy 2014? || # Januar | Ich sitze in meinem Zug des Lebens. Außer dem swissgear-Notebook-Rucksack für meinen Beruf, habe ich vor allem eine seit langem gescheiterte Ehe im Gepäck (eine endgültige Entscheidung möchte ich erst in 2015 treffen, wenn finanzieller Spielraum besteht). Und die Verantwortung für zwei Kinder. Und einen langjährigen Kontaktabbruch zu meiner Ursprungsfamilie. Das allein würde reichen für meine Fahrt durchs Jahr. Zu allem Überfluss schleppe ich auch noch eine frisch nicht erwiderte Liebe mit mir herum. Gerade kennengelernt. Nicht gesucht. Einfach passiert. Was fürs Leben. – Ich will mich entlieben. Schmerzhaft. # Februar | Tunnelblick. # März | Geschafft: Herz, Kopf wieder frei. # April | Rückfall: wir müssen 9 Wochen zusammen arbeiten. Sie hat einen Unfall und ich darf sie ins Krankenhaus begleiten, bei der ambulanten OP ihre Hand halten: Seelen berühren sich! Ich bin entflammt. Happy 2014. – Das Feuer wird nicht genährt. # Mai | Einladung meiner Mutter zu ihrem Geburtstag. Ich sage zu. Kontakt- und Sprachlosigkeit werden überwunden; regelmäßige Besuche finden statt. Happy 2014. # Juni | Ich kämpfe um Nahrung für mein Feuer. # Juli | Wieder entlieben (es wird diesmal bis Dezember dauern). – Ehefrau macht Zukunftspläne. Ich fühle mich „under pressure“. Ich muss mich entscheiden – tue & sage es: ich will ausziehen. – Suche Wohnung. # August | Finde Appartement. Happy 2014. # September | Trennungsschmerzen. # Oktober | Trennung vollzogen. Umzug. Auf mich allein gestellt. Happy 2014. # November | Lerne, mit wenig Geld und, die wenige Zeit, die ich jetzt mit meinen Kindern verbringen kann, intensiv zu leben. Qualitätssprung. Happy 2014. # 6. Dezember | Die Ruhe nach dem Sturm. Kopf frei. Herz frei. Seele baumelt. Ich lasse mich treiben. Das Wesentliche wird sicht-, die Kleinigkeiten kostbar. # 7. bis 31. Dezember | Der Zug meines Lebens biegt auf die Zielgerade 2014, das Morgenrot 2015 beginnt bereits zu schimmern. Der Reisebericht 2014 ist noch offen. Und ich werde das Jahr nicht vor den Raketen loben. Kein Aberglaube. Lebenserfahrung. || Happy 2014?

„… Anfang glänzt an allen Bruchstellen unseres Misslingens.“
[Rainer Maria Rilke, Die Welt steht auf mit Euch, Muzot, Oktober 1925]

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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16 Antworten zu Happy 2014?

  1. Pingback: Happy 2014 // Außerdem ist es doch auch mal schön, in der natur zwischen kotze und müllbergen zu zelten. macht man schließlich auch nicht jeden tag | fuerhilde

  2. finbarsgift schreibt:

    In Form und Inhalt sehr beeindruckend…
    Ja, das hautnahe Leben diktiert die besten Geschichten…
    Alles Gute für 2015
    wünscht Lu

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  3. Christiane schreibt:

    Jetzt habe ich deinen Text zum dritten Mal gelesen und weiß eigentlich immer noch nicht, was ich sagen soll. Was für eine Achterbahn, dein 2014. Wünsche dir alles Gute (so fragwürdig ich die Formulierung normalerweise auch finde) und weiterhin richtige Entscheidungen.

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    • Um im Bild der Zugfahrt zu bleiben. 2014 war eine holperige Zugfahrt, mit Austausch der Waggons, dabei blieben Fahrgäste zurück, Fahrgäste stiegen hinzu und gleich wieder aus. Es war unruhig. Aber auch außerordentlich lebendig. Und ich mag das Lebendige. Zusätzlich wurde ich auch noch beruflich außergewöhnlich gefordert. Für mich gibt es keine richtigen oder falschen Entscheidungen. Es gibt bessere oder schlechtere Entscheidungen; und schlechtere Entscheidungen lassen sich noch feinjustieren. Lieben Dank für deine Wünsche und ich wünsche dir und jedermann und jederfrau eine klare Sicht im Jetzt und für das Morgen. (-:

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      • Christiane schreibt:

        Die klare Sicht nehme ich gern an, danke, die fehlt öfter mal, aus unterschiedlichsten Gründen *seufz*. Ich hatte überlegt, ob ich „richtig“ schreiben sollte, weil ich fürchtete, dass es absolut und/oder moralisch klänge (was ich beides nicht wollte), und mir fiel erst danach auf, dass ich mich mit „für dich richtige Entscheidungen“ hätte aus der Affäre ziehen können.
        Wie dem auch sei, ich diskutiere nicht gegen deine Sicht an. :-)

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        • Es sollte keine Kritik an deinen Worten sein, nur meine sichtweise erläutern. Jeder hat da ja so seinen Erfahrungsschatz. Und Erfahrungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Seit ich den Film „Brooklyn’s Finest“ gesehen habe, bewerte ich nicht mehr in richtig-falsch, gut-böse/schlecht.

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          • Christiane schreibt:

            Das habe ich mir schon sehr lange abgewöhnt. Man kann ein Messer zum Brotschneiden nehmen und dazu, jemanden abzustechen, das ist eben so. Es kommt drauf an, was man selbst damit macht. Was für dich der Himmel ist, kann für mich die Hölle sein. Und wer bestimmt schon, was gut oder böse ist, bzw. wem räumt man das Recht ein, das zu bestimmen? (Und wo endet die Subjektivität? DAS ist ein weites Feld, ja.)

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  4. Monika-Maria Ehliah schreibt:

    Alles Gute und jede Menge Mut um Ent-Scheidungen zu treffen.
    HERZ-lichst
    M.M.

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  5. melcoupar schreibt:

    Ich lese und lese noch mal …, und ich will etwas sagen, aber es geht nicht. Wahrscheinlich, weil ich das alles in ähnlicher Form kenne. Ich sag Dir was: Ich gehe heute ein wenig feiern und wenn ich da in der Runde sitze, trinke ich ein Glas auf Dich :-) Herzlichst. Melanie

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    • Danke dir. Selbst Erfahrenes in anderen wiederzuerkennen ist ein Moment höchster Emotionalität. Du brauchst jetzt nichts sagen. Das gefällt mir: ein Glas auf mich und ein Toast auf das Leben! Liebe Grüße, Bernd PS: Ich stoße nachher mit meiner fritz-kola virtuell an. (-:

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  6. arabella50 schreibt:

    Ich wünsche Bestes…, bei so viel Offenheit folgt ein Gelingen…

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  7. Emma denkt. schreibt:

    Ein intensives und schwieriges Jahr, wie es sich liest… aber Gedanken an das 2015er Morgenrot sind da – und das zählt, nicht wahr?

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    • Ja, ein Licht voraus ist immer hilfreich. Was zählt ist das Jetzt. Und jetzt fühlt es sich stimmig an. Das Leben bietet ein abwechslungsreiches „Unterhaltungsprogramm“: gelacht, geweint, geliebt, gehofft, gebangt, gefreut, getrauert, … gelebt.

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