„Sie sitzt in der kalten Küche auf gepackten Koffern und weiß nicht, wird sie wieder bleiben? Heimlich auspacken, eh er es sieht. Sie start auf die Gardinen …

vorm offenen Fenster, regungslos, zu Fäusten geballte Hände im Schoß, seine Schwüre im Kopf, dass es nie wieder geschieht.

Es sind alle Matrosen an Bord. Alle Segel gesetzt. | Alle Ladung verstaut, alle Kisten vertaut. | Alles im Hier und Jetzt ist bereit. Bald sind alle Reserven verbraucht. Und sie liegen noch immer vor Anker. | Die Segel sind leer, die Luft wird schwer. | Im Stillstand gärt Streit. |  | Bleimatte See, Wolken geballt und der Regen beginnt. | Es wird kalt, alle warten auf Sturm und darauf, dass es knallt. | Alle warten auf, warten auf Wind. |  | […] |  | Mit dem Blick verstellt, mit dem Rücken zur Welt, ihre Zeit verrinnt. Sie wird aufstehen, sich umdrehen und gehen. Sie wartet auf, sie wartet auf Wind. |  | Der Drache liegt an gefallener Schnur im Gras und daneben ein Kind. Die Bäume schweigen mit stillen Zweigen und warten auf Wind. Wir heben suchend den Finger in die Luft und hoffen, dass der Nebel sich lichtet, damit wir endlich wissen, wo wir sind. Wir warten auf Wind. |  | Ich hab den Stift auf dem Papier und die Klinge auf der Haut. | Bang nicht, was ich verlier. Ich hab mein Kartenhaus aufgebaut. | Ich weiß, da ist Gefahr. Ich stell mich blind. | Ich steh im Schatten seiner Flügel und | warte auf Wind. Warte auf Wind. | Warte auf Wind. Warte auf Wind. |  | Es liegt ein Schiff an fernen Ufern | und auf dem Deck liegt Staub. | Es hat seit Wochen nicht geregnet | und im Wald fällt ein Funken auf das Laub. | Puste auf die Glut! Puste auf die Glut! | Entfache Feuer, schlage Wellen, reiß mich fort, | treib Regen vor dir her, nimm meinetwegen alles mit über Bord. | Du wehst über die Klippen, übers Land, | und ich weiß, wo ich dich find. | Ich steh ganz dicht am Rand und ich warte auf Wind. | Und ich warte auf Wind. |  | Ich seh nur Wirbeln und Wundern und keine sich schließenden Kreise. Wenn er kommt, dann kommt er, erst leise. Er braucht keine Straßen, er braucht keine Gleise. Vielleicht braucht es nicht mal Wind, vielleicht nur einen Hauch. Ich atme einmal noch tief ein. Und er auch.

Dota: Warten auf Wind

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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