Muss er „ich“ statt „wir“ sagen?

… „Wir haben uns nichts mehr zu sagen“, seufzt Alexander. „Vielleicht sollten wir Schluss machen! Es würde eine Last von unseren Schultern fallen!“ – „Rede nicht von ›wir‹, wenn du ›ich‹ meinst!“, protestiert Maria. … | … Wer das große Wir für sich beansprucht, zwingt sein Gegenüber in die ungeliebte Rolle des kleinen Ich. Daher ist Marias Protest verständlich; wenn Alexander sagen würde: „Ich weiß nicht, worüber ich mit dir reden soll, mir fällt nichts ein“, wäre klarer, wo das Problem liegt. Vielleicht würde er dann auch weiterdenken können, ob seine Einfallslosigkeit etwas mit Marias machtvoller Rolle in seiner Krise zu tun hat. Meist dient das Pseudo-Wir dazu, Schattenseiten einer Beziehung zu vertuschen. Alexander fühlt sich bedrückt und unterlegen. Die drohende berufliche Pleite hat er nicht aus eigener Kraft abwehren können. Maria verdient besser als er, kann sich besser ausdrücken, was findet sie überhaupt an ihm? Wer sich solcher Gedanken schämt, findet Zuflucht in der Rede vom Wir. «

25.09.2014 | von Wolfgang Schmidbauer

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Eine Antwort zu Muss er „ich“ statt „wir“ sagen?

  1. S. Meerbothe schreibt:

    Das ist interssant, was Du da schreibst.Ich habe noch nie darüber nachgedacht, doch es ergibt Sinn.
    Danke, für diesen Blickwinkel.

    Liebe Grüße,
    Silvia Meerbothe

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