Was die Wände sagen

»… Die Zellen-Inschriften der Kölner Gestapo-Zentrale sind ein einzigartiges Zeugnis aus der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Jetzt wurden sie in einer aufwendigen Dokumentation erschlossen … | … Und so klingt im Kerker die Warnung, dass jedes künftige Glück fragil bleibt, ja dass vielleicht der Schrecken nie aufhören wird, dass die Vergangenheit nicht vergeht: „Wer hier nicht war, der kommt noch, und wer hier war, der wird es nicht vergessen.“ … | … Sprechen aber wollte sie später über ihre schrecklichen Erlebnisse im Gestapo-Kerker nicht. … | … Ihm gelang, wohl als Einzigem, durch die Verkettung vieler glücklicher Umstände die Flucht. … | … „Die Gestapo besteht aus lauter Sadisten“ … | … „Alles ist vergänglich / Auch Lebenslänglich.“ … | … Das spiegelt die Situation der letzten beiden Kriegsjahre. Weil die Wände vermutlich Ende 1943 neu gestrichen wurden, sind ältere Inschriften nicht erhalten. … | … Katastrophale Bedingungen auch sonst: ein Bottich für die Notdurft, eine Pritsche, manchmal ein Stuhl, oben in der Wand ein kleines Milchglasfenster, durch das von der Straße her fahles Licht in den Keller fiel. … | … Der Abstieg in den Keller löst Beklemmung aus. … | … Mancher wird vielleicht doch die Distanz bevorzugen, die das Buch jetzt ermöglicht. … | … Wer die Inschriften auch im Original studieren möchte, kann das jederzeit tun; das Kölner Dokumentationszentrum im Gestapo-Haus am Appellhofplatz ist täglich außer montags geöffnet. … | … Denn die gesamten Wandinschriften sind nun in einem eindrucksvollen, unendlich aufwendig und liebevoll gestalteten Band in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht worden: Wände, die sprechen– Walls that talk (Emons Verlag, Köln; 420 S., 68,– €). Großformatige, wie Altartafeln aufklappbare Bilder der Zellen, Detailaufnahmen von einzelnen Inschriften und Zeichnungen, oft in Originalgröße, sensible Begleittexte und eine Gesamtdokumentation im Anhang: Der Emons Verlag und Herausgeber Werner Jung, Direktor des Kölner NS-Dokumentationszentrums, haben keine Mühe, keine Kosten gescheut, um aus dem Buch eine Ehrung all jener zu machen, die in dem Kerker gelitten haben.«

28.02.2014 | von Maximilian Probst

alles lesen => http://www.zeit.de/2014/09/waende-sprechen-gestapo-zentrale-koeln/komplettansicht

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3 Antworten zu Was die Wände sagen

  1. Xeniana schreibt:

    Schließe mich an. Danke fürs Teilen.

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  2. nandalya schreibt:

    Danke fürs (mit)teilen.

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