„Männer brauchen das Gefühl, dass sie für irgendetwas gut sind“

»… Ich las neulich diese Studie, die belegte, dass Paare, die den Haushalt nahezu paritätisch erledigen, weniger Sex haben. … | … Es kommt darauf an, wie die anfallenden Hausarbeiten aufgeteilt werden. … | … Ein Paar hat dann besonders wenig Sex, wenn es sich jede Arbeit teilt, wenn also beide gemeinsam erst die Wäsche und danach den Abwasch erledigen. … | … Rollenaufteilungen kann man konventionell finden, sie haben aber auch etwas Funktionales, denn jeder weiß, wofür er zuständig ist. … | … Lähmt so eine zu große Gleichheit die Lust? … | … ein Paar braucht beides: Wert- und Weltvorstellungen sollten sich ähnlich sein, ebenso wie die soziale Herkunft … | … wenn sich zwei Partner zu ähnlich sind, wird es bald reizlos und Langeweile kommt auf. … | … wie ein Paar mit Unterschieden umgeht: Empfindet es sie als bedrohlich oder als belebend? Paare, die immer in der Wir-Logik denken, also „Wir fahren immer nach Italien in den Urlaub“ oder „Wir sind Vegetarier“, haben ein Problem. Die anderen, differenzierteren Paare ertragen Unterschiede nicht nur besser, sondern sie finden sie sogar interessant. Sie haben in aller Regel das lebendigere Leben und ihre Beziehung erweist sich auch als entwicklungsfähiger. Es braucht also ein Optimum an Unterschied. Zu wenig ist bedrohlich, zu viel aber auch. … | … Fällt es Männern schwerer, selbstbestimmte, ebenfalls erfolgreiche Partner zu begehren? Haben sie womöglich Angst vor solchen Frauen? … | … In der Liebe wird viel davon gesprochen, dass absolute Freiheit herrsche oder herrschen solle, aber in der Liebe ist es auch wichtig, dass man gebraucht wird. Das Paradoxe an starken Frauen ist: Wenn eine Frau schon alles hat und keinen Mann mehr braucht, entsteht beim Mann zwar nicht unbedingt ein Unterlegenheitsgefühl, aber zumindest ein Gefühl von „Für was braucht sie mich?“. Er muss selbstbewusst genug sein, das hinnehmen zu können. … | … Frauen finden es schrecklich, wenn sie das Gefühl haben, der Mann braucht Bemutterung, braucht, dass sie sich kümmert. Das kann mal attraktiv sein, aber auf lange Sicht ist es das nicht. Sie wollen Männer, die ihren Weg gehen können und sich aus der Autonomie heraus ihnen zuwenden. … | … Männer können Bedürftigkeit erotisieren, Frauen eher nicht. … | … Hat man als Mann nicht mit einer Partnerin, die weiß, was sie will, den besseren Sex? Ist sie nicht potenziell einfallsreicher und selbstbewusster? … | … „Wie hättest du es denn gern?“ Dabei können Frauen genau solche Fragen paradoxerweise nicht leiden, denn das soll er ja selber wissen und nicht einer Gebrauchsanweisung folgen. … | … Ich rate den Männern, die Position des Liebesdieners aufzugeben und sich stattdessen zu fragen, was sie sexuell selbst anbieten wollen. Interessant ist dann zu beobachten, ob sich ein Mann darauf einlässt oder nicht. Selbst wenn er anfangs von ihr auf die Finger bekommt und zu hören kriegt: „So hätte ich es nicht gern“, muss er den Maßstab für seine Sexualität bei sich abholen – und nicht bei ihr. Das ist der Dreh.«

21.01.2015 | von Wenke Husmann, Ulrich Clement

alles lesen => http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2015-01/sex-gleichheit-maenner-frauen-haushalt

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3 Antworten zu „Männer brauchen das Gefühl, dass sie für irgendetwas gut sind“

  1. nandalya schreibt:

    Auffällig: Der Fokus dieser Zeilen liegt beim Sex. Und das kann nicht funktionieren. Frauen wollen keine Sex-Protze, Frauen wollen einen Mensch zum (ver)lieben. Nehmen wir das durchschnittliche, lesbische Paar. Die Frauen sind sich vielleicht ähnlich, es ist über die Jahre eine Art Symbiose entstanden. Nach dieser Studie dürften sie also keinen, oder kaum noch Sex haben und sich miteinander langweilen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wobei keine Pauschalaussage getroffen werden kann. Auch Frauenpaare kennen durchaus Probleme. Ich behaupte aber, dass die sich weniger um den Haushalt drehen. Ich muss dann mal wieder putzen gehen, sonst gibt’s keinen … Kuchen von Yuki :D

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  2. wolfgang be schreibt:

    Hat dies auf Marsis Welt rebloggt.

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  3. lebensfilm schreibt:

    Sex und Haushalt…. Nein das glaube ich ist nicht pauschalierbar. Ich z.b. Musste mich in einer Beziehung mit einem unordentlichen aber sehr dominanten Mann abmühen dem ich wie einem Kind sagen musste was zu tun ist, was er dann mit Widerwillen erledigte. Ich fand das irgendwann unsexy und am Ende gar ekelhaft.

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