Scholl-Latour: „Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung“

»… Sterben kann fürchterlich sein, aber der Tod ist so natürlich wie das Leben. … | … Ich selbst sehe das Alter bisher nicht als Schiffbruch. … | … Die fatale Auszehrung des politischen Personals in Europa hält aber trotzdem an. … | … Europa steht heute ohne jegliches religiöses Bewusstsein da, in einer Welt, die überall immer religiöser wird, was eine Schwäche ist, angesichts dieses Aufbruchs der Mythen. … | … Es gab und gibt ja auch viel zu viele Menschen, die sich etwas auf ihre Religionszugehörigkeit einbilden. Dieses Phänomen ist unter allen Religionen zu beobachten, auch gerade heute. … | … Die Erfahrungen in den Kerkern der Gestapo haben mich gestärkt, gerade auch gegenüber späteren Herausforderungen und Krisensituationen im Leben. … | … Der Mensch ist halt beides – böse und gut -, und es kommt auch immer auf die Umstände an, welche Seite dominiert. … | … Deshalb gibt es ja auch die Religion, nicht um den Mensch gut, sondern um ihn erträglich zu machen, wobei Religion natürlich auch immer missbraucht wurde und wird. … | … Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung. … | … Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. … | … In Brüssel sollte man sich besser auf eine Konzentration und Konsolidierung ausrichten, statt die Ausweitung nach Osten voranzutreiben. … | … Haben die Deutschen jedes Gespür für die Tragik der eigenen Geschichte verloren?«

09.03.2014 | von Ramon Schack, Peter Scholl-Latour

alles lesen => http://www.heise.de/tp/artikel/41/41168/1.html

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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