Die Konzerne fabrizieren den Hunger.

  • Dass kein Mensch zugrunde gehen muss auf dieser Welt, dafür sollten wir kämpfen. Der französische Schriftsteller Georges Bernanos schreibt „Gott hat keine anderen Hände als die unseren.“

  • Was auf diesem Planeten an Mut und Liebe zum Mitmenschen vorhanden ist, macht mir Hoffnung.
  • viele Bistümer, in Lateinamerika zum Beispiel, sind immer noch Großgrundbesitzer, beuten Tagelöhner aus und provozieren Elend. Das ist eine Schande.
  • Das Evangelium ist der größte revolutionäre Text, den es je gegeben hat. Allerdings hasse ich alle Kirchen. Der Papst und der Vatikan sind eine ganz üble Sache
  • Man spürt, dass etwas passiert, dieses Engagement geht durch alle sozialen Klassen, religiösen Gruppierungen und Generationen hindurch. Und dazu will ich beitragen. Ich liefere Waffen für diesen Aufstand des Gewissens.
  • Ich sehe aber, dass das auf die Missstände gerichtete Bewusstsein steigt.
  • das Blutgeld aus der Dritten Welt fließt ungestört weiter in die Alibaba-Keller der Zürcher Bahnhofsstraße.
  • Die Leute verstehen, um was es geht, wenn man sich deutlich ausdrückt.
  • die Schweizer Finanzoligarchie verträgt keine Kritik. Sie will nicht nur mit dem Fluchtkapital aus der Dritten Welt astronomische Profite machen, sondern gleichzeitig auch noch dafür gelobt werden. Die Fassade muss rein bleiben – dabei fließt das Blut längst an ihr herunter.
  • Wenn die Diktatoren des Kongo mit Komplizenschaft der hiesigen Banken Milliarden nach Zürich verschieben, führt das dazu, dass im Kongo keine Schulen mehr gebaut und keine Medikamente mehr finanziert werden können und die Kinder sterben. Dafür ist die offizielle Schweiz mitverantwortlich und das muss geändert werden.
  • weil in der Schweiz Korruption und der Raubtierkapitalismus wüten.
  • Die Zerstörung der Nationalstaaten des mittleren Osten, die Dreiteilung des Irak oder die Zerstörung der multikulturellen und multireligiösen Strukturen des Libanon, das ist alles westliche Strategie. 1952 gelangten in Kairo die Freien Offiziere an die Macht und es gab Hoffnung auf eine nationalstaatliche und demokratische Entwicklung in der arabischen Welt. Aber dann ist der amerikanische Imperialismus mit den Muslim-Brüdern, den Feinden des nationalstaatlichen Gedankens, eine Allianz eingegangen. Auch die die Hamas wurde zu Beginn von den Amerikanern und den Israelis finanziert. Ebenso die Taliban ist eine reine Kreation der Amerikaner. Und dann ist die westliche Strategie aus dem Ruder gelaufen.
  • Überall wo es keine lebendige Demokratie gibt, die die Nationalinteressen gegenüber dem internationalen Finanzkapital wahrnimmt, ist das ein Glück für die Konzerne.
  • Und auf die politische Klasse setzten Sie gar keine Hoffnung mehr? Nein, gar keine.
  • Die Souveränität der deutschen Bundesrepublik wird bevormundet und überlagert von der Rationalität der Herrschaftsstrukturen der Weltoligarchien des Finanzkapitals. Da braucht es den Aufstand des Gewissens, damit die demokratischen Staaten wieder die Kontrolle zurückgewinnen.
  • Die 193 Mitgliedsstaaten der UNO haben keine Kontrolle mehr über die Konzerne.
  • Da ist die Heuchelei der Kommissare in Brüssel abgrundtief. Einerseits fabrizieren sie den Hunger in Afrika, schließlich sind 37 von 54 Staaten des Kontinentes praktisch reine Agrarstaaten ohne wesentliches zusätzliches Einkommen. Und andererseits werden dann die Hungerflüchtlinge durch die Frontex-Organisation mit militärischen Mitteln zurückgedrängt und Tausende ertrinken im Mittelmeer oder im Südatlantik.
  • Außerdem darf es kein Agrardumping der EU mehr geben. Auf jedem afrikanischen Markt können Sie heute deutsches, griechisches oder französisches Gemüse, Geflügel und Früchte zum halben, oder je nach Saison zu einem Drittel des Preises vergleichbarer afrikanischer Inlandprodukte kaufen.
  • Die Konzerne fabrizieren den Hunger und das bedeutet, es gibt Täter. Früher starb ein Kind, weil der Hunger eine Fatalität war. Doch diese Fatalität existiert nicht mehr, es gibt keinen Mangel an Produktion. Das Problem ist, dass viele Menschen den Zugang zu Nahrung nicht erhalten, aufgrund der kannibalischen Weltordnung. Die Konzerne streben nur nach Profitmaximierung, der Kampf gegen den Hunger hat für sie keine Priorität. Deshalb sage ich: Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.
  • es gibt keinen objektiven Mangel an Nahrungsmitteln. Der letzte World-Food-Report belegt, dass durch die gegenwärtige Agrarproduktion zwölf Milliarden Menschen normal ernährt werden könnten. Heute leben 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Insofern spielt die Überbevölkerung überhaupt keine Rolle.
  • Zehn Konzerne haben letztes Jahr 85 Prozent aller gehandelten Grundnahrungsmittel, das heißt Reis, Mais und Getreide, kontrolliert.
  • Wir leben in einer kannibalischen Weltordnung. Letztes Jahr haben die 500 größten transkontinentalen Privatkonzerne 52,8 % des Weltbruttosozialproduktes kontrolliert, das ist die Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals. Und diese Oligarchien haben solch eine Macht wie sie ein Kaiser, König oder Papst nie gehabt hat. Die Privatkonzerne entfliehen jeglicher internationaler und nationaler sozialer Kontrolle und haben eine enorme ideologische, finanzielle und wirtschaftliche Macht.
  • Man müsste zum Beispiel die Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel verbieten, dadurch würden die Weltmarktpreise fallen und in den Kanisterstädten dieser Welt, in denen fast eine Milliarde Menschen mit sehr wenig Geld jeden Tag überleben müssen, wären hunderte von Millionen Menschen gerettet. Außerdem müsste das Agrardumping der EU gestoppt werden. Die Herstellung von Agrartreibstoffen durch Verbrennung von Mais und Getreide müsste verboten werden, die ärmsten Staaten müssten totalentschuldet werden etc. Nur so könnte sich auch die afrikanische Landwirtschaft entwickeln.
  • Versuchen Sie einmal in der Schweiz in einer großen Zeitung einen Artikel über die Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel und ihre Auswirkungen auf den Hunger in Elendsquartieren zu publizieren. Wenn Sie diesen Kausalzusammenhang darstellen wollen, finden Sie keinen Chefredakteur, der das veröffentlicht.
  • Uns wird die Ohnmacht gepredigt und wir glauben das.
  • Die Entfremdung des Kollektivbewusstseins ist einer der großen Siege des Raubtierkapitalismus.
  • Natürlich, man kann sehr viel tun, gegen die mörderische Weltordnung, zum einen als Bürger, zum anderen als Verbraucher. Zum Beispiel sollte man keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel kaufen, den „Fairtrade“-Handel fördern und wenn möglich vegetarisch leben. Die Weltgetreideernte beträgt etwa zwei Milliarden Tonnen pro Jahr, davon werden jedes Jahr etwa 500 Millionen Tonnen für die Intensivernährung von Schlachtvieh verwendet.
  • braucht es einen Aufstand des Gewissens
  • alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57.000 Menschen sterben am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen jeden Tag und fast eine Milliarde Menschen sind permanent schwerstens unternährt.

16.10.2014 | von Laura Bähr, Jakob Buhre, Jean Ziegler

alles lesen => http://www.planet-interview.de/intervie…/jean-ziegler/46415/

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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3 Antworten zu Die Konzerne fabrizieren den Hunger.

  1. Ruhrköpfe schreibt:

    krass :-(

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  2. lebensfilm schreibt:

    Alle 5 sec verhungert ein Kind…das will und kann man sich nicht vorstellen…das ist unendlich grausam und traurig….hilflos fühlt man sich.

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  3. Arabella schreibt:

    Schlimm.

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