Obdachlose – Der Kampf gegen die Armut hat sich zum Kampf gegen die Armen gewandt

  • »Notunterkünfte sind überlastet und immer mehr Obdachlose brauchen einen Schlafplatz.

     

  • In vielen Ländern Europas steigt, verschärft durch die Wirtschaftskrise, die Zahl der Obdachlosen. Doch anstatt zu helfen, werden in einigen Länder Bußgelder verhängt, Obdachlose nicht erwünscht.

     

  • Aber statt die Armut zu bekämpfen, werden Arme auch hier aus den Innenstädten vertrieben.‎ Der Kampf gegen die Armut hat sich zum Kampf gegen die Armen gewandt.

     

  • In Spanien werden immer mehr Menschen zwangsgeräumt und landen auf der Straße. Hier erwarten sie dann Bußgelder, wenn sie in der Öffentlichkeit auf Straßen übernachten.

     

  • In London sind Obdachlose nicht erwünscht. […]Damit sich Obdachlose nicht in windgeschützte Hauseingänge niederlassen können, werden Metallspieße angebracht, die aus dem Boden ragen.

  • Jeder vierte Obdachlose in Frankreich hat eine Arbeit. Das Gehalt reicht nicht aus, um eine Wohnung zu halten. Die Hälfte der Obdachlosen Frauen sind als Haushaltshilfe, in der Kinderbetreuung oder als Krankenpflegerin tätig. Rund 60.000 Frauen leben schätzungsweise in Deutschland auf der Straße. Sie neigen stärker dazu, ihre Not zu vertuschen, leben meist in verdeckter Wohnungslosigkeit
  • Auch Straßenkinder trifft man überall, auch hier in Deutschland, ob in Parks, auf Bahnhöfen, auf alten Fabrikhöfen – sie sind unter uns.

     

  • In den USA sind fast 2,5 Millionen Kinder obdachlos. […]Auch hier die gleichen Gründe wie in Europa, hohe Armutsquote, zu wenig bezahlbarer Wohnraum und die Folgen der Weltwirtschaftskrise.

     

  • Nicht nur Obdachlose werden bestraft, in Florida kommt es zur Zeit zu einer richtigen Verhaftungswelle, denn Obdachlose mit Nahrung zu versorgen, ist ein Schwerverbrechen, geahndet mit einer Gefängnisstrafe bis zu 60 Tagen und ein Bußgeld in Höhe von 500 $. […]so entstehen immer mehr provisorisch errichtete Zeltstädte in Amerikas Großstädten.

     

  • Mit diesen 100.000 $ sollen Zeltstädte errichtet werden, die Toiletten haben, Strom, Wasser, Müllabfuhr, Kochgelegenheiten und Internet-Zugang. Dieser würde den Obdachlosen erlauben, nach offenen Stellen zu suchen, zu kommunizieren und einen Zugang zu Nachrichten zu haben. Internet ist kein Luxus mehr, wird gesagt, sondern ein menschlicher Service, der jedem zugänglich sein soll.

     

  • „Obdach” bedeutet Unterkunft oder Wohnung. Obdachlosigkeit wird definiert als Zustand, in dem Menschen über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten.

     

  • In Wien steigt die Zahl der Obdachlosen seit Jahren stetig an. […]Das Problem nicht leistbarer Mieten hat die Mittelschicht längst erreicht. […]Lt. Wiener Tafel weist Wien mit 17% der Bevölkerung das größte Armutsrisiko auf. […]Expertenschätzungen zufolge, sind in Österreich insgesamt rund 12.000 Menschen wohnungslos. Armut macht krank und einsam. Sie grenzt aus, entwürdigt den Menschen, schwächt ihn und die Gesellschaft. […]Obdachlosigkeit trifft auch immer häufiger Menschen unter 30 […]„Das Bild des klassischen Sandlers hat ausgedient. An seine Stelle treten vermehrt junge Menschen, Frauen und psychisch erkrankte Personen“

     

  • Die ersten zwei Monate sind für die Obdachlosen in den Notschlafstätten kostenlos. Danach aber müssen sie einen Kostenbeitrag von 4 € pro Nacht bezahlen, wie die Wiener Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Sonja Wehsely (SPÖ), per 1. September 2010 einführte. Sie begründete dies damals als Maßnahme „im Sinne der sozialpolitischen Steuerung“. | Mehr Zynismus geht nicht mehr. | Gleichzeitig hat die Stadt Wien noch dazu den Heizkostenzuschuß halbiert und im Winter 2012-2013 von Geldleistungen auf Sachleistungen umgestellt.

     

  • Durch Wien […] streunen nach einer Schätzung der Caritas-Einrichtung a_way mindestens 300 obdachlose Minderjährige. […]Seit der frühen Kindheit in desolaten Familien misshandelt, vernachlässigt, traumatisiert und schließlich verjagt. Im Vorjahr wurden aufgrund von Anrainerbeschwerden, die Obdachlosen aus dem Stadtpark von der Polizei vertrieben.«

 

01.12.2014 | von Lisa Natterer & Doro Schreier

 

alles lesen => http://netzfrauen.org/2014/12/01/obdachlose-der-kampf-gegen-die-armut-hat-sich-zum-kampf-gegen-die-armen-gewandt/

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5 Antworten zu Obdachlose – Der Kampf gegen die Armut hat sich zum Kampf gegen die Armen gewandt

  1. nandalya schreibt:

    Leider mischen sich unter wirklich Bedürftige auch immer wieder kriminelle Banden. Polizei und Ordnungsamt fällt es oft schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich selbst habe Bedürftigen bereits geholfen. Nie mit Geld. Aber Essen habe ich ihnen schon gekauft. Nur nehmen das nicht alle an. Sie wollen Geld, das sie dann in Alkohol umsetzen.

    Ich beobachte, wie der deutsche Mittelstand systematisch ins Elend stürzt. Daher lehne ich „böse BWL“ so kategorisch ab.

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  2. melcoupar schreibt:

    Schneller als wir denken, kann es sein, dass man das eigene Dach verliert. Ich finde den Beitrag einfach nur erschreckend. Noch kurz, weil es heute erst passiert ist: Mein Kind erzählte mir nach der Schule, dass sie ihr Brot nicht essen mochte und sie es spontan einem Obdachlosen geschenkt hätte. Ob das in Ordnung gewesen wäre? Ja, das ist es. Lieben Gruss. Melanie

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