»Sinnlos, arm erscheint das Leben dir, | längst zu lang ausgedehnt.«

»Und auf einmal merkst du äußerlich:
wieviel Kummer zu dir kam,
wieviel Freundschaft leise von dir wich,
alles Lachen von dir nahm.

Fragst verwundert in die Tage.
Doch die Tage hallen leer.
Dann verkümmert deine Klage …
Du fragst niemanden mehr.

Lernst es endlich, dich zu fügen,
von den Sorgen gezähmt,
willst dich selber nicht belügen,
und erstickst es, was dich grämt.

Sinnlos, arm erscheint das Leben dir,
längst zu lang ausgedehnt. –
Und auf einmal –: Steht es neben dir,
an dich gelehnt –
Was?
Das, was du so lang ersehnt.«

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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3 Antworten zu »Sinnlos, arm erscheint das Leben dir, | längst zu lang ausgedehnt.«

  1. wolkenbeobachterin schreibt:

    ein sehr traurigstimmendes gedicht. hoffe, es geht dir gut, lieber redsky. liebe grüße an dich

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    • Liebe wolkenbeobachterin, mein Leben ist ausreichend und zweckmäßig und überschreitet das Maß des Notwendigen nicht. :-) Es geht mir nicht schlecht und es geht mir nicht gut. Mir gefällt dieses Gedicht – vor allem der Schluß. Sathyan Ramesh hat zu diesem Gedicht 2010 das TV-Drama inszeniert „Letzter Moment“, das mich persönlich berührte. Bedeutet das Gedicht nicht, das in dem Moment, in dem wir unser derzeitiges Schicksal annehmen, wirklich akzeptieren, zu eigen machen, das in diesem Moment sich Türen öffnen?

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  2. lebensfilm schreibt:

    Ach wie schön

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