Die Illusion von Demokratie

»NSA, Google & Co. – oder: Die Mechanik des modernen Totalitarismus
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Als Ex-NSA-Direktor Binney vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages gefragt wurde, wie viele Menschen denn in Deutschland heute nach seiner Kenntnis überwacht würden, antwortete er zunächst: „Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen in Deutschland leben.“ Und nachdem ihm die Zahl genannt worden war: „Ja, dann – 82 Millionen.“
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„Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist die digitale Kommunikationstechnik in der Hand von Regierungen, Geheimdiensten und Konzernen zu einem allumfassenden Überwachungsinstrument geworden, dessen Ausmaße und Konsequenzen kaum erahnt werden können.“
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„Das Bemerkenswerte […] ist, dass die Überwachung erst durch den Enthusiasmus der Überwachten […] ihre ganz Wirkung entfalten kann.“
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Widerstand gegen „Big Brother 2.0“ andererseits setzte Erkenntnis sowie Willen voraus, was von Individuen, die sich selbst ahnungs- und daher hemmungslos ausliefern, schlechterdings nicht zu erwarten ist
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Dabei tragen wir selbst mit „dem Smartphone […] den eifrigsten Spion ständig mit uns in der Tasche herum. Er sendet unter anderem permanent den Standort, liefert Mails, Fotos, persönliche Notizen und Listen aller Kontakte inklusive der dazugehörigen Daten. Ungebetenen Lauschern kann er als jederzeit an- und abschaltbares Mikrofon dienen.“ […] Das ist aber erst der Anfang. In naher Zukunft wird die nächste technologische Verheißung, das „Internet der Dinge“, den Nutzer noch weit transparenter und damit steuerbarer machen.
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[…] wer die entsprechenden Entwicklungen rekapitulieren möchte, wie die NSA zu dem Ausspäh- und Überwachungsmoloch, der sie seit langem ist, und nach „9/11 […] zum mächtigsten Geheimdienst der Welt“ […] sowie zu einem Instrument, „um das Volk zu managen“ […] wurde, dem wird dieses Buch eine faktenreiche, gut lesbare Zusammenfassung der Entwicklung der elektronischen Spionage und Massenüberwachung in den vergangenen Jahrzehnten im Allgemeinen und der NSA im Besonderen geben.
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Sie stellen jedem Kapital ein Zitat aus „1984“ voran und beschreiben nachfolgend eine Realität, die mindestens 30 Jahre und wenigstens eine Dimensionen weiter ist.
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Mehr noch – die Autoren verdeutlichen, dass Orwells Totalitarismus-Vorstellungen heute nicht mehr relevant sind, weil sie davon ausgingen, dass totalitäre, sich auf alle Lebensbereiche erstreckende Überwachung, um diese im Sinne von Herrschaftssicherung manipulieren, ja gleichschalten zu können, nur durch Zwang und Strafandrohungen herbeizuführen, durch Widerstand jedoch zu verhindern sei. Das Erstere ist längst obsolet und das Zweitere wahrscheinlich auch schon.«

16.02.2015 | von Gabriele Muthesius

alles lesen => http://das-blaettchen.de/2015/02/nsa-google-co-%E2%80%93-oder-die-mechanik-des-modernen-totalitarismus-31894.html

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