„Das ist die Seuche dieser Zeit: Verrückte führen Blinde“

»Nein zu Krieg und Konfrontation
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In dieser Tradition ist meines Erachtens der Friedenswinter 2014/2015 zu sehen.
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Anlass waren die besorgniserregende Situation in der Ukraine wie auch die Aussagen von Politikern, insbesondere des Bundespräsidenten Gauck und der Kanzlerin Merkel, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, auch militärisch.
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„Verantwortung für unser Land heißt: Nein zu Krieg und Konfrontation.“
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Das ist die aktuelle Friedensbewegung: Kooperation statt Konfrontation, eine Politik der gemeinsamen Sicherheit, in die auch Russland einbezogen werden muss. Keine militärischen Interventionen mehr, keine Atomwaffen …
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Mahnwachen oder Montagsdemonstrationen:
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Vor allem geht es gegen die Verschärfung des Krieges in der Ukraine, gegen die Ausspähung der Bevölkerung durch die US-amerikanische National Security Agency (NSA) und auch gegen die Einseitigkeit der Medien.
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Aber auch der Friedenswinter wurde von vielen Medien mit Häme, böswilligen Unterstellungen und Beschuldigungen begleitet. Dabei ist nicht auszuschließen, dass subversive Kräfte an der Spaltung und Diskreditierung der gesamten Friedensbewegung beteiligt sind. Denn eine starke Bewegung für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen ist mit Sicherheit nicht im Interesse der Regierenden in diesem Land, nicht in Europa und nicht in den USA.
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Schon die Bezeichnung macht deutlich, dass Pegida nichts mit der Friedensbewegung zu tun hat, zumal bei den Kundgebungen fremdenfeindliche und nationalistische Ansichten vertreten werden.
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Viele Bürger merken heute mehr oder weniger – oft nur intuitiv – dass etwas nicht stimmt, dass sie von den amtierenden Politikern und den nahezu einheitlich agierenden Massenmedien nicht ernst genommen und sogar belogen und betrogen werden. Die Menschen leiden unter der Entsolidarisierung in der Gesellschaft, die durch eine verantwortungslose Politik verursacht wird: Arbeitslosigkeit, zunehmende Altersarmut, übermäßig teure Mieten, mangelnde Krankenversorgung, soziale Unsicherheit … Ein Viertel der deutschen Bevölkerung, das sind etwa zwanzig Millionen, leben unterhalb oder am Rande des Existenzminimums, und das in einem der reichsten Länder der Welt.
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Während Schwimmbäder, Jugendzentren, Bibliotheken, Theater und andere Kultur- und Sozialeinrichtungen geschlossen werden und Hartz-4-Empfänger nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, wachsen Einkommen und Vermögen gar nicht so Weniger auf Kosten der großen Mehrheit ins Unermessliche. Zugleich gehen Milliarden in die Rüstung, an Banken oder jetzt an die Kiewer Ukraine, wo eine von den USA unterstützte kriminelle Regierung Krieg gegen die eigene ostukrainische Bevölkerung führt und den Militärhaushalt soeben auf 2,4 Milliarden Euro verdoppelt hat.
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Pegida:
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wenden sich gegen Menschen, denen es noch schlechter geht als ihnen. Und die Politiker fragen bisher nicht nach den Motiven so einer Protestbewegung, sie ignorieren zum Beispiel die Ursachen der Flüchtlingsströme aus den zerstörten Ländern (zerstört von wem und warum?).
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Was aber ist davon zu halten, wenn durchaus gutwillige, antimilitaristisch und pazifistisch orientierte Bürger, die an Friedensmärschen oder Mahnwachen teilnehmen, pauschal als Nazis, Antiamerikaner, Putinfreunde oder Querfrontler diffamiert werden?
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Zu registrieren ist, dass in letzter Zeit mehr und mehr ehrabschneiderisch gegen Menschen polemisiert wird, die sich für Frieden und gegen Militarisierung wenden.
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Einer der Kampfbegriffe ist Antiamerikanismus.
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„Eine geopolitische ‚Führungsmacht‘, deren Regierung immer wieder Feldzüge unternimmt, um andere Staaten zu ruinieren; die geheimdienstlich einen weltweiten Big-Brother-Betrieb unterhält, sich massenmediale Beihilfe für ihre Operationen out of area kauft, zerstörerische ‚Revolutionen‘ anzettelt, per Drohne illegal Widersacher tötet, auch Folterungen nicht scheute – wenn ich dieser US-amerikanischen Politik widerspreche, ziehe ich mir hierzulande leicht den Vorwurf zu, ich sei ‚Antiamerikaner‘, ein Feind der ‚westlichen Wertewelt‘, vermutlich ideologisch infiziert von nazistischen Hinterlassenschaften.“
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Allerdings fühle mich dazu verpflichtet, mich jeglicher Form von Gewalt entgegenzustellen und von Mitdemonstranten zu distanzieren, die neonazistische, menschenverachtende Ansichten vertreten.
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Im Übrigen halte ich es für an der Zeit, dass Millionen auf die Straße gingen, alle, die intellektuell oder intuitiv begriffen haben, worum es geht: Um die Bewahrung des akut gefährdeten Friedens.«

21.01.2015 | von WOLFGANG BITTNER (ist Jurist und Schriftsteller. Kürzlich erschien sein Buch Die Eroberung Europas durch die USA.)

alles lesen => http://www.hintergrund.de/201501213392/globales/kriege/nein-zu-krieg-und-konfrontation.html

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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