»SM«

»So, aus Schröderschem Geist, wuchs, von Merkel geschweißt …
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Ein Auszug aus der Brockhaus Enzyklopädie, 27. Auflage 2078-2079.
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Als Schröderianismus-Merkelismus (SM) werden die von Otto Graf Lambsdorff, Gerhard Schröder und Angela Merkel begründeten Lehren mit ihren weltanschaulichen, philosophischen, ökonomischen, sozialwissenschaftlichen und politischen Inhalten bezeichnet.
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Der Schröderismus-Merkelismus wurde von seinen Kritikern als Weltanschauung der gesellschaftlichen Mittelschicht (kurz auch als »die Mitte« bezeichnet) bezeichnet, die sich selbst als alternativlos, ideologielos und klassenlos kategorisierte. Der SM war für die Volks- und Massenparteien stillschweigend verbindlich. In der Bundesrepublik war er wegen der führenden Rolle der Merkel-CDU in Staat und Gesellschaft die allein gültige Staatsideologie. Die Bezeichnung »Schröderismus-Merkelismus« war als Name in den Jahren seiner Existenz jedoch nicht gebräuchlich. Er ist ein Begriff der Geschichtsschreibung.
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Die konkreten theoretischen Grundlagen für die Durchführung dieser Vision und die Rahmenbedingungen für den anschließenden Aufbau des ungezügelten Kapitalismus stammten von linientreuen Kadern, die in Instituten und Initiativen lehrten und die Öffentlichkeit anleiteten. Sie bildeten Fortentwicklungen oder Präzisierungen des SM an und erklärten, dass nur die Ökonomisierung aller Lebensbereiche zu mehr Freiheit im Sinne des primären Ziels führe. Als probate Einzelschritte zur Verwirklichung galten Privatisierung, Deregulierung und ein minimaler Staat. Seine Kritiker kreideten dem SM das Anwachsen von Armut, Ungleichheit und die Aushöhlung demokratischer Prozesse an.
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Oberstes Leitmotiv blieb dabei immer die profitable Umsetzung aller Bereiche, die das menschliche (Zusammen-)Leben betrafen. Der Kanzlerkult war ein spezifisches Merkmal des SM. Besonders unter Merkel bildete er sich markant heraus. Der so genannte Bundeskanzler, ein Amt das noch aus Zeiten des Rheinischen Kapitalismus (Sozialstaatsmodell) stammte, stieg zu einer fast sakralen Figur auf, die moralische Instanz und Wächter zugleich war. Wegen der umfassenden Aussagekraft und Wirkung ist der Begriff Weltanschauung rückwirkend betrachtet durchaus angebracht.
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Der Schröderismus-Merkelismus der Bundesrepublik trug oftmals unverkennbar religiöse Züge. Einerseits hat das daran gelegen, dass sich frühe und späte Anhänger der Lehre auf die Kernaussage, auf die Zielstellung eines profitableren Lebens bezogen, ohne sich eingehend mit den philosophischen und theoretischen Hintergründen zu befassen. Eine solche Einstellung galt als erwünscht.
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So gelang es dem Schröderismus-Merkelismus sich zu internationalisieren und auf Europa abzufärben. Teils geschah das mit zartem Druck über Institionen, teils mit harten Repressionen und starken Eingriffen in nationale Belange europäischer Nachbarländer. Nach dem Krieg und der Abkehr von dieser Ideologie, griff die Schröderistisch-Merkelistische Partei Deutschlands (SMPD) die Lehren neu auf. Die Splitterpartei fordert Privatisierungen, Freihandel und Deregulierung und leugnet vehement das Scheitern und die Verfehlungen des historischen SM.«

09.01.2015 | von Roberto De Lapuente

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Über Red Skies Over Paradise

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