»Wofür Papst Franziskus’ Prügel-Äußerung steht«

»Es geht beim Prügeln immer um Demütigung, um Erniedrigung und um die Lust, zu schlagen.
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Die mörderische Prügelstrafe in Saudi-Arabien ist gleichsam das letale Ende der patriarchal-religiösen Gewalt. Sie beginnt im Vatikan mit solchen Verteidigungen elterlichen Prügelns und endet in Nigeria, wenn sich eine Zehnjährige im Namen Boko Harams mit einem Bombengürtel in die Luft sprengt.
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Es hat keinen Zweck, den Verteidigern der Gewalt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen, mit den Traumata, die auch nur eine Tracht im Kind auslösen kann oder mit den nachweisbaren Hirnläsionen, die diese Grausamkeiten hinterlassen.
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Wer sein Kind schlagen will, hat nichts anderes gelernt – und ist gewiss selbst so behandelt worden.
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Diese transgenerationelle Erziehungsmechanik ist seit mehr als dreißig Jahren in der Psychologie bekannt. Sie ist der Schlüssel zur mangelnden Empathie, zu Sadismus und Verbrechen.
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Erst unter der Schröder-Regierung wurde die Prügelstrafe auch in der Familie endlich abgeschafft; zu Beginn des 21. Jahrhunderts! Und kaum 40 Staaten weltweit haben ähnliche Gesetze.
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Und alle Eltern, die prügeln, abwerten, verspotten und niedermachen, geben im schwindsüchtigen Brustton der Überzeugung von sich, das geschähe nur zum Nutzen der Kinder und aus Liebe, damit sie lernten, sich in die Welt zu fügen. Erbärmlichere Lügen gibt es nicht – wer prügelt, seine Kinder beschimpft oder auch ohne körperliche Gewalt, seelische Grausamkeiten zufügt, macht es um seiner Selbst willen. Er agiert seine Frustrationen, seine Wut und seine eigene Lebensenttäuschung an den Kindern aus.
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es wird nicht der erste und nicht der letzte „Klaps“ gewesen sein. Und alle „klapsen“ tief ein in das Selbstwertgefühl des Kindes.
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Wie könnten wir auch glauben, dass dieser „nicht demütigende“ Klaps zusammenhängt mit der Lust am Töten in den Redaktionsräumen einer Satirezeitschrift oder zwischen den Verkaufsregalen eines jüdischen Geschäftes?
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Aber ja doch, der Papst und die Ratzinger-Brüder sind katholisch und jeder Imam muslimisch. Ihre Religionen erlauben ihnen alles … was ihnen Recht ist!
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Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Und genauso wenig gibt es nur bisschen würdevolles Schlagen oder Foltern oder Vergewaltigen, Köpfen oder Abfackeln.
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Grausamkeit und Brutalität dienen immer dazu, die Untertanen, die nächste Generation auf Kurs zu bringen.
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Es muss doch auffallen, dass die abrahamitischen Religionen einen Kult ums Kinderschlachten und Kinderverstümmeln machen.
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Die Erbsünde ist das Vehikel zur lebenslangen Herrschaft über die nächste Generation, die ein bisschen länger lebt als man selbst.
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es ist ein atavistisches elterliches Gefühl. Ich habe dich gemacht! Eltern empfinden ihre Kinder als ihren Besitz, als Organ ihres Körpers. Das Kind hat ein ähnliches Empfinden: es kann lange nicht zwischen der Mutter und sich unterscheiden. Diese anthropologische Notwendigkeit, die das Überleben des Kindes garantieren soll, dieses Gefühl elterlicher Allmacht und die Symbiose zwischen Kind und machtvoller Mutter ist der Urgrund der Illusion von Göttlichkeit.
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Deshalb dressieren, zwingen, gängeln ERZIEHEN Eltern ihre Kinder, nicht um der Kinder willen, sondern um ihrer Selbst willen, wegen ihrer Todesfurcht und nennen das Liebe.
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Und so schlagen Eltern ihre Kinder oder drangsalieren sie psychisch, nur damit sie „nicht vom rechten Weg abkommen“, der immer der Weg der Eltern sein soll; und die Kinder treiben das so fort und steigern es womöglich, um das Loch, das die Lüge hinterlassen hat, das alles geschähe aus Liebe, zu stopfen – aber vergeblich.
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Weshalb beschweren sich die Mütter über machohafte Söhne, die so werden wie ihre Väter, da sie doch die Modelle der Abhängigkeit und Untertänigkeit, des Gehorsams und der Unterwerfung wiederholen und schon früh in ihre Kinder einpflanzen. Es ist zu kurz gegriffen, wenn wir über falsche Freunde klagen, die Jugendliche zu Kriminalität und Gewalttätigkeit anstiften; auch die Klagen über die fanatischen Imame, die junge Männer mit salafistischem Gedankengut vergiften, klingen in meinen Ohren wie Katzenmusik. Es sind ja auch nicht immer die sozial Depravierten, die auf kriminelle, rechte oder muslimische Rattenfänger hereinfallen. Denn was wird den jungen Menschen geboten: die Möglichkeit, sich zu rächen, zu herrschen, die Sadismen herauszulassen, die sie einmal selbst erleiden mussten.
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Mithilfe der Religion wird zurzeit im Nahen Osten von vor allem jungen Männern ein anerzogener, bisher unterdrückter Sadismus ausgelebt. Hier haben sie die Möglichkeit, endlich unbegrenzt auszuagieren, was ihnen einmal widerfahren ist.
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Noch immer suchen wir die Ursachen für Gewalt in der Familie und in der Politik auf Nebenkriegsschauplätzen – natürlich liefern auch sozialer Abstieg und Armut Gründe. Aber sie sind nicht die wirklichen Ursachen. Die sind in den ganz frühen Beziehungen von Kindern und Eltern zu suchen, sie liefern Verhaltensmodelle fürs ganze Leben; aber davor verschließen wir die Augen, weshalb sonst hätte der Vatikan Alice Miller nie geantwortet?
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Der aktuelle Fundamentalismus ist ein Ausdruck für diese Sehnsucht nach Unselbstständigkeit und dem erlösenden Ausagieren der einmal erlebten Grausamkeiten, die man anderen aufpressen will.«

11.02.2015 | von Wolfgang Brosche

alles lesen => http://www.theeuropean.de/wolfgang-brosche/9600-wofuer-papst-franziskus-pruegel-aeusserung-steht

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