Schmöker, Krimi, Sachbuch

»»Dieser Schlappschwanz hat mich im Stich gelassen. Er ging nach Towerhill, um dort die neue Puritan-Filiale zu leiten … Sie sprachen eben im Plural?««

John Brunner, Schafe blicken auf

Dieses Buch verfolgt mich nunmehr seit 30 Jahren. 1982 das erste Mal gelesen. Nachdem ich mich anfänglich an den Stil des Buches gewöhnt hatte, las ich es dann in einer Nacht der Nachtwache als Wehrpflichtiger der Bundeswehr in einem Rutsch aus. Dieses Buch erzeugt einen Sog, dass es einen immer schneller, sozusagen strudelartig, lesen lässt. Anfang der 1970er Jahre geschrieben, nimmt dieses Buch so viel vorweg, was sich heute in Amerika und der Welt abspielt. Der Autor irrte sich zwar (noch?) in den Gründen der Ereignisse, vornehmlich in den USA, die Schafe in England aufblicken lassen werden, aber erschreckenderweise scheinen Gründe kaum eine Rolle für die Folgen zu spielen. Sie treten ein. Ein Buch, das jede*r gelesen haben sollte.

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»GvB: Ich weiß, dass Sie sich ein preußisches Herrenhaus nach Oberbayern gesetzt haben, dass Sie zwei Möpse haben oder hatten. Leben die noch? Loriot: Die ersten beiden nicht mehr.«

Gero von Boehm, Begegnungen – Menschenbilder aus drei Jahrzehnten

Einer der besten Interviewer, Gero von Boehm, hat hier Interviews der letzten 30 Jahre veröffentlicht. Chronologisch. Es ist eine atemberaubende Zeitreise geworden und diese Reise lässt einen Prominente und Berühmte, sehr oft bereits Verstorbene, begegnen und diese Begegnungen können die Augen für bislang Verschlossenes öffnen. Das Buch gibt viele Anregungen Dinge anders zu sehen und birgt die Chance, das Denken die Richtung wechseln zu lassen. Sehr empfehlenswert.

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»Die bedrohliche Situation gehört zum »Tatort« im Ersten, jetzt sehe ich im Zweiten einen Tierfilm, die Angst hatte nichts mit mir zu tun, nur mit einem Film. Das ist eine Form der Abspaltung, die nicht dazu führen kann, dauerhaft Ängste jener Frau zu beseitigen. Eine Scheinbewältigung, die langfristig gesehen zu einer ständig wachsenden Verunsicherung führt, was die eigenen Bewältigungsfähigkeiten betrifft.«

Georg Piper – Überleben oder Scheitern – Die Kunst, in Krisen bestehen und daran zu wachsen

Da ich in diesem Buch noch keinen großen Lesefortschritt gemacht habe, zitiere ich den Klappentext:
»Jeden kann es treffen, aus heiterem Himmel: eine Kündigung, ein Unfall, der Verlust eines geliebten Menschen, eine schwere Krankheit. Wie geht das Leben nach einem solchen Schicksalsschlag weiter? Der Mensch ist zum Überleben geboren, davon ist der Psychologe und Experte für Krisenintervention, Georg Pieper, überzeugt. Wir haben gleichsam eine Art Überlebensfaktor in uns, eine Reihe von ureigenen Schutzmechanismen, die uns helfen, sogar das Schlimmste zu überstehen. Pieper, der seit 20 Jahren Angehörige und Opfer von Katastrophen wie dem Grubenunglück in Borken, dem ICE-Unglück in Eschede oder dem Amoklauf in Erfurt therapiert, zeigt anhand seiner eindringlichsten Fälle, welche physischen und psychischen Überlebensmechanismen in und nach Extremsituationen greifen und wie wir besser mit persönlichen Krisen und Lebensängsten umgehen können.«
Angesichts der aktuellen Katastrophen und der noch schlimmer zu erwartenden, verspreche ich mir nach dem Lesen des Buches mehr Gelassenheit und Distanz zu den globalen und persönlichen Katastrophen des Lebens.

Irgendwas ist immer

Was lest ihr gerade? Wenn ihr wie ich seid, was ich fast annehme, dann lest ihr mehr als ein Buch gleichzeitig. Also schlage ich folgendes Vorgehen vor:

1. Schnappt euch drei Bücher, die ihr gerade lest, schlagt sie auf Seite 135 auf, zählt den 9. vollständigen Satz ab und postet den 9., 10. und 11. Satz.
2. Nennt Autor und Titel.
3. Sagt zwei, drei Sätze zu diesem Buch, ob ihr es (bisher) mögt, ob ihr es weiterempfehlen würdet.

Und wenn ihr die Idee (so neu ist sie nicht) als Stöckchen weiterwerfen wollt, bitte, gern!

Los? Los! Hier sind meine aktuellen drei Bücher:

  1. „Ich hatte an jenem Nachmittag in einem Buch über Platon eine Passage über das Göttliche gelesen, und zwar daß die alten Griechen in Augenblicken furchterregenden Unheils oder unbändiger Freude, wenn alles im Leben plötzlich blendend aufscheint in einem fast unerträglichen Licht, das Empfinden von etwas Göttlichem, unkontrollierbar…

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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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