»Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu«

»… durch eine umsichtigere und selbstkritischere Auseinandersetzung mit offenkundigen Missständen und den Botschaften von breiten Protestbewegungen würden den Radikalen der Boden zur Instrumentalisierung von Sympathisanten entzogen.
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Spaß daran zu haben, dass was anderen wichtig oder gar heilig ist zu veralbern, das sollte jedenfalls nicht vorschnell mit Presse- oder Meinungs-Freiheit in Verbindung gebracht werden. Solche Bestrebungen sind eher ein Ausdruck von Verantwortungslosigkeit oder Dekadenz.
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Gerade für den Umgang mit verschiedenen Kulturen und religiösen Auffassungen trifft zu, dass fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten ein beträchtliches Maß an Duldsamkeit und gegenseitigem Gelten-Lassen erforderlich machen, um sich in gegenseitiger Achtung nicht zu überfordern.
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Denn wenn die Menschen etwas mehr Empathiefähigkeit besitzen würden, sich selbst nicht ständig als Maßstab für andere sähen, sie in größerem Umfang mit sich selbst in Frieden leben könnten und sie sich wirkungsvoller einer Gier nach Aufmerksamkeit, Geld und Macht widersetzten, ja – dann würde die Würde des Menschen wesentlich besser geschützt.
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Jeder hat die Freiheit, störende Attacken auf anderer zu lassen
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Demnach hat jeder Mensch, erst recht in der Öffentlichkeit agierende Personen oder Medien-Redaktionen darauf zu achten, ob durch Texte, Fotos oder Zeichnungen andere in ihren persönlichen Rechten beeinträchtigt werden oder sich so fühlen könnten. Allen Versuchen, durch Aufmerksamkeit erregen sollenden Schwachsinn oder das Hochpeitschen von Umsatzzahlen nun mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung begründen zu wollen, fehlt somit die Basis.
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„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Volkstümlicher und etwas leichter zu verstehen heißt es: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“.
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Es gibt kein Recht auf Terror. Aber auch Satire muss nicht alles machen. Denn nicht nur Kalaschnikow-Geschosse sondern auch Worte und Bilder können schwer verletzen.
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Muss man alles sagen, meinen, zeichnen?«

09.01.2015 | von Albert Wunsch

alles lesen => http://www.theeuropean.de/albert-wunsch/9447-charlie-hebdo-auch-satire-muss-nicht-alles-machen

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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