»Danach dann endlich Sendeschluß.«

»Samstagabend. Ohnsorg läuft.
Überm Hof spielt einer Klavier.
Draußen regnet’s, Mama schläft
zwischen Salzgebäck und Bier.
Lottozahlen – wieder nichts!
„Wort zum Sonntag“, Tagesschau.
Papa liegt schon lange im Bett.
Nach der Sportschau war er blau.
„Weil der FC so niemals Meister wird…“,
sagt er und überhaupt: Er will seine Ruhe.

Samstagnacht. Fast ohne Ton,
noch ein Spätfilm im Programm.
Irgend etwas mit einem Spion,
der durch Mauern schauen kann.
Cadillacs und Crime und Sex.
Viel Klamauk und reichlich Stuß.
Mit Showdown und Happy-End
mit einem falschen Zungenkuß.
Halt so, wie man es von tausend Filmen kennt.
Danach dann endlich Sendeschluß.

Jetzt stehe ich hier in Augsburg vor der Halle.
Ich laufe hier herum seit kurz nach Drei,
weil ich halt nach dem Film
ganz leise durch die Türe bin – aus, vorbei.
Ein bißchen Angst hatte ich schon.
Was meinst du wohl, wie man nachts friert?
Hätte besser etwas mehr eingepackt,
nicht nur hier das Briefpapier.
Bis Frankfurt ein Containertruck,
und seit Stuttgart schreibe ich dir.

Ach ja, Kerstin heiße ich.
Ich komme aus Kalk.
Fünfzehn werde ich noch dieses Jahr.
Du denkst bestimmt, ich hätte einen Knall.
Klar, wieso trampe ich euch nach?!
Ihr sagt, ihr habt keine Jobs mehr frei.
Länst komplett“ – ich würde nicht gebraucht.
„Scheiße, Mann!“, ich wäre so gerne dabei.
Hatte gedacht, daß ihr versteht.
Sag, geht der Abfuck eigentlich nie vorbei,
daß auch noch ihr mich hängenlasst?!!«
[bap.de/start/musik/songtexte/titel/sendeschlu%C3%9F]

BAP: Sendeschluss

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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2 Antworten zu »Danach dann endlich Sendeschluß.«

  1. Christiane schreibt:

    Tolle Version. Das kenn ich auch noch in neu … ich werde alt. Na gut, älter. ;-)

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