»Im Übrigen sollten wir die Rede von der großen Liebe meiden.«

»Während des ersten gemeinsamen Urlaubs auf Kreta macht Julius seiner neuen Freundin Karin einen Heiratsantrag.
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„Es kommt so überraschend“, sagt Karin. „Darf ich es mir überlegen?“
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„Natürlich, solange du willst!“
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Anderthalb Jahre später, während eines ganz und gar belanglosen Sonntagsfrühstücks, sagt Karin: „Übrigens, ich habe es mir überlegt. Wir könnten wirklich heiraten!“
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„Jetzt willst du, weil ich mich damit abgefunden habe, dass es nicht die große Liebe ist“, sagt Julius.
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Julius hat seine tiefe Kränkung nur versteckt. Hinter dieser Fassade reagiert er wie ein beleidigtes Kind.
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wenn Julius Karin nach Jahren vorwirft, er habe sich damit abgefunden, dass sie füreinander zweite Wahl seien, erniedrigt er sich selbst so gut wie Karin.
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[Die große Liebe] ist tückisch, denn sie gibt vor, Gefühle zu vergleichen, ja zu messen.
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Eine wachsende Liebe, die wir hinter Karins anfänglichem Zögern und späterer Entscheidung vermuten, hat der großen Liebe manches voraus, auch wenn sie bescheidener auftritt.«

31.12.2014 | von Wolfgang Schmidbauer

alles lesen => http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/52/wolfgang-schmidbauer-heiratsantrag-ueberlegen

Über Red Skies Over Paradise

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