»Drei Millionen Menschen teilen ihre Couch«

»Weniger besitzen, mehr haben
… | …
In Zukunft werden wir keine Güter mehr kaufen, sondern das Recht, sie zu nutzen. Auch wenn wir Klopapier niemals teilen werden, ist die Revolution nicht mehr zu stoppen.
… | …
Die meisten Verbraucher, über Jahrzehnte an das Diktum des stetigen Wachstums gewöhnt, kennen in ihrem Konsumverhalten keine Alternative zum Besitz. Ein Arbeitsweg muss zurückgelegt werden? Es wird ein Auto gekauft. Es muss eine maschinelle Arbeit im Haushalt erledigt werden? Im Baumarkt gibt es das passende Elektrowerkzeug zum Spottpreis. Etwas vom Gekauften geht zu Bruch? Neu, neu, neu.
… | …
Wäre es nicht besser, wenn ich, anstatt die Bohrmaschine kaufen zu müssen, lediglich für 13 Minuten Zugriff auf die Bohrmaschine zahlen würde? Produzenten würden dann keine Waren mehr anbieten, sondern Dienstleistungen, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Kunden. Wenn ich einen Weg zurücklegen will, würde ich dann kein Auto mehr kaufen, sondern Mobilität. Anstelle eines Tennisschlägers oder Skiern würde ich sportliche Betätigung kaufen, und anstelle der Bohrmaschine erhielte ich für mein Geld Zugang zu Werkzeug.
… | …
Die Ökonomie des Teilens ist ein globales Erfolgsmodell. Nach Zahlen des Wirtschaftsmagazins „Fast Company“ teilten sich 2012 rund drei Millionen Menschen in 253 Ländern ihre Couch mit anderen, liehen sich 2,2 Millionen Menschen monatlich ein Fahrrad und wurden jährlich rund 1,5 Milliarden Euro in Start-ups investiert, die sich mit der Wirtschaft des Teilens befassen.
… | …
Oder die von mir und meinem Team entwickelte Smartphone-App Why own it, ein soziales Netzwerk, das dem Nutzer anzeigt, welche Produkte er sich von Freunden oder Menschen in seiner Umgebung ausleihen kann.
… | …
In Zukunft werden Konsumenten in ein Geschäft gehen, den Barcode eines Produkts scannen und mittels „Why own it“ erfahren, wer in der Nachbarschaft das Produkt besitzt und verleiht.
… | …
Das Teilen wird den Kauf von Dingen nie ganz ersetzen.
… | …
Intelligent eingesetzt zerstören die Konzepte der Sharing Economy nicht die Wirtschaft, sondern erschaffen neue Märkte, auf denen ressourcenschonender gewirtschaftet werden kann – und das ist dringend nötig.
… | …
Die entmenschlichte elektronische Warenwelt würde auch wieder in die Lebenswirklichkeit zurückgeholt werden, wenn ich mir die Bohrmaschine des Nachbarn leihe und einfach mal wieder „Hallo“ sage.«

19.05.2014 | von Philipp Gloeckler

alles lesen => http://www.theeuropean.de/philipp-gloeckler/8149-konsumveraenderung

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPlink abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.