Die Verhältnismäßigkeit der Betroffenheit.

wahllos ausgewählte (per Suchmaschine binnen 15 Minuten) Todeszahlen (jährlich & weltweit & ca.):

13.505.000 Hungertote (alle Menschen)

6.307.000 hungertote Kinder <10 Jahren

1.700.000 Tuberkulosetote

1.200.000 Verkehrstote

180.000 Kriegstote

33.000 Terrortote

Tote, für die es keine Breaking News gibt, nehmen wir nicht wahr: unser Mitleiden und unser Trauern wird manipuliert – wir lassen entscheiden, um welche Toten wir weinen.

Menschen, die vor Not, Tod und Elend flüchten und hier vorübergehend Zuflucht suchen, denen sagen wir in Gestalt unseres Bundespräsidenten: »[…] unsere Möglichkeiten sind endlich. […]«. Endlich ist allein das Leben; für die Armen oder Notleidenden etwas früher, für die Reichen oder im Überfluss Lebenden etwas später. Alles Andere ist eine Sache des Willens: angesichts unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten gäbe es nur eine Zahl für die Obengenannten: 0.

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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2 Antworten zu Die Verhältnismäßigkeit der Betroffenheit.

  1. nandalya schreibt:

    Unsere (gesteuerte) Presse hat ein neues Leckerchen für die tumpen Massen. Und die PolitikerInnen reiben sich die feisten Hände, haben sie uns doch wieder gut im Griff. Und während die Franzosen nun ebenfalls Bomben werfen, geht das Elend auf der ganzen Welt weiter.

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  2. Karl schreibt:

    So ist das nun mal. Die über 40 Toten des IS-Anschlags in Beirut wenige Stunden vor den Anschlägen in Paris sind ja medial, zumindest in Westeuropa auch fast untergegangen.

    Aber natürlich kann man Opferzahlen nicht aufrechnen, das funktionert nicht und macht auch keinen Sinn. Dafür, ein rationales Verhältnis zur Gefährdung durch die verschiedenen Möglichkeiten ums Leben zu kommen und damit zur Angst davor, auch vor dem Terror, zu bekommen, sind solche Zahlen schon manchmal sinnvoll.

    An der schweren Verdaulichkeit solcher Nachrichten wie aus Paris ändern sie indes wenig. Relativieren können sie die Taten auch nicht. Was uns natürlich nicht davon abhalten sollte, der anderen millionenfachen Opfer gelegentlich auch zu gedenken.

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