Seit wann sind Geschäfte und Profite wichtiger als Menschenleben?

»…wir weigern uns, das deutsche Bewusstsein zurückdrehen zu lassen auf die Steinzeit.
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Der Friede ist die Zukunft, der Krieg ist die Vergangenheit.
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Es ist nicht wahr, dass unser Pazifismus ein Reflex der Nachkriegszeit sei; es ist die prinzipielle Überzeugung jeder Vorkriegszeit; grundsätzlich gegen jeden Krieg sind wir.
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Angst und Gewalt, das ist die Logik des Krieges, und nur solange die Mächtigen uns Angst einjagen können, etabliert sich ihre Macht im Waffengang.
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„Wir bekämpfen hier keine Terroristen, wir sind selber Terroristen.“
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Das ist der Anfang des Verbrechens, man kann seine Persönlichkeit nicht abgeben an der Garderobe der Weltgeschichte, bloß weil man sich die Uniform anzieht.
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Wir morden digital in 10.000 Kilometer Entfernung damit es unsere Nerven nicht berührt […]?
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Wir haben beim Töten nämlich Skrupel und wir wollen sie erzeugen!
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Zwölf Jahre hatte Erich Maria Remarque nötig um zu Papier zu geben: „Wenn das möglich war“ – damit meinte er die Stahlgewitter an der Westfront -„war alles umsonst was wir jemals Kultur genannt haben, von Platon bis Schopenhauer. Sechs Wochen Ausbildung haben genügt, dass wir durch den Dreck robben, für irgendjemanden, der die richtigen Epauletten hat. Wir sind zu Tieren geworden, zu Mördern geworden, wir haben aufgehört, Menschen zu sein.“
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Mit Bomben schafft man Friedhöfe, doch niemals Frieden!
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dass es eine totale Veränderung des Bewusstseins bedeutet wenn man Jugendlichen beibringt, dass ab sofort zu gelten habe „du oder ich“ und wie tötet man den sogenannten Feind am schnellsten und am radikalsten.
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Kein Drohnenangriff, den die Amerikaner fliegen, ohne dass er koordiniert würde im deutschen Ramstein. Alle wissen das, aber es ist dringend nötig diese missbräuchliche Form, einen deutschen Stützpunkt zu benützen, zu denunzieren und abzuschaffen. Wir brauchen nicht Waffen, die töten ohne dass wir eigene Soldaten gefährden. Wir brauchen die Abschaffung von Waffen, damit niemand mehr gefährdet wird.
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die Bundeswehr ist kein Unternehmen unter anderen! Was man dort lernt ist das Töten von Menschen auf die effizienteste Weise!
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1989 versprach man Gorbatschow, es würde die NATO sich keinen Zentimeter nach Osten wegbewegen. Genscher noch verhandelte über die Wiedervereinigung Deutschlands auf der Basis der Vorstellung, dass die neuen Bundesländer entmilitarisiert bleiben würden. 20 Jahre hat man in Neuruppin darum gekämpft, dass die Bundeswehrpläne zur Einrichtung eines Bombodroms dortselbst endlich scheitern konnten; im Übrigen ist der Durchmarsch der NATO komplett. Elf Staaten wie ein Krake umklammern jetzt die Westgrenze Russlands. Die NATO steht in Georgien, will in die Ukraine, richtet ihre Stützpunkte ein in Kasachstan, Kirgisien und Usbekistan, beansprucht die Lufthoheit in Mittelasien über Afghanistan. Überall da wo die NATO nicht hingehört steht sie heute! Sie ist kein Verteidigungsbündnis, sie ist das aggressivste Bündnis, das die Menschheit je gesehen hat!
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Die Rüstungsausgaben Russlands liegen bei 80 Milliarden Dollar. […] Aber gerade bewilligt man den USA 500 Milliarden Dollar plus den Milliarden die nötig sind, das Ausspähprogramm der NSA weltweit zu etablieren […] Das […] muss sich addieren zu den rund 300 Milliarden, die die NATO-Staaten aufzubringen haben. Das ist gesamt gerechnet mehr als das Zehnfache von allem, was Russland ausgibt zu seiner Verteidigung. Wer hat da Grund, sich vor wem zu fürchten?
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Wir haben unter Adenauer 1963 als Bundesrepublik West versprochen, es würden 0,7% des Bruttosozialproduktes eingesetzt werden für Entwicklungshilfe. Niemals ist es in all der Zeit auch nur zu 0,4% gekommen. Und abkassiert haben wir aus den Schuldenzinsen der Entwicklungsländer das Fünfundzwanzigfache. […] Aber nun das Fünffache, 2% des Bruttosozialprodukts für Rüstung ist das Ende und die Perversion der Weltverantwortung.
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Die Friedenspolitik der Balance of Power, die Friedenspolitik der wechselseitigen Abschreckung, dafür brauchten wir Atomwaffen, bakteriologische Waffen, chemische Waffen, Napalm-Bomben – alles was dazu beiträgt, Völkerrecht zu brechen, lag und liegt noch heute in den Arsenalen der NATO. 1989 hatte sie ihre Funktion verloren. Und plötzlich offenbart sie, was sie immer wollte: Die Hegemonialansprüche der USA zu globalisieren ohne Halten, ohne Grenzen, für die Durchsetzung der Kapitalinteressen.
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Oh ja, Verantwortung hätten wir. Inmitten einer Welt, in der 50 Millionen Menschen Hungers sterben, hätten wir Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Nahrungsknappheit endet, Trinkwassermangel beseitigt wird, Überbevölkerung reduziert wird, Umweltzerstörung eingedämmt wird, Wirtschaftsmigration von Millionen Menschen im Elend endlich ein Ende hätte. Stattdessen sehen wir, wie das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt wird, abgewehrt mit militärischen Mitteln von Frontex, bezahlt in Berlin, Sitz in Warschau, um das Wirtschaftswohlstandskontinentgebiet Europa in den Südgrenzen abzuschotten.
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Wohl ist es wahr: Als wirtschaftsstärkster Staat Europas haben wir weltweit Verantwortung. Aber […] ist die Verantwortung dahin gediehen, dass wir an dritter Stelle der waffenexportierenden Länder stehen.
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Wir wollen Frieden und keinen Krieg!«

13.12.2014 | von Eugen Drewermann

alles lesen => http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/008905.html

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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3 Antworten zu Seit wann sind Geschäfte und Profite wichtiger als Menschenleben?

  1. nandalya schreibt:

    Ganz böse Zungen behaupten, dass die Überbevölkerung durch einen neuen Krieg reduziert werden soll. Wird. Es hat begonnen.

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    • Die Überbevölkerung im Sinne von unbeherrschbarer Masse; die Betonung liegt auf unbeherrschbar. | Und wahrscheinlich waren wir nie ohne diesen Krieg. Jetzt wird er immer wärmer, bald heiß. Ja.

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  2. Sylvia Kling schreibt:

    Wow! Das ist von Drewermann? Ich dachte, er deutet nur Märchen tiefenpsychologisch. 😯

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