»Warum der Dritte Weltkrieg über dem Horizont steht«

»Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 führte zur Entstehung einer gefährlichen amerikanischen Ideologie namens Neokonservativismus.
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Der neokonservative Journalist der Washington Post Charles Krauthammer fasste die „neue Realität“ zusammen wie folgt:
„Wir verfügen über überwältigende globale Stärke. Wir sind die von der Geschichte vorgesehenen Wächter des internationalen Systems. Als die Sowjetunion fiel, wurde etwas neues geboren, etwas ganz und gar neues – eine unipolare Welt, beherrscht von einer einzigen Supermacht, ungehindert durch irgendwelche Rivalen und mit entscheidendem Zugriff auf jeden Punkt der Erde. Das ist eine atemberaubende neue Entwicklung in der Geschichte, wie man sie seit dem Fall Roms nicht mehr gesehen hat. Nicht einmal Rom war ein Modell für das, was Amerika heutzutage ist.“
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Die Wolfowitz-Doktrin [1] hält fest, dass es das „oberste Ziel“ amerikanischer Außen- und Militärpolitik ist, „die Wiedererstehung eines neuen Rivalen, sei es auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo, der eine Gefahr darstellt (für einseitige Aktionen der USA) in der Größenordnung derjenigen, die ehemals von der Sowjetunion gebildet wurde, zu verhindern. Das ist eine dominierende Überlegung, auf der die neue regionale Verteidigungsstrategie beruht, nämlich jegliche gegnerische Macht daran zu hindern, eine Region zu beherrschen, deren Ressourcen unter konsolidierter Kontrolle ausreichen würden, um globale Herrschaft zu bilden.“ (Eine „gegnerische Macht“ ist ein Land, das stark genug ist, um eine Außenpolitik zu betreiben, die unabhängig ist von der Washingtons.)
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Die unilaterale Sicherung amerikanischer Macht begann ernsthaft mit dem Clinton-Regime – mit den Interventionen in Jugoslawien, Serbien, Kosovo und mit der Flugverbotszone, die über den Irak verhängt wurde. 1997 verfassten die Neokonservativen ihr „Project for a New American Century“ („Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert.“) Im Jahr 1998, drei Jahre vor 9/11, schickten die Neokonservativen einen Brief an Präsident Clinton, in dem sie einen Regimewechsel im Irak forderten und „die Entfernung Saddam Husseins von der Macht.“ Die Neokonservativen legten ihr Programm für die Entfernung von sieben Regierungen in fünf Jahren fest. (Siehe Interview mit General Wesley Clark [2])
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Paul O’Neil, Präsident George W. Bushs erster Finanzminister, hat öffentlich gesagt, dass die Invasion des Irak auf der Tagesordnung der ersten Kabinettssitzung Präsident Bushs stand. Diese Invasion wurde vor dem 9/11 geplant. Seit dem 9/11 hat Washington ganz oder teilweise acht Länder zerstört und konfrontiert jetzt Russland sowohl in Syrien als auch in der Ukraine.
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Die machtbesessenen fanatischen Neokonservativen, die die Regimes Clinton, Bush und Obama kontrolliert haben, sind so befangen in ihrer eigenen Überheblichkeit und Arroganz, dass sie bereit waren, Russland bis zu dem Punkt zu stoßen, an dem ihre türkische Marionette ein russisches Flugzeug abschoss, und die demokratisch gewählte Regierung der Ukraine zu stürzen, die ein gutes Verhältnis zu Russland hatte, um an deren Stelle eine amerikanische Hampelregierung zu setzen.
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Um die amerikanische Hegemonie zu perpetuieren, warfen die Neokonservativen die Garantien Washingtons gegenüber Gorbatschow über Bord, nämlich dass die NATO sich keinen Zentimeter in Richtung Osten bewegen würde.
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Die Neokonservativen zogen die USA aus dem ABM-Vertrag heraus, in dem festgehalten war, dass weder die USA noch Russland Antiraketen-Raketen entwickeln und einsetzen würden.
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Die Neokonservativen schrieben die Kriegsdoktrin der USA um und hoben Atomwaffen aus ihrer Rolle als Vergeltungswaffe zu einer Waffe für präemptive Erstangriffe.
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Die Neokonservativen begannen mit der Errichtung von ABM-Stellungen an Russlands Grenzen, wobei sie behaupteten, dass diese die Aufgabe hätten, Europa vor nicht existierenden iranischen atomaren Langstreckenraketen zu schützen.
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Präsidentschaftskandidaten in beiden Parteien wetteifern, wer am aggressivsten gegen Russland auftreten und die größten Beleidigungen für Russlands Präsidenten finden kann.
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Die russische Regierung hat gelernt, dass Washington nicht einmal Washingtons eigene Gesetze respektiert, nicht zu reden vom Internationalen Recht, und dass nicht erwartet werden kann, dass Washington eine Vereinbarung einhält.
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Dieses Fehlen von Vertrauen, in Verbindung mit der Aggression gegenüber Russland, ausgespieen von Washington und den Medienhuren mit Widerhall aus den verblödeten europäischen Hauptstädten, hat den Boden für einen Atomkrieg bereitet.
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Um Krieg zu vermeiden, vermeidet Putin provokantes Auftreten und hält sich zurück bei seinen Antworten auf Provokationen des Westens. Putins verantwortungsvolles Verhalten wird jedoch von den Neokonservativen falsch als Zeichen von Schwäche und Angst gedeutet.
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Diese beiden Vasallenstaaten ermöglichen Washingtons rücksichtslose Aggression gegen Russland, indem sie Washingtons Propaganda mitbetreiben und Washingtons Sanktionen und Interventionen gegen andere Länder mittragen.
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An diesem Punkt der Geschichte kann Atomkrieg nur auf zwei Arten vermieden werden.
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Eine Möglichkeit ist, dass Russland und China klein beigeben und Washingtons Hegemonie akzeptieren.
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Die andere Möglichkeit ist, dass eine unabhängige Führung in Deutschland, im Vereinigten Königreich oder in Frankreich an die Macht kommt und sich aus der NATO zurückzieht. Das würde eine Stampede auslösen, aus der NATO auszutreten, die Washingtons wichtigstes Werkzeug ist, um Konflikt mit Russland zu schüren, und daher die gefährlichste Kraft der Erde für jedes europäische Land und für die gesamte Welt.
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Wenn die NATO weiterhin bestehen bleibt, wird die NATO zusammen mit der neokonservativen Ideologie der amerikanischen Hegemonie einen Atomkrieg unabwendbar machen.«

29.12.2015 | von Paul Craig Roberts [3] [4]

alles lesen => http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/009572.html
Quelle: http://www.antikrieg.com/aktuell/2015_12_28_warum.htm vom 28.12.2015. Originalartikel: Why WWIII Is On The Horizon . Übersetzung: Klaus Madersbacher.

[1] „Die atemberaubende unipolare Macht, die die Geschichte Washington verliehen hat, muss um jeden Preis verteidigt werden. 1992 legte der hochrangige Vertreter des Pentagon Unterstaatssekretär Paul Wolfowitz die Wolfowitz-Doktrin fest, die zur Grundlage für Washingtons Außenpolitik wurde.“
[2] http://www.globalresearch.ca/we-re-going-to-take-out-7-countries-in-5-years-iraq-syria-lebanon-libya-somalia-sudan-iran/5166
[3] http://www.paulcraigroberts.org/2015/12/28/why-wwiii-is-on-the-horizon-paul-craig-roberts/
[4] Dr. Paul Craig Roberts was Assistant Secretary of the Treasury for Economic Policy and associate editor of the Wall Street Journal. He was columnist for Business Week, Scripps Howard News Service, and Creators Syndicate. He has had many university appointments. His internet columns have attracted a worldwide following. Roberts‘ latest books are The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West, How America Was Lost, and The Neoconservative Threat to World Order.

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3 Antworten zu »Warum der Dritte Weltkrieg über dem Horizont steht«

  1. jnbender schreibt:

    Da du diesen Artikel ja wohl ganz gut findest: welche Partei wäre denn deiner Meinung nach die „unabhängige“ in Deutschland, die alles richtig machen würde?

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    • Ich finde diesen Artikel lesens- und bedenkenswert. Eine Partei, die alles richtig machte, gibt es nicht, wird es auch nie geben. Der Autor schrieb: „Die andere Möglichkeit ist, dass eine unabhängige Führung … an die Macht kommt und sich aus der NATO zurückzieht.“ Ich vermute, dass bei den im Bundes- und in Landtagen vertretenen Parteien und solchen, die außerhalb der Parlamente für „rechte“ Stimmung in Deutschland sorgen, eine unabhängige Führung nicht in Sicht ist. Weiter vermute ich, dass ein Austritt aus der NATO uns nicht vor den beschriebenen Konsequenzen bewahren würde. Wahrscheinlich ist, dass es den heutigen Großmächten nicht anders ergehen wird als früheren Großmächten: auf dem vermeintlichen Höhepunk ihrer Macht wird diese in sich zusammenfallen. Das dann entstehende Machtvakuum wird uns genauso beunruhigen, wie das in dem Artikel beschriebene Szenario.

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