Die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD).

»Der SWR hat beschlossen, die „Alternative für Deutschland“ (AfD) künftig in den Nachrichtenformaten nicht mehr als „rechtspopulistisch“ zu bezeichnen
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“Die Partei sei ‘mittlerweile bekannt genug’, dass der ‘erklärende, aber auch wertende Zusatz’ wegfallen könne, so die Begründung. Andere Parteien bekämen schließlich auch ‘kein zusätzliches Etikett’, heißt es in einer Dienstanweisung für die Nachrichtenredakteure. Auch Moderatoren müssten ‘nicht reflexartig’ den Zusatz ‘rechtspopulistisch’ nutzen, wenn es um die AfD geht.”
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Über Irrungen eines Senders, der offenbar nicht mehr weiß, was die AfD von anderen Parteien unterscheidet. Zehn Beispiele für Rechtspopulismus in der AfD.
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1. Andere Parteien wiegeln die Bevölkerung nicht derart auf, wie die AfD es derzeit vor allem in der Asyldebatte tut. Denn andere Parteien vergleichen Flüchtlinge zum Beispiel nicht mit „Barbaren“, wie es etwa der AfD-Vizechef Alexander Gauland für opportun hält.

2. Andere Parteien diffamieren die politische Konkurrenz nicht als „Altparteienkartell“, wie der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke es bei seinem Auftritt in der Talk-Show von Günther Jauch tat.

3. Andere Parteien nennen die Medien nicht fröhlich „Pinocchio-Presse“, wie die Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, gerade erst am letzten Wochenende auf dem Parteitag der AfD sehr bewusst ihre Worte wählte. Andere Parteien lästern nicht derart massiv über die „GEZ-Medien“ ab und kündigen wie die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch an, ihren Beitrag einfach nicht zu bezahlen.

4. Andere Parteien beschimpfen Gegendemonstranten nicht als „Lumpenpack“, „Grundrechtsschänder“ und „Demokratie-Verhinderer“ wie Björn Höcke auf den AfD-Demonstrationen in Erfurt demagogisch loslegte.

5. Andere Parteien haben keinen Vize-Vorsitzenden wie Alexander Gauland, der Angriffe auf eine ZDF-Reporterin abtut und lapidar sagt, der Vorfall sei zwar falsch, diesen aber zugleich mit der Unzufriedenheit der AfD-Anhänger mit dem Sender erklärt und so de facto exkulpiert.

6. Andere Parteien bezichtigen eine Zeitung wie die FAZ nicht der „linksfaschistischen Propaganda“, nur weil dort ein kritischer Artikel über sie erschienen ist (mal abgesehen von dem fehlenden Leseverständnis: der Text wurde in der FAS, also der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung publiziert).

7. Andere Parteien lassen einen Mann wie Björn Höcke nicht einfach so gewähren und äußern wie Frauke Petry lediglich einen Dissens in „Stilfragen“, schweigen aber, wenn Höcke wie vor wenigen Tagen seine Nähe zum neurechten Vordenker Götz Kubitschek betont und schwadroniert, die AfD sei die „letzte friedliche Chance“ für Deutschland, „Bewegungspartei” und “Fundamentalopposition”.

8. Andere Parteien erkennen anders als die AfD auf ihrem Parteitag am letzten Wochenende mit der „Jungen Alternative“ keine Jugendorganisationen offiziell an, deren Co-Vorsitzender Markus Frohnmaier jüngst auf einer der von Höcke angeführten Demos Folgendes sagte: „Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde”.

9. Andere Parteien haben keinen Gastgeber, der wie Markus Pretzell auf dem Essener Parteitag Anfang Juli gefordert hat, die AfD müsse auch eine „Pegida-Partei“ sein.

10. Andere Parteien haben keinen stellvertretenden Vorsitzenden wie Alexander Gauland, der die vielen ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingskrise zu „nützlichen Idioten“ erklärt.

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Eine Partei, die nicht bloß rechtspopulistisch ist, sondern immer stärker von der „Neuen Rechten“ um Björn Höcke und André Poggenburg unterwandert wird, nicht einmal mehr „rechtspopulistisch“ nennen zu wollen, ist ein alarmierendes Zeichen.
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Wo bleibt die Verantwortung eines öffentlich-rechtlichen Senders dafür, beim Namen zu nennen, wie eine Partei sich gerade anschickt, die Achse der Republik sehr weit nach rechts zu verschieben?«

02.12.2015 | von Liane Bednarz

alles lesen => http://starke-meinungen.de/blog/2015/12/02/warum-knickt-der-swr-vor-der-afd-ein-wie-ein-sender-die-unterschiede-zu-den-anderen-parteien-verkennt/

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4 Antworten zu Die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD).

  1. nandalya schreibt:

    Eine funktionierende Demokratie braucht keine Verunglimpfungen. Sonst müssten wir „Die Linken“ auch immer noch mit einem Zusatz versehen.

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    • »Populismus, der | (Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen« Quelle: duden.de, abgerufen am 2016-01-06-20-36-08.

      Der Zusatz „populistisch“ ist keine Verunglimpfung. Allenfalls eine Wertung. Die hat in reinen Nachrichten nichts zu suchen, in Kommentaren und Moderationen schon.

      Je nach eigenem Standpunkt „Die Linke“ als linkspopulistisch wahrzunehmen ist legitim.

      Ich bin der Meinung, dass „Die Linke“ die politische und gesellschaftliche Lage nicht dramatisiert sondern realistisch beschreibt.

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