»Silvester-Übergriffe in Köln: Wir sind schockiert! Aber worüber eigentlich?«

»Die Republik ist schockiert! Offenbar haben einige Dutzend Männer nordafrikanischer Herkunft am Silvesterabend auf der Kölner Domplatte zahlreiche Frauen bestohlen, bedroht, sexuell belästigt und in einem Fall sogar vergewaltigt. Diese Form von Kriminalität ist zweifelsohne widerlich, neu ist sie jedoch nicht. Erstaunlich ist daher vor allem, dass Polizei und Öffentlichkeit derart erstaunt über die Vorfälle am Silvesterabend sind und die Politik sich dieses Themas auf höchster Ebene annimmt. Von Jens Berger

Die in den Zeugen- und Opferaussagen genannte Vorgehensweise der Kölner Täter ist nicht unbekannt. Das Opfer wird von einer Gruppe eingekesselt und dann bestohlen oder auch ausgeraubt. Vor allem in Köln ist diese Variante des „Antänzer-Tricks“ ein polizeibekanntes Ärgernis. Die Tatverdächtigen sind meist jung und stammen nach Angaben des Innenministeriums aus Nordafrika. Das gruppenweise Vorgehen hat dabei System. Da das deutsche Strafrecht eine Kollektivbestraftung ausschließt und das Opfer den bestimmten Täter nicht zweifelsfrei zuordnen kann, gehen die „Verdächtigen“ dann in der Regel straffrei aus. Liest man sich die von den Medien veröffentlichten Opfer- und Zeugenaussagen von der Kölner Domplatte durch, ist exakt dies auch bei den Silvesterfeierlichkeiten geschehen. Dass man am Silvesterabend auf der Kölner Domplatte ausgeraubt werden kann, ist jedoch alles andere als überraschend. Der einzige Unterschied zur „normalen“ Alltagskriminalität war offenbar, dass die Täter ob der Feierlichkeiten selbst stark alkoholisiert waren und sexuell zudringlich wurden.

Auch dies ist jedoch trauriger Alltag. Meist spielen sich solche Vorfälle jedoch in „No-Go-Areas“ ab und die Opfer gehören zur gleichen sozialen Schicht wie Täter. So etwas interessiert dann weder die Politik, noch die Öffentlichkeit oder die Medien. Im aktuellen Beispiel spielten sich die Taten jedoch an einer sehr öffentlichen Stelle ab, die auch von Angehörigen der Mittel- oder gar Oberschicht häufig frequentiert wird. Und schon spricht die Politik von einer „neuen Dimension organisierter Kriminalität“ und eine ganze Stadt ist „schockiert“. Das ist nicht neu. Kriminalität ist immer nur dann „schockierend“, wenn ausnahmsweise einmal nicht die Unterschicht, sondern die Mittel- und Oberschicht zu den potentiellen Opfern gehören.

Unlauter ist, dass die Vorkommnisse in Köln nun im Zusammenhang mit der deutschen Flüchtlingspolitik diskutiert werden. Die Tatverdächtigen waren – nach jetzigem Erkenntnisstand – keine Flüchtlinge oder Asylbewerber, sondern ganz „normale“ Angehörige der organisierten Kriminalität; was in diesem Fall auch heißt, dass sie in dem allermeisten Fällen wohl nicht deutschstämmig sind. Nun wäre es natürlich eine sehr wichtige gesellschaftliche Debatte, die Gründe herauszufinden, warum einige wenige Migranten ihr Leben nicht gemeistert bekommen und in die Organisierte Kriminalität abrutschen. Doch diese Fragen werden nicht gestellt.

Man könnte an dieser Stelle auch fragen, warum die Polizei es nicht schafft, mitten in Köln ihrer originären Aufgabe, der Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Raum, nachzugehen. An gleicher Stelle schaffte es die Kölner Polizei bekanntlich nicht, die HoGeSa-Ausschreitungen zu unterbinden. Doch damals ging es um 3.000 bis 5.000 gewaltbereite Schlägertypen und nicht um einige nordafrikanische Bürschlein. Und wenn man nun liest, dass am Silvesterabend selbst weibliche Zivilpolizistinnen sexuell belästigt wurden und die Kollegen sich nur „tief betroffen“ zeigten, aber ganz offensichtlich nicht mit der nötigen Härte gegen die Täter vorgingen, fragt man sich schon, ob wir es hier mit Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz zu tun haben.«

5. Januar 2016 um 14:16 Uhr

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5 Antworten zu »Silvester-Übergriffe in Köln: Wir sind schockiert! Aber worüber eigentlich?«

  1. nandalya schreibt:

    Fakt 1: Die Polizei hat einen Maulkorb bekommen und darf (bundesweit) „südländische“ Täter nicht benennen. Rate warum.
    Fakt 2: Die Medien haben einen Maulkorb bekommen und dürfen (sollen) nicht über „südländische“ Täter berichten. Rate warum.
    Fakt 3: Der Druck (noch nicht kontrollierter) sozialer Medien und massive Anzeigen, haben zumindest bei Teilen der Presse für ein vorsichtiges Umdenken gesorgt. Oder war das Absicht?
    Fakt 4: Politiker heucheln. Dabei haben sie die Zustände (zu) lange toleriert. Und selbst geschaffen.
    Schau, ich bin eine integrierte „Ausländerin,“ aber wir JapanerInnen kommen in der Kriminalstatistik sowieso nicht vor. Ich bin aber auch Deutsche und sehe was passiert. Als lesbische Frau bin ich doppelt betroffen und gefährdet bei Übergriffen. Gut, ich kann mich wehren und mache das auch. Aber gegen ein Dutzend Männer sehe auch ich schlecht aus.
    Ich denke immer weiter. Warum hat die Polizei so „versagt?“ Will man nun doch (endlich!) schärfere Gesetze, mit denen man die (deutsche) Bevölkerung kontrollieren kann? Gern würde ich einen Artikel verfassen. Aber er wird totbesucht. Schau dir die stummen Reaktionen auf meine letzten politischen Artikel an. Auch das ist Deutschland. Augen zu und durch. Wir schaffen das …! Echt? Was? :-(

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    • Es ist viel zu „neblig“, um irgendetwas schlussfolgern zu können.
      Ich finde, die Mainstream-Medien berichten weniger reißerisch als befürchtet.
      Der Polizei würde ich noch keinen Vorwurf machen, denn sie ist chronisch personell unterbesetzt und technisch nicht auf dem Stand der Technik. Für eine präventive Überwachung fehlen der Polizei die Mittel.
      Es mischen sich zu viele Außenstehende in die konkrete Polizeiarbeit ein.
      Die Politiker dröhnen so laut, um von ihrer Verantwortung für die chronische personelle Unterbesetzung, für die technische Ausstattung zweiter Wahl und die fehlenden Mittel abzulenken.
      Schon Anfang der 1980er Jahre hat der ehemalige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Dagobert Lindlau, in seinem Buch „Der Mob“ auf die Organisierte Kriminalität (OK) in Deutschland hingewiesen (Deutschland sei Rückzugsraum und die OK kann in Deutschland relativ frei operieren).
      Wie Jens Berger schreibt, kann es kaum zu Verurteilungenn kommen, da dem einzelnen Täter seine Tat nicht nachgewiesen werden kann. Welches Opfer wird nach Wochen oder Monaten bei einer Gegenüberstellung mit mehreren Männern ihren Täter zweifelsfrei identifizieren können? Die Tat geschah im Dunkeln, innerhalb einer Masse von Menschen und die Opfer waren wahrscheinlich an Silvester nicht ohne Alkohol. Ohne Zeugen und/oder Filmaufnahmen wird es kaum gelingen den einzelnen Täter zu überführen.
      Mich interessiert, wer der Anstifter zu der Tat war? Ich würde mich nicht wundern, wenn es einen Agent Provocateur gäbe.
      Es gibt lautstarke Gruppierungen in Deutschland, denen eine Stimmungsmache gegen Fremde gerade recht kommt.

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      • nandalya schreibt:

        Den gleichen Gedanken – Anführer (Mehrzahl) hatte ich auch. Aber Köln ist nicht der Anfang. Der wurde durch seine Größe nur bekannt. Ich (wir) hatte(n) ähnliches schon erwartet. Und es wird schlimmer werden. Weil „wir“ alle wegschauen. Ich nicht.
        Lass dich nicht von linker Hetze gegen den angeblichen „Braunen Sumpf“ aufstacheln, lieber Bernd. Es gibt die „Glatzen“, aber eine Gefahr waren sie bisher nie. Die wahre Gefahr ist unsere Toleranz gegenüber Kriminellen. Egal aus welchem Kulturkreis sie nun stammen. Die wahre Gefahr ist aber auch, nun schleichend Gesetze zu verschärfen, die dann die ganze Bevölkerung treffen. Mit einer wirklichen Verfolgung der Täter rechne ich ebenfalls nicht. Aber ohne das nun propagierte „harte Durchgreifen“, werden sie es wieder tun.
        Ich brauche das alles nicht. Aber zuschauen war nie mein Ding. Meine Mädels und ich werden dieses Jahr Karneval feiern. Und ich verspreche dir, dass uns kein Mann begrapschen wird.

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  2. Lis schreibt:

    …man müsste mit solchen Vorkommnissen viel mehr an die Öffentlichkeit gehen. Aber von der Regierung wird vieles verschwiegen damit die Bevölkerung nicht in Angst und Panik gerät. Traurig aber war!

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