Leichtgläubgkeit führt zu Mit-Täterschaft.

»Die Terror-Indoktrination
… | …
Der Islam strebt nach der Weltherrschaft und ist eine Terror-Religion? Das Kopftuch ist ein Symbol der Unterdrückung? Überall zwischen uns leben „Schläfer“? In deutschen Moscheen werden Terroristen akquiriert? Muslime bedrohen „unsere Werte“ und haben bereits qua Religion eine gefährliche Neigung zu Gewalt? Glauben Sie etwas hiervon? Dann sind Sie womöglich Opfer geheimdienstlicher Psychotechniken geworden. Ein Opfer, das nun in einem Weltbild gefangen ist, mit dem es kaum mehr anders vermag als den neokolonialen, kriegerischen Interessen der Mächtigen emotional Folge zu leisten. Konkret also etwa die Mehrzahl der Armen der Welt pauschal als Terroristen und einige der rohstoffreichsten Länder des Planeten als zu zivilisierende Horte der Barbarei wahrzunehmen. Das legen zumindest die Erkenntnisse des Filmemachers Moritz Enders nahe
… | …
Es geht vor allem darum, dass wir uns die Fähigkeit des kritischen Denkens bewahren.
… | …
Wir sollten die Kontrolle über unsere Gedanken behalten und uns nicht manipulieren lassen. Wir sollten nicht ängstlich, sondern mutig sein. Oder besser: Wir sollten ängstlich und mutig sein. Denn Angst ist nicht das Gegenteil von Mut.
… | …
Heute hingegen erleben wir die Herrschaft der staatlichen Willkür. Und diese Entwicklung sollten wir schleunigst stoppen.
… | …
Den Terrorismus werden wir mit Interventionen wie der in Syrien nicht besiegen. Aber ist das aktuell überhaupt – und wie behauptet – die Triebfeder des Handelns der westlichen Staaten? Und schlittern wir da nicht gerade in eine Situation hinein, deren Konsequenzen wir überhaupt nicht absehen können?
… | …
Wir sollten uns ernsthaft fragen, ob wir in Deutschland das Völkerrecht endgültig in die Mülltonne der Geschichte treten oder ob wir nicht besser darauf hinarbeiten sollten, dass dasselbe wieder respektiert wird, auch und vor allem von der westlichen Staatengemeinschaft.
…  …
Jedenfalls dürfte die eben nur sehr knapp skizzierte Gemengelage deutlich machen, dass sich der Krieg in Syrien leicht zu einem Flächenbrand ausweiten kann. Hier kämpft jeder gegen jeden
… | …
Ich habe gelesen, dass unter dem östlichen Mittelmeer riesige Erdgasvorkommen vermutet werden – in einem Gebiet, das zu Syrien gehört – und dass der Iran und Katar ebenfalls über reichlich Erdgas verfügen. Katar würde gern eine Pipeline durch Syrien legen, um sein Gas bis ans Mittelmeer zu pumpen – aber das geht nicht, solange Assad an der Macht ist.
… | …
Rosario Priore allerdings sagte uns, dass es bei dem Phänomen des Terrorismus immer auch um die Kontrolle von Bodenschätzen und die entsprechenden Handelsrouten gehe. Und wenn wir nun einen Blick auf den Nahen Osten werfen, dann stellen wir fest, dass es da Öl, Gas, Bürgerkrieg und Terrorismus gibt.
… | …
Der Untersuchungsrichter Rosario Priore, der ein lesenswertes Buch über den internationalen Terrorismus geschrieben hat – „Intrigo Internazionale“ – sagte uns, dass der Terrorismus immer auch ein Herrschaftsinstrument der Staaten sei. Laut Priore stecken staatliche Institutionen – in der Regel in Form von Geheimdiensten – oft mit den Terroristen unter einer Decke und versuchten hierdurch, den Terrorismus zu steuern und zu instrumentalisieren. „Operationen unter falscher Flagge“ und Staatsstreiche gehörten ebenfalls zu ihrem Repertoire.
… | …
Die Grauen Wölfe waren seinerzeit nämlich ein Mittel, das die Amerikaner nutzten, um in der Türkei bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen und so letzten Endes einen Militärputsch zu erzwingen, der 1980 dann ja auch erfolgte. Und Daniele Ganser sagte uns, [der Papstattentäter Ali] Agca habe der NATO-Stay-Behind-Organisation „Gladio“ angehört.
… | …
In einem Gespräch mit der römischen Zeitung La Repubblica vor etwa zwei Wochen bestätigte der Boss der sizilianischen Mafia »Cosa nostra«, Gioacchino La Barbera, die Beteiligung der Geheimdienste an Mafiamorden. Er gewährte einen Einblick in das seit den 70er Jahren unter Führung der CIA und ihrer geheimen NATO-Truppe Gladio zusammen mit italienischen Geheimdiensten, der Mafia, Exponenten des Vatikans und hohen Politikern geschaffene Geflecht, in dessen Mitte die faschistische Putschloge »Propaganda due« (P2) agierte. Deren zentrale Figur war der siebenmalige Ministerpräsident Giulio Andreotti.
… | …
Heute wissen wir allerdings – und das haben wir zu einem großen Teil den Recherchen von Daniele Ganser zu verdanken –, dass es zur Zeit des Papstattentats NATO-Geheimarmeen gab, die immer wieder in Terrorakte verstrickt waren und dann dazu falsche Spuren legten.
… | …
Viele unserer Interviewpartner haben uns gesagt, dass in dieser Zeit der Terrorismus gezielt genutzt wurde, um den Machtzuwachs linker Parteien zu verhindern.
… | …
Gleichwohl muss man feststellen, dass gewisse Vorgänge erst in einem großen zeitlichen Abstand von der Öffentlichkeit akzeptiert werden.
… | …
Irgendwann dürfen Sie solche Dinge offen aussprechen ohne als Spinner zu gelten.
… | …
Aber wenn Sie Dinge hinterfragen, die noch nicht so lange zurückliegen, gelten Sie eben als „Verschwörungstheoretiker“.
… | …
Wenn ein politisch motiviertes Verbrechen geschieht, in das mehr als eine Person verstrickt ist – natürlich gibt es da auch immer wieder Einzeltäter –, handelt es sich dabei automatisch um eine Verschwörung.
… | …
Eine der ureigensten Aufgaben der Geheimdienste ist es ja nicht, zu informieren, sondern zu desinformieren.
… | …
„Es gibt immer eine Wahrheit hinter der Wahrheit und dahinter verbirgt sich eine weitere.“
… | …
Ja, es geht daher gerade bei Attentaten darum, äußerste Skepsis zu bewahren und nicht gleich alles zu glauben, was in den ersten Tagen – gerade, wenn die Geschichte auf „Elefantenspuren“, wie Sie das nennen, fußt – berichtet wird.
… | …
dass man nach jedem Attentat zuerst einmal mit Ruhe und Besonnenheit … alle vermeintlichen Fakten überprüfen und sich nicht gleich ins Boxhorn und also Angst einjagen lassen sollte
… | …
Das seien komplexe Operationen, die mit langem Atem und großer Akribie umgesetzt werden müßten. Aber genau darin seien Geheimdienste seit Jahren und Jahrzehnten „geschult“; das sei ihr Tagesgeschäft, das keiner so gut beherrsche wie sie.
… | …
Aldo Giannuli hat uns erläutert, mit welchen Techniken man falsche Spuren legen kann.
… | …
Falsche Spuren? Meinen Sie damit das, was ich inzwischen als „Elefantenspuren“ bezeichne? Dass Terroristen in letzter Zeit dazu neigen, ihre Personalausweise zu Attentaten mitzunehmen und bei oder nach diesen dann zu verlieren? So etwas in der Art?
… | …
Bei Ihren Manipulationen geht jedenfalls nicht darum, zu lügen – denn Lügen können später ja auffliegen -, sondern darum, entscheidende Informationen wegzulassen; um die Reihenfolge, in der Nachrichten verbreitet werden; um die Art und Weise, in der Dinge mit dem Vorfall in Zusammenhang gebracht werden, die mit ihm zwar nichts zu tun haben, dennoch aber eine gewisse Verantwortlichkeit nahelegen.
… | …
die Geheimdienste beherrschen, das kann ich Ihnen versichern, die gesamte Klaviatur virtuos
… | …
Ideal ist eine Mischung aus Weglassungen und Suggestionen.
… | …
Es kommt auf emotionalisierendes Bildmaterial an, das Unterdrücken wichtiger Informationen und auf die richtige Montage der verbleibenden und nach Möglichkeit wahren Elemente. Man sollte also im Grunde mit der Wahrheit lügen und die einzelnen meist wahren Informationen wie Mosaiksteine so zusammensetzen, dass sie ein völlig anderes Bild ergeben – das sich anschließend dann propagandistisch verwerten lässt.
… | …
Wer die Öffentlichkeit von seiner Lesart der Dinge überzeugen kann, hat es anschließend viel leichter, den gewünschten politischen Kurs zu bestimmen.
… | …
Ich denke, dass das Papstattentat exemplarisch ist für das Phänomen des Terrorismus, für tatsächliche oder vermeintliche internationale Verstrickungen in diesen sowie für die anschließende propagandistische Instrumentalisierung des jeweiligen Ereignisses.«

15.12.2015 | von Moritz Enders, Jens Wernicke

alles lesen => http://www.nachdenkseiten.de/?p=29570
Doku sehen => http://www.arte.tv/guide/de/057841-000/schuesse-auf-dem-petersplatz#details-videos

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPlink abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.