»Jeder Mensch, der in Not ist, hat Anspruch auf Hilfe von anderen Menschen, die das zu leisten in der Lage sind.«

»Woher kommst du, Flüchtling?
Sag mir, woher du kommst.
Warum senkst du den Blick?
Warum schüttelst du den Kopf?
Kommst du aus Syrien, Afghanistan, Somalia?
Aus Libyen, dem Irak, Marokko?
Kommst du aus den sagenhaften
Städten des Orients?
Oder aus dem heimgesuchten Afrika?
Kommst du aus dem goldreichen Mali?
Dem geheimnisvollen Timbuktu?
Vielleicht aus Damaskus, der uralten Metropole
am Fuße des Berges Qasyun,
der Heimat des weisen Sultans Saladin?
Oder aus Sanaa, der liebreizenden Stadt Jemens
mit den zum Himmel strebenden Lehmhäusern,
jetzt zerstört durch Granaten und Bomben.
Oder kommst du aus der unglücklichen Ukraine,
dem Reich der Kiewer Rus,
einst Kornkammer des Ostens?
Sag mir doch, Fremder, woher du kommst.
Was hat dich aus deiner Heimat vertrieben?
Steht dein Haus noch, gibt es deine Stadt noch?
Wo sind deine Eltern, die dich umsorgt haben?
Wo ist deine Frau, wo sind deine Kinder?
Was hat dich schweigsam gemacht?
Sag, was ist dir geschehen?
Nun komm herein, Fremder, es ist Krieg.
Sag mir, woher du kommst,
nenne mir deinen Namen.«

Wolfgang Bittner | Lebenshaus Schwäbische Alb & Nachdenkseiten | 12.04.2016 | Flüchtling | http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/009764.html & http://www.nachdenkseiten.de/?p=32933

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