Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? …

Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

– Rainer Maria Rilke, Aus: Liebes-Lied, Neue Gedichte (1907)

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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4 Antworten zu Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? …

  1. Schnief. Mein Lieblingsgedicht sehr schön. Danke Dir!

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  2. melodiaphilunst schreibt:

    Eine der bewegendsten Verrilkungen überhaupt ☆♡☆

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  3. Christiane schreibt:

    Ach wie schön. Eins von denen, die ich auch gesprochen mag …

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  4. Aurélie Sterntau schreibt:

    Ich liebe dieses Gedicht. Und überhaupt, Herr Rilke … <3

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