Zum Glück bin ich nur ein Einzelfall, ein Außenseiter eben.

»Ach, ich weiß nicht, was stell‘ ich mir vor? Also ich mache nie große Pläne.
Wenn was schief geht versuch‘ ich’s nochmal, und ich mach‘ mir auch nichts aus
Tränen.
Ich bin eigentlich auch bescheiden, ich bin dankbar für meine Seele,
doch da ist auch immer dieses Gefühl, als würde was wichtiges fehlen.
Und ich weiß ja, es hört sich so unverschämt an und ich hoffe Gott wird mir
vergeben,
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Ich will mich ja garnicht beklagen, ich habe alles was ich brauche.
Und ich kann sogar tief durchatmen, seitdem ich nicht mehr rauche.
Das ist ja oft auch nötig, bei allem was so passiert.
Dabei muss man ja schon zufrieden sein, wenn man nur seinen Glauben verliert.
Es wird immer unschuldige Opfer, es wird immer Kriege geben.
… | …
Das geht schon los bei der Geburt, das tut der Mutter so tierisch weh.
Dann bist du draußen, dir ist kalt und du kannst kein Wort verstehen.
Dann im Kindergarten all die andern, und immer Tomatensauce,
und dann lassen sie die Windeln weg und dann scheißt du in die Hose.
Das ist doch schon von Anfang an irgendwie total daneben.
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Und dann heißt es: Aber die Schönheit, ja die Schönheit ist wirklich schön,
doch sogar die schönste Schönheit kann auf die Nerven geh’n.
Genauso Kreativität, Persönlichkeitsentfaltung,
egal, im Endeffekt dient alles nur der Arterhaltung.
Es ist alles nur Überlebenskampf, das Niveau kann niemand heben.
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Jetzt reicht’s ein leben ist zu kurz, die Zeit vergeht geschwind.
Die Teufel sind noch munter, wenn die Engel schon müde sind.
Die Teufel sind verdammt vital, das macht sie so attraktiv.
Doch wenn es heißt, das es ohne sie langweilig wäre, lache ich mich schief.
Für mich muss es nicht so Leute wie Bush und Bin Laden geben.
Und mir fallen noch so viele Namen ein
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Woher kommt dieses Anspruchsdenken, gab es irgendwann bessere Zeiten?
War meine Kindheit zu glücklich? Sind das Luxusverstiegenheiten?
So als wäre das Leben ein Fernsehprogramm: täglich live und spannend und neu.
Und ich zappe weiter und rufe: Mutti, mein Film ist nicht dabei.
Ich schäme mich für meinen Überdruss, er ist wirklich voll daneben.
Aber trotzdem was soll ich machen?
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Ich sage nicht: Ich habe genug. Es gibt soviel das mir gefällt.
Und wir kennen ja nur einen winzigen Teil dieser unfassbar großen Welt.
Wir werden noch soviel entdecken, jenseits unserer Phantasie.
Und das es Glück und wahre Liebe gibt, bestreite ich auch nie.
Sogar dass ich an Wunder glaube, habe ich schon zugegeben.
Doch unterm Strich bleibt es dabei:
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Zum Glück bin ich nur ein Einzelfall, ein Außenseiter eben.
Und wer weiß, vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht vom Leben. …«

Funny van Dannen: Enttäuscht vom Leben

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