»Die Essenz guter und effizienter Führung ist der tiefempfundene Respekt sich selbst wie auch dem Kind gegenüber.«

»… wenn ich Eltern dazu inspirieren kann, über wechselseitiges Vertrauen nachzudenken, bevor sie an Leistung, Kontrolle und Erfolg denken, bin ich ein glücklicherer Mann.
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Führung in meinem Sinne meint die Art und Weise, wie Väter und Mütter sich entscheiden, diese Macht auszuüben – auf der Grundlage ihrer Philosophie und Werte, eigener Kindheitserfahrungen und ihres Wissens über Kinder. Nicht zuletzt geht es auch darum, bis zu welchem Grad es Eltern gelingt, ihre Vorstellungen in Verhalten umzusetzen.
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Führung in meinem Sinne basiert auf Empathie und dem Versuch, so präsent und authentisch wie möglich zu sein.
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dass Erziehung nicht nach dem Entweder-oder-Prinzip funktioniert. In diesem Fall vernachlässigen Eltern ihre eigenen Bedürfnisse, gewissermaßen als Opfer zugunsten dessen, was sie für das Beste für ihre Kinder halten. Das ist es aber nicht.
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Als wäre es möglich, die vordringlichen psychosozialen Bedürfnisse von Kindern losgelöst von den Bedürfnissen deren wichtigster Erwachsener zu beschreiben. Dabei ist alles Beziehung – gerade in Verbindungen, die auf Liebe basieren.
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Führung ist an die Verpflichtung geknüpft, zuzuhören, zu verstehen und die Wünsche des anderen in einen Entscheidungsprozess einzubeziehen, der das Beste aller in der Familie zum Ziel haben muss.
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Es ist sehr wertvoll, ein Kind nach seiner Meinung zu fragen, diese ernst zu nehmen – und eine andere Entscheidung zu treffen. Das Kind hätte vielleicht gern, dass es nach seiner Nase geht. Aber was es wirklich braucht, ist das Vertrauen, dass seine Eltern die beste Entscheidung treffen.
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Die Botschaft muss von Herzen kommen und in Ihrer Stimme zu hören sein. Worte allein reichen nicht. Und wenn Ihr Kind gelernt hat, der Weisheit Ihrer Entscheidungen zu vertrauen, mag es Sie für fünf Minuten „hassen“. Aber das ist in Ordnung.
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Ich empfehle deshalb immer, persönlich zu sein – Väter und Mütter sollen ihre Wünsche, Pläne und Werte zum Ausdruck bringen.
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Die Essenz guter und effizienter Führung ist der tiefempfundene Respekt sich selbst wie auch dem Kind gegenüber.
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Das hat nichts mit Führung, sondern mit Feilschen zu tun und sollte in persönlichen Beziehungen keine Rolle spielen.
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Besser ist es, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann Ihr Kind reif genug ist, um eine bestimmte Verantwortung zu übernehmen.
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Hören Sie sich die Rückmeldung Ihres Kindes an, nehmen Sie sein Feedback ernst, und entscheiden Sie dann über Ihren nächsten Schritt.
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Julia Schaaf, Jesper Juul | Frankfurter Allgemeine | 15.02.2016 | „Führen wie ein Wolf“ – Neue Erziehungsmethoden | http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/jesper-juul-im-interview-ueber-tiere-als-vorbild-14056390.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Ein Gedanke zu “»Die Essenz guter und effizienter Führung ist der tiefempfundene Respekt sich selbst wie auch dem Kind gegenüber.«

  1. Das ist eine sehr umfassende und gut aufgebaute Anleitung. Ich hoffe, viele lesen diesen Beitrag und machen sich zumindest Gedanken, ob sie alles oder zumindest einiges richtig machen, gemacht haben…

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