Wie bringt man Völker dazu, ihrer eigenen, totalen Überwachung stillschweigend zuzustimmen?

»[…] Die Schüsse von Paris waren noch nicht verhallt, als das Wetteifern um die politische Vereinnahmung der bestialischen Morde einsetzte.
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Während die deutschen Medien demonstrativ die Islam-kritischen Karrikaturen von Charlie Hebdo druckten, ist nicht zu erwarten, dass auch jene Charlie Hebdo-Bilder auf deutschen Titelseiten erscheinen, die als antisemitisch gedeutet werden könnten.
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Wir lesen nun überall etwas von einem Anschlag auf „unsere“ Freiheit, gegen die „wir“ uns(er Abendland) verteidigen müssen. Die „Wir“-Rhetoriker hausieren wieder, wie sie es nach dem 11. September taten, als „wir“ alle auf einmal Amerikaner waren. „Wir“ haben dann patriotisch etliche Länder in der arabischen Welt angegriffen, „wir“ haben wie im Mittelalter gefoltert, eingelocht und als Heckenschützen von Drohnen aus Menschen und ihre Familien auf Verdacht massakriert. „Wir“ haben zugelassen, dass die bereits in den 1990ern geplante Massenüberwachung in einem Ausmaß realisiert wurde, das jedes Orwellsche Szenario quadriert.
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Ausgerechnet getötete Satiriker sollen nun als politischer Hebel herhalten, mit dem „wir“ in Deutschland den Überwachungsstaat hochfahren und sogar die Vorratsdatenspeicherung exhumieren.
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Ein Gutachten des BKA besagt jedoch, dass sich mit dieser Wunderwaffe die Aufklärungsrate gerade einmal um 0,006 % steigern ließ.
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In Frankreich half die Vorratsdatenspeicherung gegen den Terror offensichtlich nicht, ebenso wenig die Warnlisten, auf denen die kommunikationsfreudigen Täter standen.
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Gegen sich konspirativ verhaltende Profis oder Einzeltäter sind solche Instrumente ohnehin nutzlos.
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„Wir“ werden sehen, wer noch so alles „wir“ ist und etwas von uns im angemaßten Namen der toten Satiriker will. […]«

Markus Kompa | Telepolis | 10.01.2015 | J’ai été dupé – Wir brauchen 0,006% mehr Sicherheit für religionskritische Satiriker
Quelle und weiterführende Links: http://www.heise.de/tp/news/J-ai-ete-dupe-2515504.html?view=print

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3 Gedanken zu “Wie bringt man Völker dazu, ihrer eigenen, totalen Überwachung stillschweigend zuzustimmen?

  1. In meinem Kaff gibt es demnächst an beiden ( den einzigen) Ortsein-bzw. Ausgängen Überwachungskameras. Weil im letzten Jahr 5 mal Einbruch verübt wurde an verschiedenen Villen. Niemand regt sich darüber auf. tja…..so kann man sich in Sicherheit wiegen.Kat.

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