„Also liebe Liebenden, liebt los!“

»… „Liebe ist kein Generationsproblem. Es treten Beziehungsängste auf, die sich von früheren Generationen unterscheiden.“ Junge glaubt nicht an den Begriff „Beziehungsunfähigkeit“, sondern nennt diesen „Beziehungsängstlichkeit“.
… | …
Die entstehe, so die Psychologin, „unter anderem durch eine viel größere Verfügbarkeit potenzieller Partner“, Stichwort: Online-Dating, „unsere schnelllebigere Gesellschaft und diverse Themen, die das Entwickeln einer Liebe nicht mehr so traditionell ablaufen lassen, wie in vorangegangenen Generationen.“
… | …
„Das hängt wahrscheinlich mit der jeweiligen Persönlichkeit zusammen“, sagt Junge, „wenn du ein offener, extrovertierter Typ bist, bist du überschwänglicher. Wenn du introvertiert bist und viele Dinge mit dir selbst ausmachst, bist du eher der, der kein Wort mehr herausbringt. Die anderen plappern einfach viel mehr.“
… | …
Ein eher schüchterner Mensch verhalte sich grundsätzlich auch eher schüchtern, wenn er verliebt ist. Wohingegen Extrovertierte, schneller ihre Gefühle zeigen würden. Sich komplett konträr dazu zu verhalten, was man eigentlich zeigen möchte, sei höchstwahrscheinlich ein Schutzmechanismus, der aus schlechten Erfahrungen und Ablehnung resultiere.
… | …
Ich will nicht enttäuscht werden und zeige mich deshalb eher desinteressiert. Doof! Trotzdem kann ich mich ja verlieben. Wie passiert das überhaupt? Junge beschreibt es mir als ein inneres Abgleichen nach Gemeinsamkeiten derjenigen, die ich toll finde. Mein Körper will unbewusst herausfinden, ob unsere Übereinstimmungen meine Bedürfnisse befriedigen können.
… | …
Jede*r hätte so eine Art innere Checkliste, die er/sie nach Kriterien wie Sexualität, emotionales Verstehen, Geborgenheit, finanzielle Sicherheit, Selbstwerterhöhung abhake. Das, was dabei herauskäme, sei dann die „Chemie“ zwischen zwei Menschen. „Je mehr man glaubt, dass seine potenziellen Wünsche und Bedürfnisse in Erfüllung gehen, umso wahrscheinlicher verliebt man sich. Und das sind dann Signale, die ans Gehirn gesendet werden und das Verliebtheitsgefühl verursachen“, sagt Junge.
… | …
„Adrenalin sorgt für erhöhte Anspannung, Schwitzen, zitternde Knie, Rotwerden, Atemnot“, sagt Junge. „Außerdem sinkt der Serotoninspiegel, das sorgt für innere Unausgeglichenheit und pubertäre Stimmungsschwankungen“
… | …
Immerhin würden Dopamin und Endorphine für innere Höhenflüge sorgen und Zuversicht auf eine gemeinsame glückliche Beziehung geben.
… | …
Man kann sich nicht ent-verlieben. Diesen Zustand „wegzubekommen“ gehe nur, sagt Junge, „wenn man sich total zurücknimmt und kontrolliert und mit Atem- und Konzentrationsübungen arbeitet.“ Im Grunde ist Verliebtsein aber ein Zustand nach dem jede*r strebt. Hat man ihn (gemeinsam) erreicht, wird er irgendwann zu Liebe und der Körper atmet durch. Oxytocin wird ausgestoßen. Ein Hormon, das dem Körper Nähe und Verbundenheit mit dem Partner signalisiert und ihm die Möglichkeit zu einer langfristigen Bindung gibt.«

Marieke Reimann | ze.tt | 27.05.2016 | Warum ich so bekloppt bin, wenn ich mich verliebe | http://ze.tt/warum-ich-so-bekloppt-bin-wenn-ich-mich-verliebe/

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.

Advertisements

Ein Gedanke zu “„Also liebe Liebenden, liebt los!“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.