Liebe | Hass

»Frederik hätte gern gewusst, ob es normal war, dass große Liebe nur durch eine dünne Membran von großem Hass getrennt wurde. Leider konnte er niemanden fragen, weil er niemanden kannte, der seine Freundin aufrichtig liebte.«

Juli Zeh, Unterleuten, Seite 240

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»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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8 Antworten zu Liebe | Hass

  1. Christiane schreibt:

    Was für ein tieftrauriges Zitat.

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    • Es gibt Eigenschaften an einem Menschen, dich ich liebe, für den ich den Anderen u. a. liebe, wenn sich diese Eigenschaft dann und wann „gegen“ mich richtet, kann aus dem Liebesgefühl temporär ein Hassgefühl werden. Die Liebe sollte es verhindern, es zu persönlich zu nehmen. Jeder Mensch hat immer zwei Seiten. Ich kann die helle nicht ohne die dunkle „haben“.

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      • Christiane schreibt:

        Es gibt das Lichte nicht ohne das Dunkle. Schon klar, insofern könnten wir beide helfen. Was mich aber so traurig stimmt, ist, dass er keinen kennt, der sich tief genug eingelassen hat/einlassen konnte. Und seine Isolation, die daraus erwächst.
        Liebe Grüße
        Christiane

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        • »Frederik hätte gern gewusst, ob es normal war, dass große Liebe nur durch eine dünne Membran von großem Hass getrennt wurde.«
          Ja, es ist normal, dass große Liebe nur durch eine dünne Membran von großem Hass getrennt ist. Das ist die Kunst, sich immer wieder der großen Liebe zuzuwenden und den Hass als Teil eines Ganzen zu akzeptieren.

          »Leider konnte er niemanden fragen, weil er niemanden kannte, der seine Freundin aufrichtig liebte.«
          Das ist die Crux unserer Zeit, dass Beziehungen beendet werden, wenn plötzlich der Hass aufkommt, man sich verstört abwendet. Aufrichtig Lieben heißt (m. E.) die beste und die schlechteste Version des anderen lieben bzw. respektieren zu können.

          ze.tt schrieb letztens, als ein von zwanzig Zeichen dafür, dass man sich NICHT hätte trennen sollen: „Und niemand, wirklich niemand, macht dich so schnell so wütend.“

          Liebe Grüße, Bernd

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          • Christiane schreibt:

            Der letzte Satz ist großartig. Also der vor den Grüßen. Bei dem Rest stimme ich dir zu. Extreme gehören zum Leben, auch wenn sie Angst machen. Worin die Crux liegt.
            Liebe Grüße
            Christiane

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      • Christiane schreibt:

        Ach, und vielleicht magst du hier mal schauen, Frau Wildgans verweist auf ein Interview mit Connie Palmen.
        https://wildgans.wordpress.com/2016/10/19/sich-auf-tote-geliebte-legen-und-die-dingeldongtasse/

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  2. Hat dies auf ragbag rebloggt.

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