„Und ich staune, dass die Bevölkerung immer noch nicht gegen diese verheerende Politik aufsteht.“

»[…] Man muss sich mal in Erinnerung rufen: Wladimir Putin sprach von Goethe, Schiller und Kant, er konstatierte, Deutschland sei der wichtigste Wirtschaftspartner Russlands, einer der Hauptinvestoren und ein maßgeblicher außenpolitischer Gesprächspartner. Er bekam sehr viel Beifall.
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Tausende Soldaten, Panzerbataillone, Kampfjets, Bomber, Raketen- und Radarstellungen an den russischen Grenzen. Das hat doch nichts mit Verteidigung zu tun, wie man uns weismachen will. Ganz offensichtlich rüsten die westlichen Politiker und ihre Militärs, unterstützt von den Journalisten der großen Medien, zum Krieg. Dahinter stehen die Hardliner und Lobbyisten des militärisch-industriellen Komplexes – wie man das nennt – in den USA und in der NATO sowie zahlreiche Propagandisten einer imperialen US-Politik.
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Der Vorwand für das Vorgehen gegen Russland ist dabei die angebliche Annexion der Krim – in Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine Sezession, und das ist ein wesentlicher Unterschied.
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Tatsächlich spricht er aber in all seinen Reden, die ich bisher gelesen habe, beständig von der Notwendigkeit guter Beziehungen mit Westeuropa und den USA und wirbt für einen gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum von Wladiwostok bis Lissabon.
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Ziel der US-Politik seit einem Jahrhundert sei gewesen, ein Bündnis zwischen Russland und Deutschland zu verhindern. Denn wenn sich deutsches Kapital und deutsche Technologie mit russischen Rohstoff-Ressourcen und russischer Arbeitskraft verbänden, wäre das eine Bedrohung für die USA. Um diese Kooperation zu verhindern, habe man einen „Sicherheitsgürtel“, einen „Cordon Sanitaire“, wie Friedman das nennt, um Russland herum angelegt.
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Nach Auffassung des amerikanischen Politikwissenschaftlers und Regierungsberaters Zbigniew Brzezinski ist Eurasien für die USA das Schachbrett, auf dem sich der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird.
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Der US-amerikanische Russlandexperte Professor Stephen Cohen äußerte kürzlich die Überzeugung, dass die USA auf einen militärischen Konflikt mit Russland zusteuerten.
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die Ausweitung der NATO diene – so Cohen – den Interessen der US-Militärindustrie, die dadurch Milliarden und Abermilliarden Dollar einnehmen werde.
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Der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Vizepräsident der OSZE, Willy Wimmer, ist der Meinung, Deutschland werde immer mehr zu einem kolonialen Vorfeld der Vereinigten Staaten, und Bundeskanzlerin Merkel bereite die Mobilisierung Deutschlands militärisch und auch innenpolitisch vor.
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Der russische Präsident soll als Machtfaktor in der internationalen Politik ausgeschaltet und das Land den westlichen Kapitalinteressen geöffnet werden.
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Wie ich schon sagte, haben wir es nach meiner Einschätzung mit Kriegsvorbereitungen zu tun.
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In einem Report des Washingtoner Center for Strategic and International Studies heißt es, begrenzte taktische Atomschläge seien möglich, ohne die amerikanische Heimat zu gefährden – eine neue Stufe der von den USA betriebenen Eskalation.
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Dem entsprechen auch die Stationierung neuer Atomraketen in Büchel in Rheinland-Pfalz, die atomare Bewaffnung der B-52-Bomber, die an den Grenzen Russlands patrouillieren sowie die Errichtung von Raketenstellungen und Radarstationen rund um Russland. Beängstigend sind dabei besonders die Provokationen gegen Russland in der Ukraine, den baltischen Staaten und in Polen.
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Seit ich mich mit der US-Imperialpolitik näher befasse, die ja alles andere als nur Russland betrifft, läuft mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken. Manchmal ist mir, als befände ich mich in einem Albtraum, der sich nach und nach realisiert.
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Es ist unglaublich! Der Westen hat über Jahre die Ukraine destabilisiert, den Regimewechsel inszeniert und das Land aus dem Wirtschaftsverbund mit Russland herausgelöst. Der Westen baut eine ungeheure Militärmaschinerie an den Grenzen zu Russland auf. Aber behauptet wird, Russland sei der Verursacher der Krise. Das Gleiche läuft jetzt auch mit Syrien.
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Dort stehen sich bis heute zwei Atommächte gegenüber, dort brennt eine Lunte, und die ständige Kriegshetze des Kiewer Präsidenten Poroschenko ist nur im Einvernehmen mit der US-Regierung möglich.
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Inzwischen hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Für mich kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass die westliche Allianz unter Führung der USA und der von ihr dominierten NATO Kriegsvorbereitungen gegen Russland trifft.
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Und ich staune, dass die Bevölkerung immer noch nicht gegen diese verheerende Politik aufsteht. Vielleicht kommt das noch zeitig genug. […]«

Jens Wernicke, Wolfgang Bittner | Nachdenkseiten | 16.09.2016 | Bereitet der Westen einen Krieg gegen Russland vor? | http://www.nachdenkseiten.de/?p=35031

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2 Gedanken zu “„Und ich staune, dass die Bevölkerung immer noch nicht gegen diese verheerende Politik aufsteht.“

  1. Putin hat mit Sicherheit eigene Interessen, den großen Aggressor sehe ich in ihm nicht. Aber auch keine „ungeheure Militärmaschinerie“ des Westens. Die NATO ist und bleibt ein schlechter Witz. Europa hätte einer (konventionellen) russischen Offensive nicht viel entgegenzusetzen. Die USA und ihre Truppen sind weit weg. Fakt ist, dass die einen „Gegner“ brauchen, um ihre (Rüstungs)Industrie anzukurbeln. Aber keiner ist so bekloppt, um das auf die Spitze zu treiben.

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