Dafür hätte ich sie knuddeln können.

It’s two o’clock p.m. in Central Europe und ich gehe zu „Engel’s Kaffeerösterei“.
Heute bedient mich wieder die junge, blondhaarige und blauäugige Frau, die mir vor vierzehn Tagen ein Stück des veganen Kuchens, extra aus der Küche, warm nach Apfel duftend, frisch angeschnitten und eigentlich noch nicht für den Verkauf bestimmt, mit einem triumphierenden Lächeln besorgte. [Ich habe diese besondere Zuwendung mit einem Lächeln auf den Lippen, Lachfältchen um die Augen und einem ordentlichen Trinkgeld honoriert.]
Ich frage sie erwartungsvoll, nach dem heutigen veganen Tageskuchen. Sofort verfinstert sich ihre Miene und mit einem bedauernden Unterton bringt sie mir schonend bei, dass es heute keinen veganen Kuchen gäbe. Aber sie wolle trotzdem einmal in der Küche nachfragen. Ich erkundigte mich nach den anderen, noch vorhandenen Kuchen. Der Nusskuchen schien mir noch am vegansten und bestellte ihn alternativ.
Augenblicke später kam sie wieder zu mir und bedauerte wiederum, dass auch die Küche heute nicht helfen könne und sie werde mir dann ein Stück des Nusskuchens bringen.
5 Minuten später kredenzte sie mir dann mein Stempelkännchen Kaffee der allerfeinsten Hausmarke und überreichte mir den Nusskuchen mit einem anteilnehmenden, mitleidigen und tiefstes Bedauern ausdrückenden Gesichtsausdruck.
[Ich habe diese besondere Zuwendung mit einem Lächeln auf den Lippen, Lachfältchen um die Augen und einem ordentlichen Trinkgeld honoriert.]

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