„Nur glücklich? Gruselig!“

»[…] Die Trauer nach dem Tod eines innig geliebten Menschen – ich glaube, das ist der größte Schmerz, den es gibt.
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„Trennung oder der Trennungsschmerz fühlt sich unter Umständen an, wie eine Amputation und tangiert damit auch das Gefühl der Identität“
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posttraumatisches Wachstum […] bezeichnet „die positive Veränderung als Ergebnis des Kampfes mit einer großen Lebenskrise oder einem traumatischen Ereignis“
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„Wir sagen definitiv nicht, dass traumatische Ereignisse gut sind – das sind sie nicht. Aber für viele von uns sind Lebenskrisen unvermeidbar.“
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Noch in oder direkt nach einer Krise fühlt sich alles finster und verwirrend an; Werte werden in Frage gestellt, das ganze Leben wirkt sinnlos. Danach folgt der Versuch, in dem Geschehenen irgendeinen Sinn zu finden. Und schließlich formen sich – basierend auf dem Erlebten – neue Werte, die Betroffenen finden meist tatsächlich einen neuen Sinn. Sie sind dankbar für das Leben und oft sogar für die Krise selbst.
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Wer tiefen, emotionalen Schmerz und große Lebenskatastrophen durchlebt hat, weiß viel besser, wer er*sie wirklich ist und steht fester im Leben.
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Darüber hinaus könne die erfolgreiche Bewältigung des durch die Trauer ausgelösten Schmerzes helfen, besser mit künftigen Trauersituationen umzugehen
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„Menschen, die keinen seelischen Schmerz erleiden können, sind letztlich kaum zu Empathie fähig und müssen Dinge wie ‚Perspektivenwechsel‘, die Welt aus der Sicht eines anderen zu sehen, mühsam erlernen
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Durch belastende Situationen würden wir die Fähigkeit erwerben, die positiven Seiten des Lebens wertzuschätzen und neue Bewältigungsformen entwickeln
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Außerdem zwingt Schmerz die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt und sorgt für größtmögliche Achtsamkeit und Konzentration auf den Moment. Ein schlichtes, aber wirkungsvolles Mittel für ein Stück mehr Glück.
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Menschen, die ähnliches Leid erlebt haben, fühlen sich einander näher – vorausgesetzt, sie sind mutig genug, sich ihren Schmerz anzuvertrauen. Gelingt das, fühlen wir uns verbundener. Und wer sich so öffnen kann, erlebt intensivere Bindungen und mehr Intimität.
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Untersuchungen haben gezeigt, dass nach überstandenem Leid das gefühlte Glückslevel kurzzeitig ansteigt. Und zwar über das vorherige Level hinaus.
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„Es wird schwierig, ohne kritische Lebenssituationen seine Selbstwirksamkeit zu entwickeln, zu stärken und zu testen. Das Gefühl, selbst etwas zu bewirken und auch in schwierigen Situationen selbstständig handeln zu können, gezielt Einfluss auf die Dinge und die Welt nehmen zu können, kann sich kaum entwickeln“ […]«

Jessica Wagener | ze.tt | 27.10.2016 | Wie Schmerz uns zu den Menschen macht, die wir sind | http://ze.tt/wie-schmerz-uns-zu-den-menschen-macht-die-wir-sind/

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