Postcards from Lithuania (Update)

Update:
Heute nun kam die Nachricht, die ich erwartete aber nicht erhoffte:

»Hello Bernd, how are you today? something came up, in Poland now, can you be able to borrow me some cash? I will return it back on 6th of February.«

Das Erforderliche unverzüglich getan: Kontakt blockiert. Meinen Account deaktiviert. Postkarten vernichtet.

Das Böse ist immer und überall!

Gut, dass ich für so etwas nicht empfänglich, bin. (-:

Nur 22 Nachrichten hat sie gebraucht (in 1,5 Jahren), bis sie die Katze aus dem Sack ließ.

Ich fasse es nicht, dass es offensichtlich Menschen gibt, die so schnell darauf hereinfallen, sonst würde die Organisierte Kriminalität es nicht so plump versuchen.

Obwohl ich innerlich ganz ruhig bin, flattern mir die Hände (vor Wut und Mitleid). Es ist nicht das, was ein Mensch ohne Ur-Vertrauen gebrauchen kann.

Ich wünsche euch, dass euch solche Erfahrungen erspart bleiben.

Es war der zweite Versuch binnen 5 Jahren, mich abzuzocken: unverbindlicher Small-Talk ohne große Intensität, lange Vorlaufzeit. Zum Schluss wird das Antwortzeitverhalten kürzer, dann wird ein Notfall simuliert und um Geld gebeten. Die Profile dieser Personen sind professionell (mit vielen Bildern, einer in sich stimmigen Vita). Die Angaben, die gemacht werden sind logisch und nachprüfbar.


Gestern begann mein Weihnachten. Mein kleines Weihnachtswunder. Auf einmal war da Licht. Ausgelöst durch übereinstimmenden Musikgeschmack, ergab sich vor drei Monaten, in einem anderen, sich in einer Nische des www befindenden Sozialen Netzwerks, ein kleiner Smalltalk, der darin gipfelte, mir eine Postkarte aus Litauen, wo sich das polnische, musikalische Soulmate gerade beruflich aufhielt, zu wünschen. Auf die ungläubige Nachfrage, ob ich das ernst meine, antwortete ich schriftlich, entschieden und bestimmt, mit einem Ja.

Es kam keine Postkarte.

Vor zwei Wochen dann eine neue Nachricht im elektronischen Postfach, dass die Postkarte nicht zustellbar und zurückgekommen sei. Ich buchstabierte noch einmal meine Postfachadresse, hatte aber wenig Hoffnung, in dieser Zeit der allgemeinen Unverbindlich- und Unzuverlässigkeit, jemals eine Postkarte aus Litauen zu erhalten.

Es gibt sie noch, die verbindlichen und zuverlässigen Menschen: gestern lag ein Briefumschlag ohne Absender aus Litauen in meinem Postfach! Dieser Umschlag umhüllte zwei (!) Postkarten.

Schlagartig wurde mir bewusst, wie schnelllebig, oberflächlich und wenig sinnlich elektronische Nachrichten sind. Ein kräftiges Blatt Papier, mit schönen Motiven bedruckt auf der Vorderseite und rückseitig mit einer Handschrift, ist, was meine Sinne erfreut.

And so this is Christmas.

Ich wünsche euch, dass auch ihr in diesem Jahr noch euer Weihnachtswunder erlebt und euer Herz erleuchtet wird. Merry Christmas.

cof

Christmas

cof

17 Gedanken zu “Postcards from Lithuania (Update)

  1. Lieber Bernd….ich kann dir nur sagen…es gibt sie, die „andere Seite“..ich hab es ja leider mit dem Verlag auch spüren müssen! Schade ist es, dass die Abzockerei so viele verschiedenen Facetten hat. Ich wünsche dir ein zufriedenes Jahr…und lassen wir diese „anderen Seiten“ im alten Jahr zurück! Alles Liebe – Karin

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  2. „Sie?“ Wir sprechen hier von Profis, die Europaweit tätig sind.

    Bevor ich es vergesse, lieber Bernd, könntest du mal eben „Einen guten Rutsch“ in die USA überweisen? :D :D :D :D :D :D

    Mata ne! – Bis bald!

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    • Liebe Mayumi, dafür bräuchte ich deine IBAN bzw. deine Western-Union Zahlungsdaten und einen Blick in deine Augen. Bis dahin wünsche ich euch erst einmal, dass ihr gut ‚rüber kommt, ins neue Jahr und ein zufriedenes 2017 habt. Liebe Grüße, Bernd (-:

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  3. Lieber Bernd,
    Handgeschriebene Zeilen kosten Papier, Zeit, Geduld, Briefmarken und die Lust, sich Umstände für wen zu machen. Selbst wenige, vielleicht wenig sogar nur sagende Zeilen berühren Hand UND Herz in allem was sie sind tausendmal mehr als ein Klick auf den Sendebutton einer Mail mit tausend Zeichen.

    Mails bestehen aus Wortübungen. Briefe hingegen werden mit tintigem Herzschweiß geschrieben.

    Guten Rutsch und lieben Gruß von der Fee

    P.S. Bewahre Dir ein gesundes Misstrauen gegen Frauen. Vor allem anderen kommt erst mal ein genaueres Anschauen, Blick um Blick. Nur so unterscheidet man sicher eine gute Seele von einem Miststück.

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    • Mein Update „klingt“ vielleicht dramatischer als es für mich ist. Post aus fernen Ländern von fremden Menschen zu erhalten ist ein sinnliches Geschenk, dass durch die weiteren Ereignisse nicht geschmälert wird. | Nein, ich misstraue Menschen generell und Frauen im Besonderen nicht. Ich bin nur nicht vertrauensselig und wäge genau ab, was ich von mir preisgebe. Wenn es denn überhaupt eine Frau ist, die den Kontakt suchte, so muss es nicht zwangsläufig ein Miststück sein, sondern es kann auch ein Opfer der Organisierten Kriminalität sein, dass selbst zu einer Täterschaft gezwungen wird. Ich kennen einen Fall einer gutgläubigen Frau, die aus virtuellen Liebesgefühlen heraus blind nach und nach einen sechsstelligen Betrag überwiesen hat und nun mittellos dasteht. Hier, bei mir, waren glücklicherweise keine Liebesgefühle im Spiel. | Liebe Fee, vielen Dank für deine mitfühlenden Worte und auch dir einen guten Rutsch nach 2017. Liebe Grüße, Bernd

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      • Lieber Bernd,
        Ich gebe zu, Dein Vertrauen hätte ich gern und Du hast (wichtig)) differenzierter hingeschaut als ich. Doch welcher Geschädigte denkt an Opfer, wenn er selbst eines wird? Ein Opfer vom Opfer…
        Doch…Wie sehen diese Art Betrügereien überwiegend aus?
        Dahinter verbirgt sich oft einfach Gier und schnelles Geld machen.
        Diese Art Betrug auf Kosten der Gefühle anderer gibt es schon so lange…Heiratsschwindler, Enkeltrick…alte Leute werden auch gern abgezockt.
        Worauf ich hinauswill, ist etwas anderes:
        Eine Lüge zu mailen ist einfacher als sie kinesiologisch zu ‚verkörpern‘. Darum misstraue ich Schriftlichem eher als einem Menschen, der vor mir steht. Mir hat ein Colonel der amerikanischen Luftwaffe geschrieben. Ich googelte den mal (zackiges Kerlchen!)und sah, dass er außer mir noch ungefähr zehntausend anderen Frauen geschrieben hat. In seiner großen Not! Der Ärmste!😉
        Ist wie die Spaghettiwerftaktik im Marketing: eine bleibt bestimmt kleben. …bin ich froh, dass ich ein misstrauischerMensch, ein Zweifler vor der Gerechtigkeit
        – und keine Nudel bin!

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        • Leider ist es nicht im Bewusstsein, dass die Organisierte Kriminalität allgegenwärtig ist. Sie ist nur gut getarnt. Die Not von Menschen wird organisiert ausgenutzt, durch falsche Versprechungen und Illusionen werden Menschen von der Heimat in die Fremde gelockt, dort wird ihnen die Identität genommen und sie zum Objekt degradiert. Prostitution ist dabei nicht das Einzige. Darunter gehören auch solche Aktionen, wie sie bei mir versucht wurden.

          Der Colonel war wahrscheinlich kein Colonel, sondern ein armer Afrikaner der Organisierten Kriminalität, der sich als Colonel ausgab (dokumentiert in dieser Sendung von Aktenzeichen xy ungelöst):

          [video src="https://rodlzdf-a.akamaihd.net/de/zdf/16/10/161026_aktenzeichen_26oktober16_ps_axy/5/161026_aktenzeichen_26oktober16_ps_axy_1496k_p13v13.mp4" /]

          Die Gier haben und das schnelle Geld machen die anonymen Hintermänner. Sie bedienen sich kleiner Leute für ihre schmutzigen Geschäfte. Ihre Weste bleibt weiß, die Händer der kleinen Leute werden schmutzig.

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          • Ich bin froh zu lesen, dass bei dir kein emotionaler Schaden entstanden zu sein scheint. Wie schade, dass dein Weihnachtswunder diesen unschönen Hintergrund hatte.
            Liebe Grüße, guten Rutsch und ein besonderes neues Jahr dir
            Christiane

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            • Ein Weihnachtswunder bleibt es trotzdem. Um einen emotionalen Schaden zu hinterlassen bedarf es schon etwas mehr als 22 Nachrichten in 1,5 Jahren. Es passt auch zum Zeitgeist: geheucheltes Interesse zur Verfolgung und Durchsetzung eigener Ziele. Liebe Christiane, komm‘ gut ‚rüber ins neue Jahr und habe ein zufriedenes 2017. Mein 2017 muss erst einmal mein 2016 verkraften, es war besonders genug. Liebe Grüße, Bernd

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