„Weil wahre Freundschaft ein Wunder des Lebens ist. Wichtig ist nur, zu erkennen , wer uns wahrer Freund ist. Dann werden wir das vielleicht Beste im Leben nicht verpassen.“

»“Einen besten Freund zu haben oder eine Freundin fürs Leben – wer wünscht sich das nicht? Zwei Menschen, die sich auch ohne viele Worte verstehen, zwei Herzen, die sich vorbehaltslos vertrauen können – wer so etwas hat, der darf sich glücklich schätzen.

Doch so einfach ist das nicht. Wir lernen im Laufe unseres Lebens viele Menschen kennen, für die wir Zuneigung empfinden. Dennoch reicht es nur in seltenen Fällen zur Freundschaft.

Und es ist fast immer unmöglich, im Voraus zu erkennen, ob eine Begegnung den Zauber in sich birgt, der zwei Menschen zu Freunden werden lässt.

Die Hindernisse, die uns trennen, sind oft stärker als die Brücken, die uns verbinden.

Als Eltern kennen wir das nur zu gut: Wie oft haben wir Freundschafts-Kandidaten für unser Kind ausgesucht, um dann zu erleben, dass es sich zu einem ganz anderen Spielkameraden hingezogen fühlt.

Unsere Kinder erinnern uns damit an eine wichtige Lektion des Lebens: In der Freundschaft wie in der Liebe sind wir alle Seelensucher. Es genügt eben nicht, dass zwei Menschen möglichst viele Gemeinsamkeiten haben.

Freundschaften lassen sich nicht herbeiwünschen und schon gar nicht erzwingen. Die Zutaten sind sehr viel komplexer, und es kommt nur selten vor, dass wirklich alles zusammenpasst.

Der französiche Philosoph Michel de Montaigne schrieb vor mehr als 400 Jahren seinen berühmten Essay über das Wesen der Freundschaft. Doch vor dem eigentlichen Mysterium, vor der Frage, warum zwei Menschen sich derart zueinander hingezogen fühlen, dass sie eine Seelenverwandtschaft eingehen, musste auch er kapitulieren. Seine Antwort ist so einfach wie rätselhaft: “Weil er es war, weil ich es war”, schrieb er über sich und seinen besten Freund.

Doch in diesen schlichten Worten steckt mehr als nur eine simple Zustandsbeschreibung. Montaigne berührt hier den wahren Kern des Geheimnisses, ohne es zu enthüllen:

Es gibt nur wenige Menschen, die füreinander bestimmt sind Freundschaft zu schließen. Warum das so ist, spielt eigentlich gar keine Rolle. Es lässt sich sowieso nicht ergründen. Und das ist auch gut so.

Weil wahre Freundschaft ein Wunder des Lebens ist. Wichtig ist nur, zu erkennen , wer uns wahrer Freund ist. Dann werden wir das vielleicht Beste im Leben nicht verpassen.”«

Uwe Bokelmann, Das Mysterium der Freundschaft, 13.09.2014

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