„Denn ihr handelt nicht in meinem Namen!“

»Wenn ich ein Gott wär von irgendeiner tradition-
sreichen populären Weltreligion,
– von welcher Religion, ist dabei völlig egal –
dann hätt‘ ich was zu sagen, das geht euch alle an, denn
ihr habt da etwas Wesentliches mißverstanden
und das bereits zum wiederholten Mal.

All der Hass und all das Leid,
für das ihr weltweit verantwortlich seid,
Flucht und Vertreibung und all die menschlichen Dramen,
Unterdrückung, Krieg, Völkermord,
wovon ihr behauptet, es wär‘ Gottes Wort,
all das geschieht nicht in meinem Namen!

Wenn ihr ein Land besiedelt, das euch nicht gehört,
die Bevölkerung vertreibt und ihre Dörfer zerstört,
und alle Friedensbemühungen immer wieder erlahmen,
weil ihr nicht miteinander sondern allein dort leben wollt,
weil ihr glaubt, ihr wärt das auserwählte Volk,
dann handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Wenn ihr tausend Jahre alte Kulturen vernichtet
und auf den Trümmern eure protzigen Paläste errichtet
und behauptet, ihr machtet euch stark für die Schwachen und Armen,
wenn von selbsternannten Dienern Gottes auf Erden
Kinder mißbraucht und mißhandelt werden,
dann geschieht das ganz gewiß nicht in meinem Namen!

Wenn ihr bigott, rigide und weltentrückt
eure Frauen verachtet und unterdrückt
aufgrund eurer „Werte“, eurer ach so tugendsamen,
nach denen man als Frau nicht widersprechen darf
sondern eingesperrt wird und versklavt,
dann handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Und wenn eure Tochter z.B. das dann nicht mehr still
ertragen sondern selbstbestimmt leben will
statt die mütterliche Knechtschaft nachzuahmen,
und sie von euch dann erniedrigt, geschlagen, entführt,
verstoßen oder sogar ermordet wird,
dann handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Wenn ihr Homosexuelle zusammenschlagt,
sie beschimpft und durch die Straßen jagt,
weil sie wagten einander öffentlich zu umarmen,
wenn ihr Frauen wie Freiwild behandelt, das man
nach Belieben begrapschen und vergewaltigen kann,
dann handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Wenn ihr Andersgläubige massakriert
und Regimekritiker exekutiert
ohne jegliches Mitleid und ohne Erbarmen,
wenn ihr euch daran ergötzt und weidet,
wie ihr öffentlich Menschen die Köpfe abschneidet,
handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Und wenn ihr wieder mal hemmungslos Blut vergießt,
indem ihr wahllos unschuldige Menschen erschießt,
die vor euch nicht rechtzeitig entkamen,
und wenn ihr euch, mit Sprengstoff behängt,
inmitten einer Menschenmenge in die Luft sprengt,
handelt ihr damit nicht in meinem Namen!

Ihr seid weder Märtyrer noch ehrbare Rächer,
ihr seid einfach nur gottlose Schwerverbrecher,
und glaubt mir, ihr gehört zu den ganz infamen!
Wenn ihr zerstört, was ich erschuf,
dann will ich nicht, dass ihr euch auf mich beruft.
Denn ihr handelt nicht in meinem Namen!

Im Gegenteil,
ihr verwandelt diesen Planeten in einen finst‘ren unduldsamen
und verschandelt das Ansehen all derer, die in Frieden kamen.
Es wird Zeit, dass euch einer standhält, eurem Wahn, diesem grausamen.
Denn ihr handelt nicht in meinem Namen!
Denn ihr handelt nicht in meinem Namen!
Shalom, Inschallah, Amen.«

Bodo Wartke | YouTube | 15.08.2016 | Nicht in meinem Namen | https://youtu.be/1hBVqgxA_Cg

Fundstelle: https://sariandra.wordpress.com/2016/08/16/nicht-in-meinem-namen/

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14 Gedanken zu “„Denn ihr handelt nicht in meinem Namen!“

  1. Hi Bernd,
    (hat jetzt nichts mit dem Text zu tun). Danke für die Tipps, die du mir wegen Neuwied gegeben hast. Konnte alles beherzigen bis auf das Montrepos. Das war zwar auch eingeplant, auch wenn ich mit dem Bus unterwegs war (die 45.min-Wanderung hätt ich in Kauf genommen), aber die Öffnungszeiten waren nicht so ideal, weil ich ja vormittags noch im Archiv war. Ich hols beim nächsten Mal nach. Ich bin übrigens großer Fan von Neuwied (nicht nur seit ich dort war) und die Leute waren echt nett. Überall wo ich hinkam hat es Diskussionen über die Geschichte Neuwieds gegeben und man hat mir sogar immer einen Platz zum Arbeiten angeboten und verschiedene Bücher auf den Tisch gelegt 😀
    Gruß,
    Karol

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    • Myanmar nahm stets eine Sonderstellung in der buddhistischen Welt ein. Vor Jahrhunderten bildete sich innerhalb der buddhistischen Gemeinde Birmas allmählich eine strikte Hierarchie heraus, die nicht der von Buddha festgelegten Gleichberechtigung aller Mitglieder entsprach. Wie im Islam, der vielleicht ein Vorbild war, haben dort die Mönche, als Sitten- und Glaubenswächter den König kontrolliert. Sie waren nicht nur Berater, sie waren quasi alles in diesem Staat. Angefangen vom Steuereintreiber bis zum Diplomaten. Das gab es in keinem anderen buddhistischen Land. Du wirst nirgends im Buddhismus einen Aufruf zur Gewalt finden. Schaue ich mir Bibel und Koran an, wird mir schlecht. Es haben also Menschen, die nicht DEN Buddhismus repräsentieren, diese Taten begangen. So wird ein Schuh daraus.

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    • Du sagst also alle Buddhisten sind Mörder und morden im Namen Buddhas? So kann man sich die Welt auch schönreden. Vielleicht informierst du dich einfach über den Buddhismus bevor du solche pauschalen Aussagen machst.

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    • Deine Behauptung lautete, dass die Mönche in Myanmar keine Buddhisten sind, das Gleiche wird auch über den IS gesagt, das sind keine wahren Muslime. Das nenne ich etwas schön reden, nichts weiter habe ich gesagt. Und es gibt sehr wohl Zusammenhänge zwischen Buddhismus und Gewalt. Ich habe überhaupt nichts über Buddhisten allgemein behauptet, das warst einzig und allein du.

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    • Kann es sein, dass du meine Worte nicht verstanden hast? Wo habe ich behauptet, dass die Mönche keine Buddhisten seien? Ich habe (dich) darauf hingewiesen – in Kurzform -, dass es dort schon immer gravierende Unterschiede im Glauben gab. Das gibt’s auch auf a. meinem Blog nachzulesen oder b. als Buch (nicht von mir geschrieben). Dort werden die verabscheuungswürdigen Vorfälle deutlicher.

      Zitat: „Bei den Buddhisten hatte ich immer noch die Hoffnung, dass sie anders sind. Leider lehren uns Vorkommnisse in Myanmar in den letzten Jahren eines Besseren.)“

      „Den Buddhisten“ impliziert ALLE Buddhisten. Alle Buddhisten = Mörder. Ich bin keine Mörderin, aber Zen-Buddhistin. Der Buddhismus lehrt keine Gewalt. Unabhängig davon kann sie von Buddhisten, aus z. B. politischen Motiven, ausgeübt werden. Was nicht „alle Buddhisten zu Mördern macht.“ Verstehen wir uns jetzt?

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