„Nur, was sie ihm noch bedeutet, ist, was sie höchstwahrscheinlich nicht weiß.“

»Alle Fragen sind abgehakt
– es ist akzeptiert:
Wir haben uns vertan, wir zwei,
wir haben uns verirrt.

Was anfing wie im Bilderbuch,
ging dann doch Richtung Groschenroman.
Ich habe deine Briefe nie kapiert,
und meine Lieder kamen nie bei dir an.
Ein Hinterhof-Romeo
zwischen Traumtanz und Realität.
Eine ratlose Julia,
die ihn seit Jahren nur noch mißversteht.
Nur selten wurde zugehört,
nach und nach kaum noch etwas gesagt.
Am Ende nur noch resigniert,
verdrängt, Illusionen gemacht.

„Es ist alles im Lot. Warte ab, du wirst sehen:
Alles wird gut, das kriegen wir schon hin!“
Und ein zerknittertes Polaroid liegt hier auf dem Tisch vor mir
und Papier, das grau und durchradiert ist.
Es kam, wie es kommen mußte – „Alles im Lot“.

Ein Hinterhof-Romeo
stiert seinen Zettel an, der immer noch leer.
Er weiß, was er schreiben will,
nur das „wie“ fällt ihm ungewohnt schwer,
denn alles ist längst gesagt.
Viel zu oft drehten sie sich im Kreis.
Nur, was sie ihm noch bedeutet,
ist, was sie höchstwahrscheinlich nicht weiß.
Er steht auf, geht runter zum Fluß
und denkt: „Am Ende verrät mir es ja der Wind,
wie ich es ihr sagen soll:
Ich würde so gerne ihr Freund!“«

BAP: Alles im Lot

Advertisements