„A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C, um sich einen Vorteil zu verschaffen.“

»[…] Das blinde Vertrauen in die weise und gerechte Herrschaft der Oberen erodiert, das Misstrauen der Unteren wächst und Theorien über finstere Machenschaften und Verschwörungen haben Hochkonjunktur.
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Jens Wernicke [sprach] mit dem Autor und Publizisten Mathias Bröckers, dank dessen Engagements soeben das „Lexikon der Verschwörungstheorien“ in einer Neuauflage erschien, und der, wie zuvor bereits Friedensforscher Daniele Ganser, darauf insistiert, dass das Stigma „Verschwörungstheoretiker“ bereits seit Jahrzehnten von den Mächtigen dazu genutzt wird, um notwendige und berechtigte Kritik zum Schweigen zu bringen.
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Wer vor ein paar Jahren die Belege und Indizien dafür angeführt hätte, dass die NSA sämtlichen E-Mail- und Mobilfunk-Verkehr bis zum Handy der Kanzlerin abhört, wäre sofort als böswilliger, antiamerikanischer „Verschwörungstheoretiker“ abgekanzelt worden.
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Die öffentliche Wahrnehmung und die sich daraus ableitende öffentliche Meinung sind für jedes Herrschaftssystem ein ganz entscheidender Faktor, den keine Regierung außer Acht lassen kann, gleich ob sie demokratisch oder diktatorisch ist. Sie kann ihre Maßnahmen nur durchsetzen, wenn sie die öffentliche Meinung kontrolliert.
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Deshalb ist die öffentliche Meinung der zentrale Kampfplatz, auf dem die Deutungshoheit über die Ereignisse Tag für Tag verteidigt werden muss, wobei die entscheidende Rolle den Medien zufällt.
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Um die Deutungshoheit zu behalten, ist eine Kontrolle der Medien unverzichtbar. Wie man eine solche erreicht – wo Freiheit und Unabhängigkeit der Presse in Demokratien doch Verfassungsrang haben – demonstrierte etwa die „Operation Mockingbird“ der CIA, mit der von den 1950ern bis in die 1970er Jahre versucht wurde, Verlage und Redaktionen weltweit mit Führungspersonal zu bestücken, das die Agenda des Kalten Kriegs teilte.
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Diese Unterwanderung erstreckte sich nicht nur auf die Nachrichtenmedien, sondern auch auf Wissenschaft und Kultur
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Diese Beispiele aus der Vergangenheit sind gut dokumentiert und es wäre naiv anzunehmen, dass solche Operationen seitdem nicht mehr stattfinden.
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Der Boston Globe […] schrieb über Talbots Buch: „Alle, die sich bisher über Verschwörungstheorien lustig gemacht haben, dürften ihre Meinung nach Lektüre dieses Buchs ändern.“
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Wo es um grenzenlose Macht geht, sind „Kollateralschäden“ unvermeidlich. Und verglichen mit den sagenhaften Budgets von nunmehr 15 Jahren „Great War On Terror“ war die „Investition“ von 3.000 Menschenleben und drei Wolkenkratzern für die Dinosaurier-Gehirne ein Bombengeschäft. Insofern schließe ich auch aus psychologischen Gründen einen 9/11-Inside-Job nicht aus.
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jeder mit einem IQ über Bordsteinkante, der sich zwei Stunden mit den Ungereimtheiten und Lücken des offiziellen 9/11-Reports beschäftigt, muss erkennen, um was es sich dabei handelt: um eine unbewiesene, haltlose Verschwörungstheorie.
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„Verschwörungstheorien reduzieren Komplexität auf einen einfachen Sündenbock und werden deshalb oft als Mittel der Propaganda benutzt“
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Umgekehrt förderten Geheimdienste immer auch bestimmte radikale Gruppen und brachten sie durch agentes provocateurs zu gewalttätigen Anschlägen, wenn solche ihrer politischen Agenda nützlich waren.
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dass auch in linken und pazifistischen Gruppen Akteure am Werk sind, denen es nicht um Frieden, sondern eher um das Nicht-Zustandekommen einer breiten Bewegung gegen den Krieg und den Rüstungswahn geht.
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Wir reden von Machtpolitik, die in demokratischen Systemen nicht offen, sondern verdeckt ausgeführt werden muss. Wir reden von der „Full-spectrum dominance“, der US-amerikanischen Militärdoktrin globaler Vorherrschaft, der sich die Vasallen des Imperiums unterzuordnen haben. Und dass dafür – natürlich nur „notfalls“ und „zu unserer eigenen Sicherheit“ – Mittel angewandt werden, die jedem Gesetz und jeder Moral zuwiderlaufen.«

Mathias Bröckers, Jens Wernicke | NachDenkSeiten | 04.10.2016 | Vorsicht, Verschwörungstheorie! | http://www.nachdenkseiten.de/?p=35282

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7 Gedanken zu “„A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C, um sich einen Vorteil zu verschaffen.“

  1. Ich sage nur: „Divide et impera“ sowie „Panem et circensis“.

    Und dazu noch folgende Aussage:
    „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“
    Original englisch:
    „There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.“
    (2006, November 26, Warren Buffett in einem selbstkritischen Interview mit Ben Stein, New York Times)

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