„Die verängstigten Massen akzeptieren, was sie unter normalen Umständen niemals akzeptieren würden: den Verlust der Freiheit im Namen der Sicherheit.“

»[…] Die Terroristen haben angeblich den Krieg erklärt und dann greifen sie nur die geknechteten Massen an, um somit – rein zufällig – den Herren der Globalisierung und der entwurzelten Finanzelite einen guten Dienst zu leisten: die zusehen, wie ihr Klassenfeind (die lumpenproletarischen, prekarisierten und verarmten Massen) buchstäblich bombardiert wird und durch Dritte explodiert.
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Alle Medien machen uns glauben, dass unser Feind der Islam sei und nicht der tägliche Terrorismus des Finanzkapitalismus (imperialistische Kriege, Massaker von Arbeitern, Selbstmorde von Kleinunternehmern, in den Ruin getriebene Völker).
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Sie wollen uns jetzt glauben machen, der Feind des jungen christlichen Arbeitslosen sei der junge islamische Arbeitslose, und nicht der Vertreiber, nicht der Finanzmagnat, nicht der staatenlose und entwurzelte Herr des Globalismus, der die Welt in der Ungleichheit des freien Marktes gleichmacht.
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Der Terrorismus fragmentiert den Klassenkonflikt und lässt die Knechte sich gegenseitig bekämpfen (Muslime gegen Christen, Morgenländer gegen Abendländer).
*
Der Terrorismus ermöglicht die Aktivierung eines Sicherheitsparadigmas, das wiederum nur dem globalisierten Herrn der Finanzmacht nützt. Es wird das amerikanische Modell „Patriot Act“ aktiviert: Zur Gewährleistung von Sicherheit, wird Freiheit entzogen.
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Der Terrorismus rechtfertigt den westlichen Imperialismus, den humanitären Interventionismus, ethische Bombardierungen, die gerechten Kriege und tausend andere Praktiken à la Orwell, die mit ihrem Namen genannt selbst unter die Kategorie Terrorismus fallen würden. Der dem kapitalistischen Regime wesensgleiche westliche Imperialismus wird von den terrorisierten und unterjochten Massen gerechtfertigt und akzeptiert.
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Er [der Terrorismus] ist der Höhepunkt eines Kapitalismus, dessen Hegemonie […] in einer Krise steckt, in der alles unternommen wird (buchstäblich: alles), um den Konsens zu fördern, um die Massen gleichzuschalten, um abweichenden Meinungen Ungemach zu bereiten, um das Bewusstsein zu synchronisieren, um sicherzustellen, dass die Liebe und der Hass der Massen in geeigneter Dosis dorthin gelenkt werden, wo die Herren des Globalismus sie hinlenken wollen.«

Diego Fusaro | Telepolis | 02.01.2017 | Der Terror nützt der herrschenden Elite – Der Terrorismus fragmentiert den Klassenkonflikt und lässt die Knechte sich gegenseitig bekämpfen | https://www.heise.de/tp/features/Der-Terror-nuetzt-der-herrschenden-Elite-3583096.html

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5 Antworten zu „Die verängstigten Massen akzeptieren, was sie unter normalen Umständen niemals akzeptieren würden: den Verlust der Freiheit im Namen der Sicherheit.“

  1. Patrick H. schreibt:

    Etwas „off topic“ aber ich denke manchmal an „Dancing with tears in my eyes“ in solchen Zeiten.
    In der Zeit gab es auch Ängste, aber „nur“ aus einer Richtung – heute hagelt es aus alle Seiten radikal, populistisch, postfaktisch und terroristisch auf uns ein.
    Umso wichtiger ist jeder von uns, der gemeinsam mit Nachbarn und Freunden die gesellschafzlichen Grundwerte pflegt und nach außen präsentiert.
    Das Problem ist eine satte, leise gesellschaftliche Mitte, die im Populistengeschrei untergeht.
    „Get up, stand up“ :-)

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  2. nandalya schreibt:

    Schau an, die Stimmen mehren sich.

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  3. Dao Humanyu schreibt:

    „divide et impera“ und „panem et circenses“
    Funktioniert immer wieder!

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    • schlingsite schreibt:

      Sicherlich. Doch auch Kritiker, wie Diego Fusaro polemisieren, wenn sie von jungen christlichen und moslemischen Arbeitslosen reden, welche von staatenlosen entwurzelten Herrschern durch Terror aufeinander gehetzt worden seien.

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