„Deine Schönheit, die bleibt und bleibt.“

»Du sprichst wie Marlène Dietrich
Und du tanzt wie Zizi Jeanmaire
Deine Kleider sind alle von Balmain
Und in deinem Haar sind Diamanten und Perlen, ja genau

Du lebst in einem schicken Apartment
Am Boulevard Saint-Michel
Wo du deine Rolling Stones-Platten hast
Und einen Freund von Sacha Distel, ja genau

Du gehst zu den Diplomaten-Partys
Wo du auf russisch und griechisch sprichst
Und die jungen Männer, die sich in deinen Kreis begeben
Hängen an jedem deiner Worte, so wie ich

Aber wohin gehst du, meine Schöne
Wenn du allein in deinem Bett bist
Erzähl mir die Gedanken, die dich umgeben
Ich will in deinen Kopf hinein schauen, ja will ich

Ich habe alle deine Qualifizierungen gesehen
Die du auf der Sorbonne erworben hast
Und das Gemälde, das du Picasso gestohlen hast
Deine Schönheit, die bleibt und bleibt, ja das ist wahr…

Wenn du in deinen Sommerurlaub gehst, gehst du nach Juan-les-Pins
Mit deinem sorgfältig gestaltetem Oben-ohne Badeanzug
Erhältst du eine gleichmäßige Bräune, auf dem Rücken und an den Beinen
Wenn der Schnee fällt, findet man dich in Saint Moritz
Mit den anderen des Jetsets
Und du nippst an deinem Napoleon Brandy
Aber deine Lippen werden niemals nass, nein nie

Du bist zwischen zwanzig und dreißig
Ein sehr begehrenswertes Alter
Dein Körper ist fest und einladend
Aber du lebst in einer Glitzerwelt; doch, so ist es…

Man spricht von dir in hohen Kreisen
Du kennst den Aga Khan
Er schickte dir ein Rennpferd zu Weihnachten
Und du behältst es, bloß aus Spaß, für einen Lacher (ahaha)

Sie sagen, dass wenn du mal heiraten wirst,
Es mit einem Millionär sein würde
Aber es ist ihnen nicht klar, wo du herkommst
Und ich frage mich, ob es sie wirklich interessiert, oder ob sie einen Dreck drauf geben

Ich erinnere mich an die Seitenstraßen von Neapel
Zwei Kinder bettelnd in Lumpen
Beide berührt von einem brennenden Ehrgeiz
Ihr Unterschichten-Stigma abzuschütteln, und sie versuchen es

Also schau mir ins Gesicht, Marie-Claire
Und erinnere dich daran, wer du eigentlich bist
Dann geh und vergiss mich für immer
Aber ich weiß, dass du noch die Narbe tief im Inneren trägst, ja das tust du

Ich weiß, wohin du gehst, meine Schöne
Wenn du allein in deinem Bett bist
Ich kenne die Gedanken, die dich umgeben
Weil ich in deinen Kopf hineinschauen kann«

Peter Sarstedt: Where Do You Go to (My Lovely)

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