„Nur Liebe und Tod ändern die Dinge.“

»[…] „Ich bin in sie verliebt, wusste Sumire auf einmal. So eindeutig, wie Eis kalt ist und Rosen rot sind. Und diese Liebe reißt mich mit ihrem Sog davon, so übermächtig, dass ich mich ihr nicht entziehen kann. Widerstand ist zwecklos. Vielleicht entführt sie mich an einen unbekannten, unheimlichen Ort, der vielleicht sogar gefährlich ist. Und das, was mich dort erwartet, wird mich zutiefst, ja tödlich verwunden. Vielleicht werde ich alles verlieren. Dennoch gibt es kein Zurück mehr. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich diesem Strom zu überlassen, auch wenn ich darin aufgehe und mein Wesen darin erlischt.“ (Sputnik Sweetheart, Haruki Murakami)
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Verheiratete Menschen leben im Schnitt deutlich länger, müssen seltener zum Arzt und liegen weniger lange im Krankenhaus. Sie haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Alzheimer oder Lungenkrankheiten und eine bessere Prognose bei Krebs. „Bei Menschen mit engen Beziehungen heilen Wunden schneller, sie werden seltener krank, sind weniger anfällig für Depressionen und Ängste“
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Die Liebe, so viel ist klar, lässt keinen Menschen als den zurück, der er zuvor war.
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Die Nähe eines Geliebten scheint demnach Schmerzen zu lindern und wie ein Beruhigungsmittel zu wirken.
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Wenn zwei Liebende aufeinander eingespielt sind, dann sind gemeinsame Erlebnisse für sie wie ein Entspannungsbad
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Küssen hilft also sogar gegen Heuschnupfen. Außerdem erwiesen: Ein leidenschaftlicher Kuss senkt die Cholesterinwerte und den Blutdruck.
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Küssen stärkt also die Abwehrkräfte.
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Die Wissenschaftsautoren Hanno Charisius und Richard Friebe spekulieren in ihrem Buch Bund fürs Leben sogar, der Sexualtrieb diene nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch der Aneignung einer vielfältigen Bakterienschar durch Körperkontakt. Diese macht den eigenen Organismus womöglich widerstandsfähiger.
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Wer liebt und gerade von einer Begegnung mit dem geliebten Menschen kommt, handelt also wahrscheinlich vertrauensseliger.
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„Wir wissen heute nicht nur, dass sich an zahlreichen Stellen im Herzen Oxytocin-Rezeptoren befinden. Das Herz schüttet sogar selbst auch Oxytocin aus“
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Die Freisetzung des Hormons – und das ist die Sensation, die einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft herbeiführen könnte – wird zum Teil unmittelbar durch Berührungen ausgelöst, das Gehirn muss gar nicht in den Signalweg eingebunden sein. Der Impuls zur Freisetzung geht vom Reiz (einer Umarmung oder Sex) direkt zum Herzen! Dieses schüttet dann eigenes Oxytocin aus, ohne das Hirn zurate zu ziehen.
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„Wer lange in einer Beziehung gelebt hat, der hat von deren positiven Effekten profitiert. Wenn die dann plötzlich wegbrechen, kann das über Monate und Jahre Folgen haben, wie einen Anstieg des Blutdrucks. Das Entsetzen über die plötzliche Schutzlosigkeit kann sich aber auch in einer Schockreaktion des Körpers zeigen, im Broken-Heart-Syndrom eben“
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„Es ist der Beweis, dass Liebe und leider auch Liebeskummer einen direkten Effekt auf den Körper haben.“
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Die allermeisten der Broken-Heart- und Happy-Heart-Patienten erholen sich nach kurzer Zeit zwar vollständig, doch sind sie in der akuten Phase in echter Lebensgefahr.
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„Lass uns zusammen dick werden“
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„Männer sind von Natur aus zerbrechlicher und risikobereiter, die Frauen müssen sie gewissermaßen domestizieren und mitziehen. Diese Anstrengung kostet Kraft und Zeit – Lebenszeit.“
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„Doch das bedeutet auch, dass Frauen häufiger den Tod ihres Mannes überleben, dass sie also ein Verlusterlebnis verkraften müssen, was sich in den meisten Fällen negativ auf die Lebenserwartung auswirkt.“
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Weil Frauen finanziell unabhängiger und anspruchsvoller geworden sind, kommt es zunehmend vor, dass sie die Männer verlassen, wenn diese 70 Jahre und älter sind.
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Offenbar sind die finanziellen und emotionalen Aufwendungen für eine zweite, dritte oder gar vierte Gattin einfach kräftezehrend.
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Die Liebe bringt Menschen dazu, Bindungen einzugehen, Kontinente zu bereisen, Bücher zu schreiben, Sprachen zu lernen, sich weiterzuentwickeln. Sie ist die freudigste Antriebsfeder der menschlichen Natur. Und sie überträgt eine wohltuende Kraft auf unseren Körper, die von trainierten Gesichtsmuskeln bis hin zu einer hohen Lebenserwartung reicht. Wer das Glück der langen Liebe erlebt, stärkt wie von selbst den Organismus.
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„Als Rosa gerade dachte, sie könne es nicht länger hinausschieben, bewegte Allan sich schneller, und er begann sie mit kurzen Stößen zu vögeln. Beide kamen im gleichen Augenblick. Wenn sie und Allan gleichzeitig kamen, war Rosas Orgasmus intensiver und länger. Sie spürte gern, wie er sich in sie entlud. Sie lagen da, feucht und miteinander verbunden. Sie hielt seinen Kopf. ‚Ich liebe dich‘, sagte sie.“ (Ein unmögliches Angebot, Lily Brett) […]«

Christian Heinrich | DIE ZEIT, Bayerischen Rundfunk | 01.11.2016 | Tust du mir gut? | http://www.zeit.de/2016/38/liebe-gesundheit-nervensystem-koerper-gehirn-geist-biochemie/komplettansicht

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3 Gedanken zu “„Nur Liebe und Tod ändern die Dinge.“

  1. Na, in diesem Kontext wird der Murakami mir schon verständlicher, lieben Dank Deiner näheren Erläuterung. Der letzte Satz erscheint mir insofern bemerkenswert als manche Liebe auch ohne Körper oder ohne Geist erscheint und sie dennoch ist…manchmal sogar ohne Erwiderung zu benötigen. Das macht sie mir so schön unbegreiflich. Ja, was geschieht wenn sie Körper und Geist erfüllt, kann schon überwältigend sein.
    Ein Beitrag zum Nachdenken.
    Mag. ✨

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  2. Und Frau Heinrich zitiert ausgerechnet Murakami, wenn sie die Beziehungen als ‚gesundheitsfördernd‘ proklamieren will?
    Der zitierte verliebte Sputnik verliert sich zunehmend in einer Wirklichkeit, in der alles Kopf steht. Seine Sumire liebt statt ihm lieber eine Frau, die sich dann obendrein verdoppelt und zum Schluss verschwindet das Objekt seiner Liebe in den Tücken der Handlung, zumindest mit dem Winzling einer Open-End-Hoffnung.
    Ausgerechnet Murakami…wenn es um Beständigkeiten in der Liebe geht zu zitieren, find ich schon irgendwie…also…
    Nennen wir es ‚mutig‘ wohl wollend oder sowas.
    Liebe Morgengrüße✨

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    • Liebe karfuneklfee karfunkelfee, das ist die Bürde derjenigen, die zu den Zitaten, die ganze Geschichte kennen. 🙂 Ich habe das Zitat aus dem Artikel in meinem Artikelauszug an eine andere Stelle gesetzt und somit aus dem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Happy-Heart-Syndrom. Mit dem Zitat wollte der Autor des Artikels lediglich belegen, „dass die Liebe nichts ist, was sich im Zaume halten, was sich beiläufig abhandeln ließe. Sie überwältigt nicht nur den Geist, sondern auch den Körper.“
      Liebe Grüße, Bernd

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