Helene Cahn

»Helene „Lina“ Cahn wurde am 25. Oktober 1863 in Hardheim geboren. Sie war die Tochter von Michael Eschelbacher (geboren am 28. Mai 1844 in Hardheim) und Regina Eschelbacher, geb. Spiegel (geboren am 9. März 1854). Die Eltern sind auf dem Jüdischen Friedhof Niederbieber beerdigt. Regina Eschelbacher lebte bis zu ihrem Tod 1929 in der Heddesdorfer Straße 24.

Helene Cahn wohnte in Neuwied, Mittelstraße 43, ehemals Kaufhaus Eschelbacher, und in Frankfurt/Main. Ihre Schwester war Mathilde, geb. 23.3.1887, die 1907 Karl Kuno Nußbaum heiratete.

Helene Cahn wurde am 15. September 1942 ab Frankfurt/Main in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort wurde sie am 5. Oktober 1942 ermordet.

Ihr ältester Bruder Max war mit Selma Cahn verheiratet. Er lebte in Neuwied, Mittelstraße, und in Köln. Das Ehepaar hatte zwei Töchter, Alice und Hilde. Max Eschelbacher überlebte den Holocaust und verstarb in einem Altenheim in der Schweiz. Tochter Hilde Weinberg, geboren am 14.8.1902, war verheiratet mit (Dr. jur.) Moritz Weinberg. Das Ehepaar wurde zusammen mit ihrer Tochter Marie Luise, geboren am 13. September 1929, Opfer der Shoa.

Max‘ Tochter Alice, geboren 30. Januar 1904, war mit Jacob May, geboren am 9. November 1890 in Mayen, verheiratet. Sie lebten in Berlin-Wilmersdorf und wurden Opfer der Shoa.

Die älteste Schwester Sally war verheiratet mit Jacob Levy. Sie zog nach dem Tode ihrer drei erwachsenen Kinder in den 30er Jahren nach Palästina. Sie starb dort in einem Altenheim während des 2. Weltkrieges.

Jacob Levy (geb. 3.12.1868, gest. 22.2.1928) und sein Sohn Dr. med. Siegfried Levy (geb. 1900, gest. 7.10.1932) sind auf dem Jüdischen Friedhof in Niederbieber beigesetzt (Block C, Grab 36b und Block C, Grab 74 Z). Siegfried studierte ab 1918 in Bonn Medizin.

Die Schwester Mathilde war in Neuwied verheiratet und starb in den frühen 20er Jahren.

Bruder Siegfried Eschelbacher lebte in Koblenz mit seiner Frau Anna und war Besitzer des Kaufhaus Erwege in der Mittelstraße. Die Familie verließ Deutschland mit dem letzten Schiff nach England, unmittelbar vor Beginn des 2. Weltkrieges. Am Ende des Krieges emigrierten sie nach Amerika. Siegfried arbeitete als Buchhalter in einer Metzgerei im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Er verstarb 1978.

Schwester Klara war verheiratet mit Richard Hertz und lebte in Koblenz. Später emigrierte sie zuerst nach Holland und dann nach Johannesburg (Südafrika), wo sie und ihr Mann verstarben.

Die Schwester Anna, verheiratete Cohen, lebte in Düsseldorf und wurde Opfer des Holocaust.

Bruder Oskar (Dr. med.), der in Klüsen als Arzt praktizierte , emigrierte in den 30er jahren nach Palästina und verstarb 1984.

Bruder Alfred (Dr. med.), geboren am 1. Juni 1891, war der jüngste von zwölf Kindern. Sein Vater starb, als er 9 Jahre alt war. Alfred Eschelbacher praktizierte als Zahnarzt. Danach zog die Mutter mit den beiden jüngsten Kinder zu den älteren Kindern nach Neuwied. Während des 1. Weltkrieges wurden dem 19jährigen bei einer Explosion sein Gehör zerstört und sein Fuß verletzt. Alle Kameraden starben. Ihm wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

Alfred Eschelbacher lebte mit Frau Else Dora, geborene Bender (1896 bis 1987, aus Wittlich stammend), und Tochter in der Hermannstraße, wo er auch seine Praxis hatte. Später wurden sie gezwungen, die Wohnung aufzugeben und zogen in die Engerser Straße 29. Tochter Margot, verheiratete Bloch, erinnert sich, dass sie von einer „wunderschönen“ Wohnung in „eine weit weniger angenehme Behausung mit einer primitiven Küche und einem alten Kohleofen“ zogen. 1938 emigrierte die Familie nach Amerika.«

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle und weiterführende Links => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=30:cahn-helene&catid=8&Itemid=119 {abgerufen am 2017_04_27_20_48_22}

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

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