Der Kaffee ist fertig, das klingt für mich nach Achtsamkeit, Geborgenheit, Wärme und Liebe.

Ein Schlüssel zur Tür der Erinnerungen: meine Oma, die in ihrer Küche auf dem Gasherd im Pfeifenkesselchen Wasser kochte, die Kaffeekanne, den Filterhalter, den Melitta-Filter, die Kaffeedose und die Kaffeemühle aus dem Schrank nahm, den Filterhalter auf die Kaffeekanne setzte, den Melitta-Filter in den Filterhalter drückte, die Kaffeedose öffnete, eine gewisse Menge Kaffeebohnen in die Kaffeemühle gab und sie anschaltete, das brutale Geräusch zerkrachender Kaffeebohnen in ein immer sanfteres Summen überging, das sich zart verströmende Kaffeearoma in die Nase stieg, während das Pulver in den Filter geschüttet wurde. Das ohrenbetäubende Pfeifen des Kesselchens signalisierte kochendes Wasser. Wie das Pfeifen immer leiser wurde, nachdem das Kesselchen vom Herd genommen und wie das Wasser, dampfend, ganz langsam und nach und nach über der Kaffeekanne mit dem Filterhalter über dem Kaffeepulver ausgegossen wurde. Nun verströmte der Kaffee sein ganzes Aroma. Wie das Wasser erst kräftig und dann immer mehr nur tröpfelnd aus dem Filter in die Kanne floss. Dann, wenn die Kanne voller frisch gebrühten Kaffees war, das Tröpfeln aufhörte, der Filterhalter mit dem Kaffeesatz in den Spülstein gestellt wurde, die Kaffeekanne ihr Deckelchen bekam und auf den mit frisch gebackenem Kuchen gedeckten Tisch platziert wurde, ja dann, dann rief die Oma: „Der Kaffee ist fertig.“

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9 Gedanken zu “Der Kaffee ist fertig, das klingt für mich nach Achtsamkeit, Geborgenheit, Wärme und Liebe.

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