„Ich denke daran, dass nichts für immer ist. Und manchmal tut das weh. Komm, nimm mich noch einmal in den Arm.“

»Die Vögel haben sich eingeplustert,
die Fische schwimmen ihre Runden lang,
die Wege sind tief eingeschneit,
die Bäume biegen sich unter dem Gewicht
und die Meerkatzen sieht man heute nicht
und die Bären schlafen.

Dicht verpackt in Winterjacken sehn wir wie Eskimos aus,
nur noch das Gesicht schaut aus der Kapuze raus.
Deine Hand an meiner,
meine Handschuhe an deinen,
deine warmen Wangen,
deine Lippen an meinen.
Und die Schneeflocken fallen am Seerosenteich

Auf geheimen Wegen gehen wir
und vor den Gehegen stehen
nur ein Uhu schaut uns zuhu u.
Im Giraffenhaus zieh ich meine Handschuhe aus,
es ist warm hier, bei dir.
Außer uns und den Giraffen ist keiner da
und ich nehm‘ dich in den Arm und träum von Afrika

Und während du ’nen Schneeball machst
und ich so deine Spuren im Schnee seh‘,
denk ich dran, dass nichts für immer ist.
Und manchmal tut das weh.
Komm nimm mich noch einmal in den Arm.«

Philipp Poisel: Seerosenreich

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