„Das Ergebnis sei „fast genauso bissfest und saftig wie echtes Hühnchenfleisch““

»Die Menschen in den Industrienationen essen zu viel Fleisch: Das ist nicht nur ungesund, sondern auch umweltschädlich. Aber welche überzeugenden Alternativen gibt es für den Fleischersatz?

Eine Handvoll Heuschrecken kross angeröstet, gewürzt mit Zitrone sowie Chilli, angerichtet in einem Taco mit Salat, Zwiebeln, Bohnen und Guacamole: Klingt vielleicht appetitlich, enthält auch alles, was eine reichhaltige Ernährung erfordert. Trotzdem wird der Ekelfaktor viele vom Verzehr abhalten.

Insekten scheinen nicht die Alternative zu sein, wenn man der von der Fleischproduktion verursachten Umweltbelastung durch Treibhausgase oder den von zu viel Fleisch verursachten Krankheiten begegnen will. Viele Menschen würden eher zu künstlichem Fleisch greifen. An aus Zellkulturen gezüchteten Fleischbällchen wird bereits gearbeitet, berichtet Technology Review in seinem Schwerpunkt zum Thema Ernährung in der aktuellen Ausgabe […].

Eine pflanzenbasierte Alternative zu Fleisch auf den Markt bringen wollen Anfang nächsten Jahres indes Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising gemeinsam mit Partnern aus der Industrie. Vegane Schnitzel aus Pflanzenproteinen wird die Amidori Food Company in der von den Fraunhofer-Wissenschaftlern entwickelten Fabrik herstellen. Sie nutzen dafür die sogenannte Nasstexturierung, ein Verfahren, das schon vor gut 30 Jahren ersonnen wurde. Dabei werden die als Mehl vorliegenden Proteine mit Wasser zu einer breiigen Masse vermengt, erhitzt und durch eine Düse gepresst.

„Während die Masse in der Düse langsam abkühlt, falten sich die Proteine quasi auf, vernetzen sich und bilden eine Textur, die der von Fleisch sehr nahe kommt“, sagt Fraunhofer-Mitarbeiter Raffael Osen über das Verfahren. Das Ergebnis sei „fast genauso bissfest und saftig wie echtes Hühnchenfleisch“. Der besondere Vorteil des Konzepts aber ist, dass es mit vielerlei Proteinquellen funktioniert: mit Soja oder Lupine genauso wie mit Weizen oder Erbse. Es kann daher Fleischersatz gezielt für Allergiker produziert werden. Wer etwa auf Soja oder Lupine reagiert, kann ein Produkt mit anderen Proteinen wählen. „Die Kunst liegt ähnlich wie beim Brotbacken in der richtigen Kombination“, sagt Osen.«

Jan Berndorff | heise.de
| 17.11.2016 | Lebensmitteltechnik: Man nehme weder Fisch noch Fleisch | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Lebensmitteltechnik-Man-nehme-weder-Fisch-noch-Fleisch-3484235.html

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14 Gedanken zu “„Das Ergebnis sei „fast genauso bissfest und saftig wie echtes Hühnchenfleisch““

    • Leider beschäftigt sich der Artikel nicht mit vegan sondern mit Lebensmitteln im Allgemeinen:
      „Soja oder Weizenprotein schmecken nach nichts, schon gar nicht nach Fleisch“ Welches Fleisch kommt den ungewürzt auf den Tisch?
      „Reichlich Lebensmittelchemie verwandelt Pflanzen in Fleischersatz“ Leider wird nicht definiert, was die Autorin unter Lebensmittelchemie versteht. Ich kenne aus einigen veganen Produkten lediglich die gleichen Lebensmittelzusätze wie in nicht-veganen Produkten. Die Abbildung zeigt beispielsweise Wilmersburger Scheiben, die als Schnittkäseersatz verwendet werden können und beinhalten: Wasser, Kokosöl (22%), modifizierte Stärke (aus Kartoffeln), Stärke, Meersalz, vegane Aromen, Säureregulator: Zitronensäure, Konservierungsstoff: Sorbinsäure, Farbstoff: Beta-Carotin.
      „Vegane Fertiggerichte sind nicht gesünder als konventionelle Produkte“ Alle Fertiggerichte sind nicht gesünder als konventionelle Produkte. Am gesündesten ist immer noch, frisch einkaufen und selbst zubereiten, mit oder ohne tierische Produkte.
      Das dann als Beispiel unter der Überschrift „… vegan …“ ein nicht veganes Produkt „vegetarische Minifrikadellen“ (enthält Hühnereiweißpulver) disqualifiziert die sich seriös gebende Journalistin als Nicht- oder Halbwissende.
      Fazit: Vegane Produkte sind nicht besser oder schlechter für den Menschen als nicht-vegane Produkte. Fleisch und tierische Produkte werden für eine gesunde Ernährung und für geschmackliche Erlebnisse beim Essen nicht benötigt. Es gibt adäquaten Ersatz, der die Ressourcen unseres Planeten nicht ausbeutet und das (Über-)Leben von mehr als 7 Milliarden Menschen in Würde ermöglicht.

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    • Und warum muss es immer darum gehen wer die bessere Ernährungsansicht hat?
      Ich will nicht das mir je vorgeschrieben wird was ich essen soll oder mir suggeriert wird Fleischesser sind die schlechteren Menschen.

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    • Auch heute jetzt müsste niemals ein Mensch wegen Hunger sterben.

      Es liegt weniger am Fleisch wie am Willen dies zu ändern.

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    • Ja, das stimmt. – Fleisch ist ein Synonym für Wohlstand, Lebensstandard. Die Armen eifern den Reichen nach. Hätten alle Menschen unseren Zugang zu Fleisch, bräuchten wir alle pflanzlichen Ressourcen um die Tiere zu mästen. Damit wir unser „Recht“ auf Fleisch nicht verlieren: welchen Menschen verbieten wir dann, Fleisch zu verzehren?

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    • Es ist gewollt das es so ist und so gesteuert & am Fleisch liegt es nicht.
      Die größten Lebensmittelmultis könnten es morgen ändern.

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    • Verstehe ich nicht. Es gibt pflanzliche und es gibt fleischliche Schnitzel. Beide ordentlich zubereitet, schmecken sie gut. Das eine ist umweltverträglich und tierleidfrei, das andere nicht. Von dem einen können wir 7 Milliarden Menschen ernähren; bei dem anderen müssen wir uns langfristig von ein paar Milliarden verabschieden.

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    • Neee, Moment. Ich mag die Sprachregelung nicht, für mich ist „Schnitzel“ mit „Fleisch“ besetzt, und von daher ist ein „veganes Schnitzel“ für mich ein So-tun-als-ob. Aber das ist sozusagen nur Gemecker am Etikett. Ich krieg die Assoziation nicht raus aus mir.
      Alles andere: unbenommen. Völlig.

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    • Es gibt mittlerweile pflanzliche Schnitzel, Nuggets oder Steaks, die kannst du geschmacklich, haptisch, sensorisch kaum mehr von tierischen unterscheiden. So z.B. habe ich in Stuttgart im XOND.rocks ein Holzfällersteak auf pflanzlicher Basis gegessen, das war wie aus Fleisch. Und dann haben wir Produkte, die es ermöglichen, auch den Eingefleischten ausgetrampelte Pfade zu verlassen. 🙂

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