Salomon Platz


»Salomon Platz wurde am 26. Juni 1874 in Gladbach geboren.

Salomon Platz lebte später in Mertloch. Er war lt. Georg Stockschlaeder verheiratet mit Helena (Lina) Platz, geborene Krechel. Sie wurde in Mertloch am 4. Juli 1876 geboren und beging am 15. August 1936 Suizid, weil ihre Tochter in die USA emigrierte. Tochter Johanna Platz wurde am 29. September 1910 in Mertloch geboren und starb am 10. Februar 1990 in Miami (USA).

Salomon Platz wurde vom 20. Juni 1941 bis zum 12. Juli 1941 zunächst im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und am 12. Juli 1941 von dort in das Konzentrationslager Buchenwald überführt. Dort wurde er am 30. Dezember 1941 ermordet.

Die Eltern:

Salomons Mutter, Dora Salomon, geboren am 6. März 1848 in Weis, heiratete am 29. Dezember 1874 den Handelsmann Isaac Platz, geboren am 20. Juni 1849 in Dirmerzheim, der gleichzeitig die Vaterschaft für Salomon anerkannte. Dora und Isaac Platz wohnten mit ihren Kindern Salomon, Emma, Sybille, Julius, Moses, Regina, Frida, Alex, Henriette und Johanna in Gladbach in der Sandgasse 35 (heute: Sandgasse 5, Neuwied, Stadtteil Gladbach) und später in der Kirchstraße 35 (heute: An der Marienkirche 18, Neuwied, Stadtteil Gladbach).

Sie erlebten das damals seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Die Feier fand unter großer Anteilnahme der Dorfbewohner im Saale Kiefer statt. Der Gesangverein brachte ihnen ein Ständchen.

Die Geschwister:

Schwester Emma, geboren am 19. Dezember 1875 in Gladbach heiratete am 26. April 1906 den Händler und Schneider Heinrich Meyer, geboren am 28. Mai 1877 in Neuwied. Sie hatten zwei Söhne – Ernst, geboren am 17.03.1907 und Erich, geboren am 22.10.1919. Über das Schicksal von Emma und ihren Söhnen ist nichts bekannt. Heinrich Meyer verstarb am 24.12.1933.

Bruder Julius, geboren am 15. März 1880 in Gladbach – Viehändler, verheiratet mit Juliane, genannt Jula, geborene Hirsch, geboren am 17. Dezember 1878 in Bentheim/Sieg – war Vorbeter in der Synagoge in Niederbieber, die er jeden Samstag (Sabbat) festlich gekleidet besuchte. Julius und Jula hatten zwei Söhne, Max, Jahrgang 1908, und Leo, Jahrgang 1913. Diese Familie wohnte in der Rommersdorfer Straße 3.
Leo unterhielt im elterlichen Haus ein gut florierendes Geschäft. Er verkaufte und reparierte Fahrräder des Fabrikats Goldrad und Radios des Fabrikats Saba. Als einzige Familie ihrer Sippe übersiedelte sie nahezu zum letzten Termin [25.10.1937] nach Bogota in Kolumbien.
Sohn Max heiratete dort und kehrte nach dem Krieg mit Frau, Tochter und Sohn Alexo nach Gladbach zurück. Nach seinem Tod wurde er auf dem jüdischen Friedhof in Koblenz bestattet.
Sohn Leo heiratete auch, wurde Geschäftsmann und Vater von fünf Kindern. (lt. Alfred Schwan)

Bruder Moses mit Ehefrau Johanna, geborene Seligmann, dessen Söhne Leo und Kurt sowie die Enkeltochter Reha wurden Opfer der Shoa.

Für Leo, dessen Ehefrau Rosa, geborene Roer, und Reha Platz sind in Köln, Altstadt Nord, in der Eigelsteinstraße Stolpersteine verlegt.

Schwester Regina, geboren am 12. Juni 1883 in Gladbach, verstarb am 20. Januar 1932 in Gladbach und ist wie ihre Schwester Johanna, geboren am 3. Juni 1892 und verstorben am 26. Oktober 1892 in Gladbach, auf dem Jüdischen Friedhof in Niederbieber beigesetzt.

Schwester Frida mit Ehemann Julius ebenso wie Bruder Alex mit Ehefrau Rosa geborene Keller, mussten sich am 30. März 1942 am Neuwieder Bahnhof einfinden. Alle vier wurden deportiert und ermordet.

Schwester Henriette, geboren am 26. November 1889 in Gladbach, wohnte mit Ehemann Hermann Platz, geboren am 5. Oktober 1874 in Lechenich, und ihrer Tochter Ruth Berta, geboren in Köln am 29. August 1920 in Köln wurden am 30. Oktober ab Köln nach Lodz/Litzmannstadt deportiert.«

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php/8-personenbeitraege/210-platz-salomon-2 [abgerufen am 2017_05_31_21_4_47]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

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